Zu Gast bei den Eisernen

So sieht es aktuell aus: Mit Oliver Burke (Topspeed 36.01 km/h) und Tim Sharke (35,11 km/h) hat Union ordentlich Tempo in der Mannschaft. Mit Ilyas Ansah (4 Saisontore) haben die Köpenicker zudem einen treffsicheren Stürmer. Als das reicht, aktuell für Platz zehn in der Bundesliga. Einziges Manko scheint bisher die Defensive, denn die Mannschaft von Steffen Baumgart kassiert pro Spiel jeweils 1,9 Gegentore.
Kommen und Gehen: Zwischen Arminia und Union gab es in der Vergangenheit einen regen Austausch: Während es Andreas Voglsammer 2021 aus Bielefeld nach Berlin zog, gingen gleich vier Spieler den entgegengesetzten Weg: Marcel Hartel spielte zwischen 2017 und 2019 in der Hauptstadt und ab 2019 für Arminia. Bastian Oczipka war 2021 und 2022 in Berlin und dann eine Saison in Bielefeld. Sören Brandy spielte recht erfolgreich zwischen 2013 und 2017 für Union, um dann zur Arminia zu wechseln. Björn Jopek schließlich wechselte 2015 von Union zur Arminia. Auch Uwe Neuhaus verbrachte sieben Jahre (2007 - 2014) als Trainer bei Union, um dann zwischen 2018 und 2021 unsere Arminia wieder in die erste Bundesliga zurückzuführen.
Face to Face: In den bisherigen 25 Duellen siegte Union neun Mal, Arminia konnte fünf Spiele für sich entscheiden. Die letzten beiden Partien gingen an uns. Dem 1:0 im Februar 2022 folgte am 30. Oktober 2024 in der zweiten Runde des DFB-Pokals ein 2:0. Dringenden Verbesserungsbedarf gibt es aber in der Auswärtsstatistik an der Alten Försterei! Denn dort gab es bislang zwölf Spielen noch keinen einzigen Sieg. Vier Unentschieden, zu mehr hat es bislang nicht gereicht. Der Mittwoch wäre deshalb doch der perfekte Zeitpunkt, den ersten Sieg in Berlin einzufahren. Das erste Duell der beiden Teams liegt übrigens schon über 100 Jahre zurück. Gegen den SC Union Oberschönweide, dem Vorgänger der Unioner aus Berlin, gab es im Mai 1923 das Spiel im Viertelfinale der deutschen Meisterschaft. Das erste Spiel, das in Bochum ausgetragen wurde, endete 0:0 nach Verlängerung. Weil es noch kein Elfmeterschießen gab, wurde in Berlin vor 12 000 Zuschauern wiederholt. Und da setzte sich Union mit 2:1 nach Verlängerung durch.
Zahlen, bitte: Das Wohnzimmer von Union Berlin, die Alte Försterei, hat für 22 012 Zuschauer Platz. Neben 18 395 Stehplätzen gibt es nur 3617 Sitzplätze!
Die Fans sind nicht nur bei unserer Arminia ein großartiges Kapital. Auch bei Union Berlin: Zwischen Juni 2008 und Juli 2009 halfen 2300 Union-Fans aktiv beim Umbau des Stadions mit. Der Stehplatz-Bereich wurde neu überdacht. 2011 wurde die Stadion-Aktie ausgegeben, mit der sich Mitglieder und Sponsoren am Stadion beteiligen können. 2012 und 2013 halfen die Fans auch beim Bau einer neuen Haupttribüne mit.
Seit mittlerweile 31 Spielen hat unsere Arminia in jeder Partie zumindest einen Treffer erzielt. Hoffen wir, dass diese Serie auch am Mittwoch hält.
Fun-Fact am Rande: Regelmäßiger Gast in der Alten Försterei ist Nina Hagen. Die Punk-Ikone nahm 1997 die Vereinshymne „Eisern Union“ auf, die regelmäßig vor den Heimspielen läuft. Für die Stieftochter von Wolf Biermann war Union „nie der Verein der Bonzen. Union war der Verein der Leute – der Arbeiter, der Träumer und der Lauten“. Als Union 2009 in die zweite Bundesliga aufstieg, wurde die Hymne neu abgemischt.
Die Alte Försterei, das Stadion von Union, verdankt ihren Namen dem benachbarten alten Forsthaus, in dem sich aktuell unter anderem die Büros der Vereinsführung befinden.

