"Wir wollen die Welle so lange wie möglich weiterreiten"

Isaiah Young: „Das war ein unglaubliches Gefühl, in der Nachspielzeit das entscheidende Tor zu schießen. Ich bin einfach nur glücklich. Und besonders freut es mich, dass meine Familie heute im Stadion war. Die Vorarbeit von Boakye und Kania war richtig stark. Ich habe mir in dem Moment selbst gesagt: 'Isi, bleib ruhig.' Ich wollte eigentlich in die lange Ecke schießen, aber dort stand der Torwart, also habe ich auf den kurzen Pfosten abgeschlossen – und dann war der Ball drin. Das war einer der schönsten Momente meiner bisherigen Karriere. Ich bin sehr dankbar, heute als ‚Spieler des Spiels‘ ausgezeichnet worden zu sein. Das gilt aber der ganzen Mannschaft. Wir haben als Team eine tolle Leistung gezeigt. Wir wussten vorher, dass es ein schweres Spiel wird. Bremen hat gut gespielt, aber heute sind wir verdient weitergekommen.“
Felix Hagmann: „Werder hat es über weite Strecken sehr gut gemacht. Man hat gemerkt, dass sie Bundesligisten sind. Trotzdem haben wir die Null bis zur Pause gehalten. Wir wussten, dass wir in der zweiten Halbzeit über unsere Kondition und Power kommen können – und genauso ist es dann auch passiert. Die Gelb-Rote Karte gegen Bremen hat uns vieles vereinfacht. Dadurch hatten wir mehr Ruhe im Ballbesitz und konnten das Spiel besser kontrollieren. Aber wir haben uns den Sieg auch hart erarbeitet. Wir waren sehr stark in den Zweikämpfen. Die Vorarbeit von Jule war überragend, Isi hatte dann die Zeit, den Ball gut anzunehmen und hat ihn reingemacht. Aber was uns heute ausgezeichnet hat: Wir sind ruhig geblieben, haben weiter Tempo gemacht und uns den Sieg letztendlich verdient.“
Kapitän Mael Corboz: „Werder hat heute ein gutes Spiel gemacht. Sie waren von Beginn an bereit und wollten uns schlagen. Wir selbst haben in der ersten Halbzeit nicht zu unserem Spiel gefunden. Wir haben zu viele Bälle in der Offensive verloren. In der zweiten Hälfte wollten wir das klar besser machen. Die Gelb-Rote Karte hat uns auf jeden Fall geholfen. Dann mussten wir geduldig bleiben. Das ist uns auch nicht immer optimal gelungen. Trotzdem haben wir es geschafft, in Überzahl immer wieder Präsenz vorne zu zeigen. Am Ende fällt dann das Tor – ein ganz wichtiger Treffer von Isi, über den ich mich sehr für ihn freue. Zum Glück mussten wir nicht in die Verlängerung. Unsere Mentalität hat heute wieder den Unterschied gemacht. Wir waren der Underdog, aber wir wissen, was wir können. Wir warten jetzt die kommenden Spiele ab. Dresden wird nächste Woche kein einfacher Gegner. Wir bleiben bodenständig und wir versuchen die Welle so lange wie möglich weiterzureiten. Ich bin sehr stolz, weiterhin für Arminia Bielefeld zu spielen. Vor ein paar Jahren hätte ich mir nicht vorstellen können, hier Kapitän in der 2. Liga zu sein. Ich fühle mich sehr wohl in Bielefeld.“
Cheftrainer Mitch Kniat: „Wir sind gut in die Partie reingekommen, mussten nach 15 Minuten aber viel hinterherlaufen und haben einige Chancen zugelassen. Werder hat es dann sehr gut gemacht und wir sind froh über das Unentschieden zur Halbzeit gewesen. Im zweiten Durchgang hatten wir mehr Zugriff, wir wollten mutiger auftreten und hatten auch bessere Angriffe. Nach der Gelb-Roten-Karte muss ich meiner Mannschaft ein Riesenlob aussprechen. Sie haben es geduldig zu Ende gespielt und auf die eine Chance gelauert. Die kam auch und wir haben sie genutzt. Mich freut es auch sehr für Isi Young, dass er dieses Tor gemacht hat. Er gibt immer alles im Training, kommt manchmal nicht zum Einsatz, bleibt trotzdem ruhig, ist ein Teamplayer und belohnt sich heute mit diesem Tor.“

