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"Wir wollen die Tradition des Vereins leben"

In einem besonderen Ambiente hat sich am Montag im Spiegelzelt im Ravensberger Park ein außergewöhnlicher Abend entwickelt. Zur Buchpräsentation „Arminias Legenden“ gaben sich zahlreiche DSC-Ehemalige die Klinke in die Hand und sorgten mit unterhaltsamen Anekdoten für einen kurzweiligen Abend. Die Arminia-Geschäftsführer Michael Mutzel und Christoph Wortmann sowie Cheftrainer Mitch Kniat standen dabei für die Gegenwart von Arminia Bielefeld.

„Es war immer mein Wunsch, dass wir die Tradition des Vereins leben und nicht nur darüber reden. Ich freue mich heute wie ein Keks.“ Mit diesen Worten eröffnete DSC-Ehrenpräsident Hans-Jürgen Laufer den Abend im Spiegelzelt im Ravensberger Park. Der Grund der Zusammenkunft? Die Vorstellung des Sammelwerks „Arminias Legenden“, das in Zusammenarbeit mit der Neuen Westfälischen – mit besonderer Initiative von Fotograf Wolfgang Rudolf und Redakteur Jörg Fritz – entstanden ist und vor Kurzem veröffentlicht wurde. Das Buch ist neben unseres Clubmuseums MAFA ein weiteres Puzzlestück, um die Geschichte von Arminia Bielefeld greifbar und erlebbar zu machen.

In zwei Mal 45 Minuten führte 11Freunde-Chefredakteur Philipp Köster durch den Abend und begrüßte u.a. Ewald Lienen, Christian Sackewitz, Wolfgang Pohl, Helmut Schröder, Wolfang Kneib und Jörg Bode sowie „König“ Artur Wichniarek, Stefan Krämer, Manuel Hornig, Mathias Hain und Fatmir Vata auf der Bühne. Aber auch viele weitere ehemalige Spieler und Funktionäre sowie aktuelle Schwarz-Weiß-Blaue, langjährige Wegbegleiter und Fans verwandelten den Abend zu einem riesigen Klassentreffen. „Die Karten waren innerhalb kürzester Zeit weg. Es ist ein Zeichen, dass der Verein die Tradition braucht. Ich freue mich riesig, dass Spieler, die ich selbst damals auf der Tribüne angefeuert habe, heute da sind. Mir geht richtig das Herz auf, das kann ich gar nicht beschreiben“, beschreibt Laufer seine Eindrücke vor den rund 300 Gästen.

In einer launigen Runde gaben die Protagonisten einige Geschichten zum Besten. Dabei stellte vor allem Ewald Lienen heraus, dass er nicht nur gute Erinnerungen an die 70er Jahre hat: „Damals hat ein Menschenleben auf dem Fußballplatz nicht viel gezählt. Das war abenteuerlich. Solange ein Ball in der Nähe war, hat es die Schiris nicht weiter interessiert.“ Den Bundesliga-Abstieg 1979 machte Christian Sackewitz am historischen 4:0-Auswärtssieg bei den Bayern fest: „Wir haben danach noch kaum noch gepunktet, vor allem in den Heimspielen nicht, die eigentlich unsere Stärke waren. Für mich war dieses Spiel maßgeblich, dass wir abgestiegen sind.“ Den vorherigen Aufstieg in die Bundesliga im Jahr zuvor hob Sackewitz aber als eines der schönsten Erlebnisse überhaupt hervor: „40.000 Menschen auf dem Rathausplatz, was sollte da noch kommen?“

Über seinen holprigen Arminia-Start wusste „König Artur“ zu berichten: „Nach einem halben Jahr hat Hermann Gerland zum meinem Berater gesagt, dass ich nach der Sommerpause nicht wiederkommen bräuchte, da der Zeugwart näher an der Startelf sei als ich.“ Dass sich sein Wiederkommen doch gelohnt und er eine zweite Chance verdient hatte, belegen die Zahlen, denn in 216 Pflichtspielen schoss der gebürtige Pole überragende 88 Tore für den DSC. Für Aufstiegstrainer Stefan Krämer war der Nicht-Abstieg aus der 3. Liga im Jahr 2012 sein persönlich größter Erfolg – noch vor dem Aufstieg im Folgejahr. „Ich bin mir nicht sicher, ob Arminia bei einem Abstieg so noch existieren würde.“

Dass Mathias Hain seinen Weg nach Bielefeld nur durch die eigene Auswechslung von Goran Ćurko im Spiel gegen Mannheim (0:0, 20. Oktober 2000) fand, sorgte für Schmunzeln im Publikum: „Ohne Arminia Bielefeld hätte ich nie Bundesliga gespielt. Ich habe der Stadt und dem Verein eine Menge zu verdanken“, verrät der langjährige Schlussmann. Und mit Blick auf die aktuelle Situation der Drittligamannschaft sagt er unter zustimmenden Beifall der Anwesenden: „Was den Fußball ausmacht, sind neben Athletik, Talent und Technik auch ein gutes Konzept eines Vereines und eines Trainers. Und ich glaube, aus der Ferne betrachtet, dass der Verein auf einem guten Weg ist. Und sie sind durchaus in der Lage, auch in diese Saison noch Erfolge zu feiern, an die wir jetzt vielleicht noch gar nicht glauben.“ 


Wer einen Blick in die Printausgabe „Arminias Legenden“ wagen und in Erinnerungen schwelgen möchte, kann das Buch im Online-Fanladen für 19,05 Euro erwerben. Auf 120 Seiten gibt es dort die geballte Ladung Arminia-Geschichte und Legenden-Erzählungen. 

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