Zu Gast "Anne Castroper"

So sieht es aktuell aus: Bochum machte am vergangenen Wochenende kurzen Prozess mit Greuther Fürth. Nach drei Toren in nur 17 Minuten war das Spiel früh entschieden. Also Vorsicht vor einem VfL, der von Beginn an hohes Tempo gehen kann. Tief im Westen folgte am Mittwoch im DFB-Pokal-Achtelfinale allerdings ein 0:2 gegen Pokalfinalgegner VfB Stuttgart. Die Partie findet „Anne Castroper“ statt - Ruhrpott-Slang für das Vonovia Ruhrstadion, weil es ganz einfach an der Castroper Straße liegt.
Face to Face: Wenn es gegen unsere Arminia geht, wird es zwischen beiden Teams oft spät spannend. Das letzte Aufeinandertreffen gab es 2023 in der ersten Runde des DFB-Pokals: Bochum glich in der Nachspielzeit zum 2:2 aus, doch im Elfmeterschießen setzte sich Arminia souverän mit 4:1 durch. Drei Jahre zuvor gewann Bielefeld mit 2:0 gegen den VfL durch ein Tor von Fabian Klos in der dritten Minute der Nachspielzeit. Wer einen langen Atem hat, wurde auch 2019 belohnt. Beim 3:3 in Bochum gelang uns der Ausgleich durch ein Eigentor von Losilla in der 90.+1. Nicht immer fiel das späte Tor allerdings für uns: 2022 entschied ein unglückliches Eigentor von George Bello in letzter Sekunde die Partie zugunsten des VfL.
Insgesamt gewann Arminia in der gemeinsamen Zweitliga-Zeit sieben Spiele, Bochum hingegen fünf.
Kommen und Gehen: Zwischen Bochum und Bielefeld gab es über die Jahre einen regen Austausch. Zahlreiche Spieler trugen erst das VfL-Trikot und später unsere Farben – oder umgekehrt. Darunter Namen wie Christoph Dabrowski, Robert Tesche, Sebastian Hille, Giovanni Federico, Stefan Pater, Andreas Ridder und nicht zuletzt Mamadou „Momo“ Diabang. Er spielte von 2000 bis 2003 erfolgreich für unsere Arminia und anschließend zwei Jahre für den VfL.
Auch Ernst Middendorp hatte ein Bielefelder-Bochumer-Doppelleben: Neben seinen drei Auftritten an der schwarz-weiß-blauen Seitenlinie stand er 1999 auch beim VfL in der Trainer-Verantwortung, wenn auch nur für drei Monate.
Zahlen, bitte: Bochum galt lange als „unabsteigbar“. Obwohl es den VfL irgendwann doch erwischte, beeindruckt seine Bilanz: Zwischen 1993 und 2010 stieg Bochum fünfmal ab und schaffte jedes Mal den direkten Wiederaufstieg. Eine Konstanz im Fahrstuhlmodus, die ihresgleichen sucht.
Kurios ist auch: In der Saison 1994/95 stieg Bochum sogar trotz eines Torverhältnisses von +3 ab, was bis heute absolute Seltenheit ist.
Fun-Fact am Rande: Das Ruhrstadion gilt immer noch als eine der lautesten Arenen im Land. Die geschlossene, steile Betonbauweise sorgt für eine akustische Verstärkung. Musiker nannten es scherzhaft einmal „Deutschlands größte Bassdrum“.
Die bundesweit bekannte Stadionhymne „Bochum“ von Herbert Grönemeyer, die vor jedem Spiel aus den Lautsprechern schallt, war für den Sänger der Beginn seiner großartigen Karriere. Bevor das Lied 1984 herauskam, war Grönemeyer kurz davor seinen Sängerjob aufzugeben. Zu erfolgslos waren zuvor seine musikalischen Versuche. Durch seine Liebeserklärung an seine Stadt gings für ihn aber steil bergauf und der VfL hatte endlich ein wohlklingendes Liedchen vor jedem Heimspiel.

