0:2-Niederlage in Nürnberg
Null Grad, null Punkte und zum ersten Mal seit 34 Pflichtspielen kein Treffer: Das Auswärtsspiel beim 1. FC Nürnberg war am 13. Spieltag der zweiten Bundesliga leider verbunden mit einer 0:2-Niederlage. Hier geht's zum Spielbericht.

Ohne Veränderungen zur Vorwoche schickte Cheftrainer Mitch Kniat unsere Mannschaft auf den Rasen. Der wiedergenesene Stefano Russo hatte die Auswärtsfahrt nach Nürnberg zwar angetreten, musste aber aufgrund eines Infekts am Sonntag wieder nach Bielefeld reisen. Zu Beginn der Partie war es ruhig im Max-Morlock-Stadion. Rund zwölf Minuten einigten sich beide Fanlager auf einen stillen Protest. Auf dem Rasen hingegen ging es von Beginn an gut los.
Vor etwa 3.000 mitgereisten Arminen zündete Taddel Momuluh (3.) über rechts den Turbo, doch sein Zuspiel konnte Joel Grodowski nicht ganz im Nürnberger Tor unterbringen. Der Bielefelder Strafraum zum Beginn noch frostbedeckt, daher sehr rutschig. Ein vermeintlicher Nachteil, den unsere Mannschaft aber entspannt wegarbeitete. Auch wenn die Gastgeber in den ersten zehn Minuten 70 Prozent Ballbesitz hatten, gefährlich wurde es zunächst nur durch einen Schuss von Julian Justvan aus der Distanz (10.), den sich aber Jonas Kersken schnappte. Großchance nach zwölf Minuten: Corboz bediente im Strafraum Sarenren Bazee, der den Ball knapp übers Tor zog, aber auch knapp im Abseits stand. Die gefährlichen Szenen gehörten weiterhin der Arminia. Marius Wörls Pass (24.) in den Lauf von Momuluh, erwischte unsere Nummer 14 nicht perfekt. Zudem wars wiederum knapp Abseits.
Auch wenn Nürnberg nach einer halben Stunde optisch überlegen war, gabs kaum gefährliche Momente. Arminia wechselte zwischendurch in eine 5-4-1- Formation, stand sehr kompakt und ließ dem Club nur wenig Raum. Den ersten Eckball der Partie gabs übrigens erst nach 41 Minuten, die größte Nürnberger Chance in der Nachspielzeit durch einen satten Schuss von Rafael Lubach (45.+1) knapp neben das Tor.
Die erste Aktion nach dem Wechsel gehörte dem Club. Ein Schuss von Justvan übers Tor, ein leichtes Foul von Corboz im Strafraum und ein Elfmeter-Pfiff von Schiedsrichter Robert Schröder. Lubach traf vom Punkt zur Führung (49.). Der Club arbeitete in der Folgezeit am zweiten Treffer, setzte sich im Bielefelder Strafraum fest. Nach einigen vergeblichen Versuchen belohnten sich die Gastgeber schließlich durch Finn-Ole Becker (56.) und dem 2:0. Ein Dreifach-Wechsel nach einer Stunde sollte Besserung ins Spiel der Schwarz-Weiß-Blauen bringen. Ein paar Ecken und ein vielversprechender Abschluss von Wörl (63.) sahen schon mal ganz ordentlich aus. Arminia verlagerte das Spiel deutlich ins letzte Drittel der Nürnberger. Doch so richtig viel wollte gegen die Franken nicht gelingen. Auch ein Gewusel im Nürnberger Strafraum (75.) brachte Schüsse von Corboz, Kania und Momuluh aufs, aber leider nicht ins Tor des FCN. Auch Isi Young setzte in einer stärkeren und überlegen geführten Schlussviertelstunde immer wieder Akzente, ohne aber das Runde ins Eckige zu befördern. Leon Schneider blieb sein erster Saisontreffer verwehrt, sein Schuss (88.) knallte gegen das Lattendreieck. Trotz einer sehr starken Schlussoffensive fahren wir letztlich ohne Zählbares zurück nach Ostwestfalen.
Weiter geht’s am nächsten Sonntag (13.30 Uhr) im Heimspiel gegen Preußen Münster.
1.FC Nürnberg: Reichert – Yilmaz, Lochoshvili, Gruber, Janisch (79. Drexler) – Markhiev (64. Grimaldi) – Lubach, Becker (87. Baack) – Zoma (46. Diop), Stepanov (79. Knoche), Justvan
DSC Arminia Bielefeld: Kersken – Handwerker (61. Sicker), Felix, Großer, Schneider, Boakye (61. Lannert) – Wörl, Corboz, Momuluh – Sarenren Bazee (61. Young), Grodowski (71. Kania)
Schiedsrichter: Robert Schröder (Hannover)
Zuschauer: 34 000
Gelbe Karten: Zoma, Diop, Yilmaz - Boakye, Corboz, Schneider
Tore: 1:0 (49., Foulelfmeter) Lubach, 2:0 (56.) Becker
"Der Elfmeter war der Knackpunkt!"
Nach der 0:2-Niederlage in Nürnberg sprechen Kapitän Mael Corboz, Marius Wörl und Cheftrainer Mitch Kniat vor den anwesenden Medienvertretern. Wir haben die Stimmen für Euch zusammengefasst.

Marius Wörl: „Die erste Halbzeit war für den neutralen Zuschauer vielleicht nicht ganz so schön. Nürnberg hatte zwar viel den Ball, wir haben uns aber nicht locken lassen. Es gab wenig Torraumszenen auf beiden Seiten. Der Elfmeter gegen uns ist ein Stück weit ein Knackpunkt im Spiel, danach waren die fünfzehn Minuten bis zum zweiten Treffer leider nicht gut. Das war heute nicht nötig, zu verlieren. Das haben wir uns etwas selbst zuzuschreiben.“
Kapitän Mael Corboz: „Ich treffe ihn am Fuß, wollte eigentlich zum Ball. Das passiert, es war ein Elfmeter. Nürnberg hat es in der Phase gut gemacht, bevor das zweite Tor fällt, spielen sie uns gut aus. Es ist ärgerlich, weil wir in der zweiten Halbzeit sehr schnell die Gegentore bekommen. Nürnberg hatte in der ersten Hälfte viel Ballbesitz, wir haben es beim schnellen Umschalten aber nicht geschafft, unsere Offensiven in Szene zu setzen. Hinten heraus haben wir aber auch keine entscheidenden Chancen mehr gehabt.“
Cheftrainer Mitch Kniat: „Wir haben in der ersten Hälfte zu oft die Bälle in der Vorwärtsbewegung verloren, wenn wir sie erobert haben. Das hat sich die komplette Halbzeit durchgezogen. Nach dem Wechsel werden wir mit dem Elfmeter kalt erwischt, danach kommt direkt der zweite Treffer. Wir sind dann etwas zu spät aufgewacht, können das Ergebnis nicht mehr aufholen. Am Ende geht das Ergebnis in Ordnung, die aktivere Mannschaft hat heute gewonnen. Das waren leider nicht wir.“
Die Bilder zum Spiel
Nach der 0:2-Niederlage beim 1.FC Nürnberg am 13. Spieltag der 2. Bundesliga haben wir Euch die Bilder des Spiels zusammengestellt.

"Wir wollen uns weiter verbessern!"
Vor unserem Spiel gegen den 1. FC Nürnberg am Sonntag, 23. November ( 13:30 Uhr), stellt sich unser Cheftrainer in der Pressekonferenz den Fragen der anwesenden Journalisten. Wir haben die Aussagen für Euch zusammengefasst.

Rund 34.000 Zuschauer werden am Sonntag im Max-Morlock-Stadion erwartet, darunter etwa 3.000 mitreisende Arminen.
Das sagt unser Cheftrainer über…
… das Personal: „Daniel Richter hat sich im Länderspiel der U18-Nationalmannschaft einen Kreuzbandriss zugezogen. Wir wünschen ihm alles Gute und hoffen, dass er schnell wieder zu alter Stärke zurückfindet. Roberts Uldrikis hat in dieser Woche erstmals wieder teilweise am Mannschaftstraining teilgenommen. Es freut uns sehr, dass er Fortschritte macht. Auch Stefano Russo und Marvin Mehlem sind ins Training eingestiegen und für Sonntag einsatzbereit. Taddel Momuluh hatte unter der Woche eine leichte Erkältung, steht uns aber ebenfalls zur Verfügung.“
… die Verbindung zu Miroslav Klose: „Ich habe eine besondere Verbindung zu ihm, wir haben gemeinsam den Fußballlehrer gemacht und stehen bis heute im Austausch. Es ist mehr als ein rein kollegiales Verhältnis. Deshalb freue ich mich sehr auf das Aufeinandertreffen mit ihm.“
… unsere Herangehensweise: „Wir schauen, welcher Matchplan und welches Personal am besten zu Nürnberg passt und danach werden wir aufstellen. Die letzten Wochen haben gut funktioniert, aber wir passen Dinge so an, wie es der Gegner erfordert. Die Art und Weise, wie wir zuletzt gespielt haben, war gut. Wenn man überzeugend gewinnt, wächst automatisch das Selbstvertrauen der Jungs. Es ist dann deutlich leichter, Inhalte im Training umzusetzen, weil weniger Zweifel entstehen. Diese Kombination aus defensiver Stabilität und mutigem Spiel mit dem Ball funktioniert aktuell gut, aber wir wollen uns weiter verbessern.“
Zu Gast im Max-Morlock-Stadion
Am Sonntag reist unsere Mannschaft zum 1. FC Nürnberg, Anstoß ist um 13:30 Uhr, gespielt wird im rund 450 Kilometer entfernten Max-Morlock-Stadion. Wir wagen einen Blick auf unseren Gastgeber in Mittelfranken im Freistaat Bayern.

So sieht es aktuell aus: Auch beim 1. FC Nürnberg hat es sich ausgezahlt, am Trainer festzuhalten. Nachdem der Club nach fünf Spieltagen mit einem Zähler das Tabellenende zierte, katapultierten unter anderem elf Punkte aus den vergangenen fünf Spielen und nur eine Niederlage aus sieben Partien die Franken auf Platz elf ins gesicherte Mittelfeld.
Kommen und Gehen: Ist der Nürnberger ein echter Handwerker? Oder ist der Handwerker vielmehr ein echter Nürnberger? Wie auch immer: Unser Tim Handwerker spielte viele Jahre für den Club und lief zwischen 2019 und 2024 insgesamt 114 mal für den Zweitligisten auf. Der gebürtige Bergisch-Gladbacher hatte in der Zeit sogar sieben Einsätze für die U21-Nationalmannschaft. Auch Julian Kana spielte 2023 eine Saison für die Franken. Für die Reserve schoss er in 32 Spielen starke 25 Tore. Viermal spielte er sogar in der zweiten Liga für den FCN, ehe es ihn vergangenes Jahr nach Bielefeld zog. Achtung am Sonntag vor Artem Stepanov! Der 18-Jährige kam im Sommer mit der Empfehlung von 22 Treffern in nur 26 Spielen für die U19 von Bayer Leverkusen nach Nürnberg. Nach verhaltenem Saisonstart stand er in den letzten drei Spielen in der Startelf und empfahl sich deutlich für mehr. Mit Casper Jander hat der Club das vielleicht größte Talent seit vielen Jahren in die englische zweite Liga nach Southampton ziehen lassen müssen.
Face to Face: Die bisherige Bilanz ist fast ausgeglichen: 40 Spiele, 16 Erfolge für Nürnberg und 15 für unsere Arminia, neun Unentschieden. Und auch im Wohnzimmer der „Clubberer“ sieht es ähnlich aus. Sollten wir am Sonntag dort gewinnen, wäre es Sieg Nummer sieben für uns, der FCN kommt bislang ebenfalls auf diese Zahl. Und wer erinnert sich nicht an die besonders glanzvollen Auftritte unseres Vereins bei den Franken! Das wunderbare 5:1 im November 2019, wo es nach 15 Minuten schon 3:0 für uns stand. Oder das 3:2 im Oktober 2005, als wir bis zur 88. Minute mit 1:2 zurücklagen und dann Diego Leon (88.) ausglich und der unvergleichliche Subisiso Zuma in der 90. Minute alle mit seinem Siegtor in Ekstase versetzte.
Zahlen, bitte: Mit bislang 13 Treffern aus zwölf Spielen zählen die „Clubberer“ zwar nicht zu den treffsichersten Vereinen der zweiten Liga. Was sie aber so gefährlich und auch ein bisschen unberechenbar macht: Das gute Dutzend Tore verteilt sich auf acht Spieler.
Mit einem Durchschnittsalter von gerade einmal 23,4 Jahren ist der Kader der Nürnberger nach Paderborn (23,2) der zweitjüngste der Liga.
Das Wohnzimmer des 1. FC Nürnberg, das Max-Morlock- Stadion, wurde 1928 eröffnet und fasst rund 50 000 Zuschauer.
Fun-Fact am Rande: 1968 wurde der Club Deutscher Meister – und stieg 1969 mit Trainer Max Merkel als Titelverteidiger direkt wieder ab. Bis heute eine einzigartige Leistung.





























