Unbeschreiblich schön!

Trainer Uwe Neuhaus hatte im Vergleich zum Heimsieg gegen Kiel (2:1) seine Startformation auf einer Position verändert: Manuel Prietl kehrte nach abgelaufener Gelb-Sperre zurück, Tom Schütz (Wade) fehlte verletzt. Ebenfalls nicht im Kader war Cebio Soukou (Magen-Darm-Probleme).
Der Bundesliga-Absteiger, erstmals aufgestellt von Interimstrainer und Club-Legende Marek Mintal, startete hochmotiviert, während der DSC Arminia in den ersten Minuten mit dem Schwung der Hausherren ordentlich zu kämpfen hatte.
Nach sechs Minuten zischte die erste Arminia-Flanke von Fabian Klos in den Nürnberger Strafraum, doch Reinhold Yabo kam nicht heran. Danach war der DSC griffiger in der Partie.
Die Belohnung folgte prompt: nach einer starken Yabo-Aktion wurde dessen abgefälschter Schuss von Florian Hartherz flach und scharf in den FCN-Fünfer torpediert, dort versenkte Linksaußen Jonathan Clauss aus wenigen Metern zur 1:0-Führung (10.).
Und unsere Mannschaft legte sofort nach: klasse Vorarbeit von Cedric Brunner, der den Ball in den Rücken der Franken-Abwehr legte, wo Andreas Voglsammer das Gerät erst technisch sicher annahm und dann ebenso präzise versenkte: 2:0 (13.). Was für ein Auftakt für den DSC Arminia!
Doch der schwarz-weiß-blaue Wahnsinn nahm gar kein Ende. Geniale Hereingabe von Hartherz auf Klos, der im Schatten seines Gegenspielers lauerte und freistehend vor FCN-Keeper Benedikt Willert eiskalt vollstreckte: 3:0 (15.). Die verrückteste Anfangsviertelstunde der Saison! Und aus dem feurigen Max-Morlock-Stadion der ersten Minuten war eine schwarz-weiß-blaue Eiswüste geworden – allein die Arminia-Fans waren zu hören.
Der DSC wählte auch mit der deutlichen Führung im Rücken das richtige Mittel, griff weiter an, attackierte den FCN früh und zeigte so auf, dass es weiterhin sehr schwer sein würde, Arminia in Bedrängnis zu bringen.
Die Hausherren beschränkten sich jetzt größtenteils auf eine kompakte Defensive, die wenigen Konteransätze verpufften schnell in der sattelfesten Abwehr mit Amos Pieper und Joakim Nilsson. Der FCN war bemüht, blieb aber harmlos – und die Neuhaus-Elf ging mit dem 3:0 in die Pause.
Zum zweiten Durchgang musste der DSC Arminia verletzungsbedingt wechseln: der angeschlagene Nilsson blieb in den Katakomben, für ihn verteidigte fortan Stephan Salger, der eine fehlerfreie Vorstellung bieten sollte.
Der Club zeigte sich nach Wiederanpfiff erneut engagiert und bemüht, während Arminia wieder etwas Probleme hatte, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Doch Nürnberg schaffte es lange Zeit nicht, ernsthaft gefährlich zu werden. Hanno Behrens‘ Kopfball aus guter Position flog mehrere Meter über den DSC-Kasten (51.).
Arminia war in dieser Phase insgesamt zu passiv und überließ den Gastgebern das Geschehen. Das wurde klassisch bestraft: Ecke, Kopfball, Tor. Der FCN verkürzte durch Asger Sörensen auf 1:3 (59.).
Doch die Antwort, die der DSC sofort parat hatte, war genial. Anstoß, langer Ball von Keeper Stefan Ortega Moreno, Kopfballverlängerung von Voglsammer – und Kapitän Klos donnerte die Kugel zum 4:1 (60.) in die Maschen – da lief die Torhymne der Clubberer noch…
Gegen die eiskalte Effizienz des DSC Arminia war an diesem Tag einfach kein Kraut gewachsen. Denn auch der nächste Bielefelder Schuss war ein Treffer: Kraftpaket Voglsammer war auf dem linken Flügel nicht vom Ball zu trennen und servierte eine herrliche Flanke, die der fleißige Yabo per Torpedo-Kopfball zum 5:1-Endstand versenkte (73.).

