Profis

Viel zu erzählen

Hannover 96 blickt als einer der ältesten deutschen Profi-Fußballvereine auf eine äußerst bewegte Historie zurück. Da wundert es kaum, dass unser kommende Gegner seit 2013 als erster Profiverein überhaupt einen hauptamtlichen Archivar hat und auch dieser Tage einmal mehr viel los ist.

Weit mehr als 100.000 Einzelobjekte gehören dem Archiv von Hannover 96 an, dass damit zweifelsfrei zu einem der umfangreichsten im deutschen Profifußball gehört. Die Fachbibliothek, die mit viel Liebe und einem eigens dafür angestellten Archivar gepflegt wird, umfasst nicht weniger als 600 Titel. Zu den alten Schätzchen des Hannoveraner Archivs gehören u.a. uralte Vorstandsprotokolle, gut aufbewahrte Stadionzeitungen aus alten Zeiten und etliche Pokale und Trophäen, die Hannover in seiner gut 126-jährigen Vereinsgeschichte gewann.

In dieser Spielzeit gewann 96 unter dem neuen Cheftrainer Stefan Leitl, der vor der Saison von Greuther Fürth gekommen war,  fünf Spiele und steht mit aktuell 17 Punkten auf Platz sieben der Tabelle. Nachdem es zu Beginn der Saison etwas haperte, holte der Club aus der niedersächsischen Landeshauptstadt zwischen Spieltag vier und neun in sechs Spielen starke 16 Punkte – zuletzt setzte es allerdings zwei knappe Niederlagen gegen den HSV (1:2) sowie Heidenheim (1:2), sodass die zwischenzeitlich entfachte Euphorie einen klitzekleinen Dämpfer erhielt. Nichtsdestotrotz ist mit Hannover in dieser Spielzeit zu rechnen – mit Spielern wie Maximilian Beier, Sebastian Kerk, Havard Nielsen, Phil Neumann, Ron-Robert Zieler oder Sei Muroya sind die 96er gut aufgestellt und haben eine starke Tiefe in ihrem Kader.

Aktuell herrscht rund um die Heinz-von-Heiden-Arena abseits des Sports allerdings ordentlich Unruhe. Zwischen 96-Profifußball-Geschäftsführer Martin Kind und dem Verein ist ein Streit entfacht, in welchen sich mittlerweile sogar die DFL eingemischt hat. Kurz zusammengefasst geht es um die 50+1-Regel. Der Geschäftsführer der Hannover 96 Management GmbH Kind war im Juli vom Stammverein abberufen worden, konnte sich vor Gericht dann allerdings wenige Wochen später wieder in sein Amt zurückklagen. Nun stellt sich für viele Außenstehende die Frage, ob die 50+1-Regel in Hannover noch eingehalten wird, da Kind vor Gericht gewinnen konnte und somit gegen den Willen des e.V. im Amt bleibt.

Das alles wird am Samstag ab 20:30 Uhr aber vorerst keine Rolle spielen. Dann steht einmal mehr der Sport im Vordergrund. Und bestimmt gibt es auch nach dem Spiel wieder eine Menge zu erzählen. Eben so, wie es bei Hannover üblich ist. Und bei uns ja sowieso.  

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