Yabos Tor als Belohnung

Für die Partie gegen Hertha BSC nahm Cheftrainer Uwe Neuhaus im Vergleich zum Gladbach-Spiel gleich vier Änderungen vor. Fabian Kunze, Jacob Laursen, Reinhold Yabo und Joakim Nilsson rückten in die Startelf – Manuel Prietl (muskuläre Probleme), Andreas Voglsammer und Noel Niemann fielen für das Spiel gegen die Hauptstädter aus.
In Gedenken an den viel zu früh verstorbenen Ulrich "Uli" Büscher gab es im Vorfeld der Partie eine Trauerminute, zudem liefen beide Mannschaften mit einem Trauerflor auf. Um kurz nach 18 Uhr pfiff Schiedsrichter Guido Winkmann die Partie dann an und schnell wurde klar, dass der DSC die drei Punkte unbedingt in der heimischen SchücoArena behalten wollte.
Zweikampfstark, aufmerksam in der Abwehr und immer wieder mit Nadelstichen nach vorne – so präsentierte sich der DSC von Anfang an. Das Einzige, was zu Beginn der ersten Hälfte auf DSC-Seite fehlte, waren die klaren Torchancen.
Im Verlauf der ersten Halbzeit gelang es den Arminen allerdings zunehmend, Akzente in Richtung Tor der Hauptstädter zu setzen. Nach 34 gespielten Minuten wurde es brenzlig für die "Alte Dame": Kapitän Fabian Klos, der nach einem Zuspiel von Cédric Brunner aus rechter Position zehn Meter vor dem Tor völlig freigestanden hatte, kam im Strafraum der Berliner zu Fall. Zuvor hatte der Schweizer Reinhold Yabo auf rechts schlau hinterlaufen und im passenden Moment von "Ray" den Ball bekommen. Schiedsrichter Winkmann zögerte kurz, zeigte dann aber auf den Punkt.
Nach einer Überprüfung per VAR, die insgesamt über vier Minuten dauerte, stand jedoch fest: Kein Elfmeter für den DSC. Weitere Angriffe verliefen auf beiden Seiten im Sand, weshalb es nach der ersten Halbzeit 0:0 stand.
Die zweite Hälfte brachte bereits nach drei gespielten Minuten die erste Chance für die Arminen hervor: Sergio Córdova konnte einen Patzer in der Berliner Abwehr beinahe bestrafen, strauchelte allerdings mit dem Ball am Fuß und traf nur das rechte Außennetz. Unsere Nummer 18 trug in der 54. Spielminute erneut zu einer guten Torchance bei, an seiner Hereingabe von rechts außen rutschte Klos allerdings hauchdünn vorbei. Weitere Chancen folgten, der DSC war richtig gut im Spiel, die Belohnung dafür fehlte aber weiterhin.
In der 64. Spielminute kam es dann allerdings, wie es kommen musste: Einen langen Einwurf von der rechten Seite Brunners konnte Tousart im Berliner Dress nur unzureichend klären – in der Anschlussaktion setzte sich sich Yabo stark gegen Gegenspieler Pekarik durch und konnte aus acht Metern sehenswert zur längst verdienten Führung treffen! Die Berliner protestierten, da Yabo seinen Körper wuchtig eingesetzt hatte, aber dieses Mal sollte der VAR die Entscheidung nicht revidieren – Tooooor für Arminia, Toooor für die Blauen, 1:0 (64.)!
Die Neuhaus-Elf blieb dran und spielte sich in einen kleinen Rausch. Ritsu Doan hätte sich fünf Minuten nach der Führung beinahe für ein sensationelles Solo belohnen können. Gleich mehrere Gegenspieler ließ er auf engstem Raum stehen, zog in typischer Manier von rechts in die Mitte, um dann kurz vor dem Strafraum mit links auf das lange Eck zu schlenzen – der Ball klatschte an den Pfosten. Leider ist das Leben kein Konjunktiv, aber wäre der Ball reingegangen, wäre Ritsu mit diesem Treffer wohl zumindest mal in der Wahl zum Tor der Woche gelandet. Sei es drum! Die Arminen ließen sich auch vom Aluminium-Treffer nicht unterkriegen und ließen Hertha weiterhin kaum zur Entfaltung kommen.
In Minute 83 konnte der eingewechselte Hertha-Stürmer Piatek zum vermeintlichen Ausgleich treffen, doch der Treffer zählte aufgrund eines zuvor erfolgten Handspiels nicht. Bis zu Minute 95 blieben die Arminen gierig, griffig und bissig, kombinierten sich oftmals in vielen Angriffen bis in die gefährliche Zone der Berliner und ließen nicht nach. Um kurz vor 20 Uhr pfiff der Schiedsrichter die Partie dann endlich ab, sodass der DSC an diesem Sonntagabend die so wichtigen drei Punkte in Bielefeld behält.
Unmittelbar nach Abpfiff reckten mehrere Arminen die Hände in die Luft und guckten teilweise auch erschöpft gen Himmel – vielleicht auch mit dem Wissen, dass von dort oben ein gewisser "Uli" Büscher beide Daumen gedrückt hatte!
DSC Arminia Bielefeld:
Ortega Moreno – Brunner, Pieper, Nilsson, Laursen (76. Lucoqui) – Yabo (86. Gebauer), Hartel (90. Maier), Kunze, Doan (90. Soukou) – Klos (C), Córdova (76. Schipplock).
Hertha BSC:
Schwolow – Pekarik (72. Zeefuik), Stark, Alderete, Plattenhardt (46. Ngankam) – Darida (72. Netz), Tousart, Guendouzi – Lukebakio, Córdoba (65. Piatek), Mittelstädt.
Tor:
1:0 (64.) Yabo.
Gelbe Karten:
Laursen/Pekarik

