Der Traum lebt weiter!
Wir stehen im Finale des DFB-Pokals! Wir fahren nach Berlin! Die Sensation ist perfekt! „Berlin. Berlin, wir fahren nach Berlin“, skandierten noch minutenlang unsere alle Arminen in der SchücoArena. Was wie ein Traum anmutet, haben unsere Jungs tatsächlich wahr gemacht. Ein wahrhaft historischer 2:1-Sieg gegen den amtierenden deutschen Mester und Pokalsieger Bayer Leverkusen. Mehr Superlative gibt es nicht. Wir haben mit Union Berlin, Freiburg und Bremen drei Bundesligisten auf dem Weg in die Vorschlussrunde aus dem Weg geräumt. Und dazu mit Hannover 96 einen ambitionierten Zweitligisten geschlagen. Und im letzten Schritt auf dem Weg in die Hauptstadt völlig verdient Bayer Leverkusen aus dem Weg geräumt. Ein Tag für die Geschichtsbücher!

Schon zu Beginn schenkten sich beide Teams nichts: Erst rasselten Jeremie Frimpong und Maximilian Großer mit den Köpfen aneinander, Frimpong lag am Boden, konnte aber weiterspielen. Der nächste Aufreger nach vier Minuten: Exequiel Palacios rauschte mit Kersken zusammen. Ein sehr intensiver Beginn an diesem großartigen Abend. Und eine Stimmung, die ARD-Reporter Esther Sedlaczek schon vor dem Anpfiff passend mit der Anfield in Liverpool verglich.
Die vielleicht sensationellsten 90 Minuten unserer Vereinsgeschichte im Zeitraffer:
Leverkusen gleich zu Beginn feldüberlegen, aber unsere Abwehr stand wie so oft sicher. Chancen für den großen Favoriten nach zehn Minuten bislang Mangelware. Und Arminia sorgt immer wieder für Entlastung. Jeder Ballgewinn wird von einem orkanartigen Beifall begleitet - Gänsehaut-Atmosphäre in der Schüco-Arena.
Nach 17 Minuten trotzdem der erste Treffer für die Gäste: Alejandro Grimaldos Flanke verlängert Amine Adli mit dem Kopf zu Jonathan Tah, der zur Führung trifft.
Doch vier Minuten später bebt die SchücoArena. Die perfekte Antwort unserer Arminia: Marius Wörl (21.) schnappt sich am Elfmeterpunkt den Ball, den zuvor Piero Hincapie nicht klären kann und drescht ihn in die Maschen zum 1:1–Ausnahmezustand im Stadion als der Treffer nach Kontrolle des Videobeweises gegeben wird.
Und Arminia legt nach: Großchance nach einem feinen Anspiel auf Sarenren Bazee (26.). Der 28-Jährige läuft allein aufs Tor zu, scheitert aber an Lukas Hradecky im Leverkusener Tor. Und Arminia kämpft weiter, schmeißt sich in jeden Ball und setzt immer wieder Nadelstiche. Chancenverhältnis nach 30 Minuten: 2:1 für unsere Arminia! Von einem Zwei-Klassen-Unterschied ist auch kurz vor der Pause wenig zu sehen. Im Gegenteil: Joel Grodowski entwischt der Bayer-Abwehr und kann nur durch ein Foul von Mukiele gestoppt werden. Den Freistoß setzt Wörl (42.) aus spitzem Winkel knapp drüber. Arminia zu diesem Zeitpunkt absolut auf Augenhöhe mit dem Meister und Pokalsieger!
Und es wird immer besser: Wiederum Grodowski fädelt auf Strafraumhöhe bei Mukiele ein. Den Freistoß von Oppie köpft Großer (45+3) zur nicht unverdienten Führung ein. In der Halbzeit ist für die Fans klar: „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“.
Auch nach der Pause spielt Arminia munter mit und mit Wörl (58.) von der Strafraumkante einen weiteren Warnschuss ab. Nur noch eine halbe Stunde bis Berlin!
Weil Leverkusen in dieser Phase wenig einfällt, sortiert Alonso seine Mannschaft lautstark auf dem Platz. Und Bayer passieren Fehler, die so sonst Seltenheitswert haben. Arminia drängt auf den dritten Treffer, doch Oppies Pass rutscht Grodowski (69.) ein wenig über den Fuß. Noch 19 Minuten bis zur Sensation! Auch Kersken in Bestform, pariert großartig einen Kopfball von Boniface (73.). Und selbst Schick köpft knapp neben das Tor (81.). Die Sensation nimmt Formen an! Als letzten Schachzug stellt Bayer Jonathan Tah in den Sturm. Doch wenige Minuten danach ist das Spiel zu Ende und die große Sensation perfekt! Wir fahren nach Berlin und spielen um den DFB-Pokal!!!!!
DSC Arminia Bielefeld: Kersken – Oppie, Großer, Russo, Schneider, Hagmann – Corboz, Schreck (90+3 Felix), Wörl, Sarenren Bazee (90+3 Young) – Grodowski (83. Biankadi)
Bayer Leverkusen: Hradecky – Hincapie, Tah, Mukiele – Grimaldo, Andrich, Xhaka, Frimpong – Adli (77. Tella), Schick, Palacios (53. Boniface)
Schiedsrichter: Harm Osmers (Hannover)
Zuschauer: 26.601 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Grodowski, Schreck, Russo - Mukiele, Hincapie. Tella, Grimaldo
Tore: 0:1 (17.) Tah, 1:1 (21.) Wörl, 2:1 (45+3) Großer
„Wir haben heute etwas Besonderes geschafft!“
Nach dem sensationellen Einzug ins DFB-Pokalfinale äußern sich Joel Grodowski, Max Großer, Marius Wörl und Cheftrainer Mitch Kniat vor den Mikrofonen der Medienvertreter. Wir haben die Stimmen für Euch zusammengefasst.

Joel Grodowski: „Jeder hat gesehen, dass wir das unbedingt schaffen wollten, das haben wir jetzt geschafft. Heute werden wir auf jeden Fall ein bisschen feiern und das auf genießen. Das 1:0 war sehr ärgerlich nach einem Standard, aber jeder der uns diese Saison gesehen hat weiß, dass wir nie aufgeben und immer zurückkommen können. Alle in dem Verein wollten heute dieses Wunder schaffen und das haben wir geschafft und darauf können wir als Verein, als Mannschaft einfach stolz sein. Wir haben heute gesehen, was Arminia Bielefeld für ein besonderer Verein ist. Wir haben heute etwas Besonderes geschafft und ich bin einfach froh ein Teil davon zu sein. Jeder der mich kennt weiß, dass ich immer mein letztes Hemd auf dem Platz lasse. Ich hab heute alles gegeben, die Mannschaft hat heute alles gegeben. Alle haben heute alles gegeben, ein gelungener Abend.
Max Großer: „Es war einfach Wahnsinn, was alle abgerissen haben. Oppie hat einfach eine super Flanke gebracht, ich musste nur den Fuß hinhalten und den Richtung Tor bringen. Ist mir gelungen. Das ist einfach unbeschreiblich. Ich konnte es garnicht fassen nach dem Abpfiff.
Das ist wichtig, dann auch noch das Tor vor der Pause zu machen. Wir glauben immer an uns, egal wie es steht. Wir wussten, dass wir noch eine Chance haben, weil wir eigentlich gut im Spiel waren, weil wir gut gegen den Ball gearbeitet haben. Die ganzen 90 Minuten. Vorm Anpfiff, wie da schon die Stimmung war, das war einfach atemberaubend. Das macht diesen Verein auch aus. Diese Fans, das ist einfach klasse. Wir werden die Nacht zum Tag machen und werden da ordentlich die Sau rauslassen.“
Marius Wörl: „Ich kann es immer noch nicht fassen. Was hier los ist! So ein Hexenkessel, überragende Stimmung, überragendes Spiel von uns. Wir haben uns nicht versteckt. Das ist eines der besten Teams in ganz Deutschland. Gelungener Pokalabend. Es war sehr viel Mut auf dem Platz. Wir wussten, dass es zwar schwer wird, aber dass wir auf jeden Fall eine Chance haben. Und die Chance wollten wir nutzen. Wir haben uns reingeschmissen, und im Endeffekt sage ich trotzdem, dass es verdient war. Ich denke, wir werden heute alle feiern gehen und eine schöne Nacht verbringen. Morgen werden wir das dann auch noch genießen. Und dann müssen wir langsam wieder auf Aachen schauen, weil das Spiel am Samstag eben sehr wichtig ist. Aber ich glaube, das haben wir uns jetzt verdient, dass wir das genießen dürfen.
Cheftrainer Mitch Kniat: „Unser Plan ist extrem gut aufgegangen. Wir bekommen leider ein frühes Standard-Tor, aber meine Mannschaft hat Herz und Leidenschaft bewiesen – wie die gesamte Saison schon. Wir lassen uns von Rückschlägen nicht entmutigen. Das 2:1 kam natürlich zum perfekten Zeitpunkt. Wir haben relativ spät gewechselt weil wir etwas Respekt davor hatten, dass die neuen Spieler auf dem Platz dann nicht sofort in den Abläufen gegen Leverkusen drin. Am Ende war es ein verdienter Sieg. Alle wollten den Einzug ins Finale schaffen. So sind wir das Spiel angegangen und das hat man auch gesehen.“
"Wir wollen die Geschichte weiterschreiben!"
Vor unserem DFB-Pokalhalbfinale gegen den Deutschen Meister und Pokalsieger Bayer 04 Leverkusen stellen sich Cheftrainer Mitch Kniat und Sam Schreck den Fragen der Medienvertreter. Wir haben die wichtigsten Aussagen für Euch zusammengefasst.

Das DFB-Pokalhalbfinale wirft seine Schatten voraus. Über 26.500 Zuschauer werden das Spiel in der SchücoArena verfolgen, rund 3.000 Gäste aus Leverkusen werden erwartet. Die Stadiontore öffnen bereits um 18:45 Uhr. In der heutigen Pressekonferenz sprechen unser Cheftrainer Mitch Kniat und Sam Schreck.
Das sagt unser Cheftrainer Mitch Kniat über…
… die Vorfreude: „Wir freuen uns natürlich auf das Spiel. Wir wissen, dass es ein absolutes Highlight-Spiel ist und das wollen wir auf jeden Fall positiv gestalten.
… den Gegner Bayer 04 Leverkusen: „Das ist schon etwas anderes zum normalen Liga-Alltag. Eine Mannschaft, die 16 Nationalspieler hat, das sieht man auch auf dem Platz. Wenn der eine oder andere bei uns vielleicht noch einen zweiten oder dritten Kontakt braucht, ist bei ihnen der erste Kontakt perfekt. Es wird eine große Herausforderung, aber das mögen wir und das macht es auch aus. Wir dürfen uns aber nicht nur auf den Gegner einstellen, sondern müssen unsere eigenen Lösungen finden und sie nutzen, wenn sie sich ergeben. In so ein Spiel darf man nicht mit Ehrfurcht oder Angst gehen. Dann sollte man lieber zu Hause bleiben.“
… das Personal: „Neben dem Langzeitverletzten Roberts Uldrikis wird auch Nassim Boujellab verletzungsbedingt ausfallen. Alle anderen Spieler sind einsatzbereit und eine Option für den Kader.“
… Stimmung in der Stadt: „Die Menschen gehen heute schon mit dem Trikot durch die Stadt. Morgen findet ein Fan-Marsch statt, die Schals werden aus den Fenstern hängen. Alle die es mit Arminia halten, die Mitarbeiter und alle um uns herum fiebern dem Spiel entgegen und wollen nach Berlin fahren. Als Außenseiter hat man sicher auch in Deutschland einige, die uns die Daumen drücken. Es gab im Pokal schon viele gute Momente und die wollen wir jetzt wieder erleben. Wenn wir dieses Spiel gewinnen sollten, wäre die Euphorie ungebrochen. Das ist für uns Ansporn genug, denn wir wollen die Geschichte weiterschreiben.“
Das sagt Sam Schreck über…
… die Vorfreude: „Wir sind alle heiß auf morgen, wir sind alle bereit und wir freuen uns darauf, dass es endlich losgeht. Für uns alle ist ein besonderes Spiel. Dabei ist die Historie, dass wir als Club das vierte Mal im Halbfinale stehen, nicht das Entscheidende. Wir wollen dieses Halbfinale gewinnen, das wäre für uns alle etwas ganz großes.“
… die Stimmung im Stadion: „Die Fans tragen uns ein Stück weit. Es ist eine unfassbare Stimmung, die uns natürlich einen enormen Push gibt. In den letzten Spielen hat man das extrem gemerkt, wenn wir dann auch in Führung gegangen sind, was das für eine Welle im Stadion macht. Das ist hilft uns.“
… die Herangehensweise: „Jeder von uns muss an sein Maximum kommen. Wir müssen die Galligkeit und Gier entwickeln, wie in den Runden zuvor. Und dann hoffen wir, dass wir eine weitere Pokalsensation schaffen können, wie wir sie bereits erlebt haben.“
Die komplette Pressekonferenz könnt Ihr auf unserem YouTube-Kanal nachschauen:

