„Wir sind mit unseren Aufgaben gewachsen“

Am Samstag geht‘s direkt mit einem wichtigen Heimspiel in den 30. Spieltag. Wie wichtig ist es, gegen Nürnberg die richtige Reaktion zu zeigen?
„Sehr wichtig. Wir sind jetzt im Endspurt der Saison und brauchen die Punkte. Am Ende ist jedes Spiel wichtig, egal wie das vorherige gelaufen ist. Aber gerade jetzt müssen wir für die letzten Wochen in einen Flow kommen. Uns steht ein wichtiges Heimspiel bevor, in dem wir voll auf Sieg spielen müssen.“
Die Mannschaft von Miroslav Klose ist sehr strukturiert mit klaren Abläufen. Worauf wird es aus deiner Sicht ankommen, um am Samstag zu punkten?
„Wir müssen unser Spiel durchbringen und uns nicht zu sehr vom Gegner beeinflussen lassen. Es kommt darauf an, unsere Abläufe und unsere Art auf den Platz zu bringen, um Nürnberg in unserem Stadion bestmöglich zu kontrollieren. Wir müssen mit Power, Intensität und auch mit Spaß am Fußball ins Spiel gehen.“
Nürnberg tut sich auswärts oft schwer. Wie wichtig kann gerade zuhause mit unseren Fans im Rücken der entscheidende Faktor sein?
„Sehr wichtig. In den letzten Spielen hat man gesehen, dass wir zuhause mit dem Rückhalt der Fans und der Stimmung gute Auftritte gezeigt haben. In unserem Stadion können wir vielleicht nochmal ein paar Prozent extra auf den Platz bringen. Das müssen wir für uns nutzen.“

Als einer unserer Führungsspieler übernimmst du auf und neben dem Platz viel Verantwortung. Wie würdest du deine Rolle in der Mannschaft beschreiben?
„Alle wissen, dass ich keine laute Person bin. Aber wenn ich mich einbringe, hat das meistens einen Grund. Ich möchte keine voreiligen Schlüsse ziehen, aber wenn ich das Gefühl habe, dass wir etwas ändern müssen, spreche ich das in der Mannschaft an. Das wird dann meistens auch gut angenommen. Gleichzeitig bin ich für die Jungs jederzeit ein Ansprechpartner.“
Du hast mittlerweile über 100 Spiele für Arminia absolviert und schon viel mit dem Verein erlebt. Was bedeutet Arminia für dich?
„Fußballerisch ist Arminia für mich die Station, bei der ich die meisten Spiele gemacht, die längste Zeit verbracht und am meisten erlebt habe. Ich bin immer noch überglücklich, dass ich mich damals für diesen Schritt entschieden habe. In den vergangenen drei Jahren haben wir sehr viel erlebt. Die Mannschaft und ich sind mit vielen Aufgaben gewachsen. Ich bin stolz, Teil dieser Entwicklung zu sein.“
Du bist ein wichtiger Bestandteil unserer Defensive. Wie bewertest du unsere Saison bisher?
„Wenn man es neutral betrachtet, hatten wir als Aufsteiger Phasen, in denen wir richtig gut waren, aber auch Phasen in denen manche Dinge nicht passten, was, glaube ich, ganz normal ist. Viele Spieler, mich eingeschlossen, spielen ihre erste Zweitliga-Saison und bringen noch nicht die Erfahrung mit, die andere Vereine vielleicht haben. Trotzdem sieht man, dass jeder einzelne die Qualität hat, in dieser Liga zu bestehen. Wenn wir auf dem Platz stehen, geben wir immer unser Bestes. Die zweite Liga bringt jetzt andere Aufgaben mit sich als die Dritte, aber ich habe keine Zweifel daran, dass wir hier hingehören. Das sehe ich täglich im Training und daran arbeiten wir alle sehr hart.“

Wie würdest du dich selbst beschreiben?
„Ruhig, reflektiert und diszipliniert. Ich glaube, das trifft es ganz gut.“
Im Sommer erwartest du mit deiner Frau erstmalig Nachwuchs. Was bedeutet dir dieser neue Lebensabschnitt und was glaubst du, wird sich für dich verändern?
„Das bedeutet mir natürlich sehr viel. Wir freuen uns riesig auf unser Kind. Es wird sich sicher einiges verändern. Man setzt andere Prioritäten und muss auch im Alltag neue Wege finden. Es wird viel Neues auf uns zukommen, aber ich werde von den Vätern in der Mannschaft mit kleinen Kindern schon ganz gut vorbereitet. Die sagen mir immer, ich soll die ruhigen Nächte jetzt noch genießen. Ich bin gespannt, ob sie recht behalten. Bei uns ist einfach pure Vorfreude da, dass es im Sommer so weit ist.“
Als gebürtiger Münchener bist du relativ weit weg von „dahoam“. Wie viel bedeutet dir deine Heimat und findest du noch die Zeit, deine Familie zu besuchen?
„Meine Heimat bedeutet mir sehr viel, die Stadt, meine Freunde und meine Familie, die fast alle noch dort leben. Leider ergibt sich nicht so oft die Möglichkeit, nach München zu fahren, weil der Weg einfach weit ist. Länderspielpausen bieten sich dafür ganz gut an. Gerade im Sommer werden wir wahrscheinlich etwas länger zuhause sein. Das genieße ich dann schon sehr.“

Was vermisst du aus München am meisten?
„Natürlich in erster Linie meine Freunde und meine Familie. Und von der Umgebung fehlen mir hier schon die Berge und ein paar schöne Seen. Da gibt es hier leider nicht so viele.“
Womit bekommst du den Kopf am besten frei abseits des Platzes?
„Beim Spazierengehen mit meinem Hund, einem Toypudel, bekomme ich immer gut den Kopf frei. Ansonsten gehe ich auch gerne golfen.“
Gibt es abschließend etwas, das du unseren Fans mitgeben möchtest?
„In den letzten drei Heimspielen müssen wir alles dafür tun, den Klassenerhalt zu schaffen. Beim Heimspiel gegen Darmstadt waren die Lautstärke und der Support im Stadion für mich einer der Schlüssel zum Erfolg. Wenn wir diese Energie von den Rängen und auf dem Platz wieder gemeinsam erzeugen, dann ist es zuhause sehr schwer, uns zu schlagen. Dann habe ich keine Zweifel daran, dass wir die Saison gemeinsam positiv beenden können. Wir kennen diese Drucksituationen aus den vergangenen Jahren und es gehört auch zu unserer gesamten Entwicklung. Wir haben in diesen Momenten noch enger zusammengestanden als sonst. Diesen Zusammenhalt müssen wir uns beibehalten und positiv nach vorne blicken!

