Schroers und Felix über ihre ersten Eindrücke

„Ich bin absolut positiv überrascht, wie mich die Jungs hier aufgenommen haben. Das gibt mir ein gutes Gefühl, dass diese Mannschaft schon in der vergangenen Saison einen guten Teamgeist hatte. Der Einstieg wurde uns Neuen von allen, das gilt auch für alle rund um die Mannschaft, extrem leicht gemacht“, erzählt Mika Schroers. Der offensive Außenspieler stand zuletzt bei Borussia Mönchengladbach II in der Regionalliga West unter Vertrag. Der 22-Jährige wurde im NLZ der Gladbacher ausgebildet. In der vergangenen Saison schoss er neun Tore und verbuchte sieben Assits.
Schroers gab aus voller Überzeugung seine Zusage für Arminia Bielefeld. Dafür Ausschlag gebend: Die Gespräche mit Michael Mutzel und Mitch Kniat. „Sie haben mir einen klaren Weg aufgezeigt. Ich konnte schon in der vergangenen Saison verfolgen, wie Arminia sich in der Rückrunde entwickelt hat. Das Westfalenpokal-Finale gegen Verl habe ich komplett gesehen, weil wir zu diesem Zeitpunkt schon intensiven Kontakt hatten. Die Stimmung kam auch vor dem Fernsehen rüber. Ich freue mich, jetzt Teil dieses Teams zu sein und mit den Jungs eine intensive Vorbereitung zu bestreiten. Der Kontakt untereinander ist super. Weil André Becker als Neuzugang auch in den ersten Tagen im Hotel wohnte, hatte er sich sofort meine Nummer besorgt und wir haben uns am ersten Abend direkt zum Essen verabredet. Das war eine starke Idee“, sagt Mika Schroers.
Auch für Joel Felix, der am vergangenen Donnerstag aus Dänemark nach Bielefeld reiste, sind die ersten Tage und Einheiten an der Friedrich-Hagemann-Straße ein Eintauchen in eine bislang unbekannte Welt. „Da ich bislang nur sehr wenig Deutsch verstehe, ist jeder bemüht, für mich zu übersetzen und mit mir Englisch zu sprechen. Einen Kontakt zu einer Deutschlehrerin habe ich aber schon. Die Sprache ist für mich sehr wichtig“, berichtet der Innenverteidiger, der vom dänischen Pokalsieger Silkeborg IF nach Ostwestfalen wechselte.
Er hat den Rückrunden-Verlauf der Arminia genau verfolgt: „Sie hatten große Herausforderungen zu überstehen. Das hat sie wachsen lassen, weil sie diese besonderen Situationen gemeistert haben“, so Joel Felix. Vor dem Training am Dienstag besichtigte die Mannschaft mit Trainerteam und Staff die neue Mannschaftskabine im fast fertig gestellten Sport- und Leistungszentrum an der FHS. „Sehr beeindruckend. Wir werden wirklich Top-Bedingungen haben. Auch daran merkt man, dass Arminia Bielefeld in Deutschland ein großer Traditionsverein ist. Ich bin glücklich, jetzt hier zu sein und mit dem Team fokussiert arbeiten zu können“, erläutert der 26 Jahre alte Innenverteidiger. Der 1,90 Meter große Felix besitzt neben der dänischen Staatsbürgerschaft übrigens auch die Staatsbürgerschaft von St. Lucia. Mit Silkeborg IF spielte Joel Felix in der Saison 2022/23 in der Gruppenphase der UEFA Conference League gegen RSC Anderlecht, West Ham United und FCSB Bukarest in allen sechs Begegnungen über die vollen 90 Minuten.
Für Joel Felix und Mika Schroers ist das anstehenden EM-Achtelfinale zwischen Deutschland und Dänemark eine Begegnung mit ganz persönlichen Aspekten. Vor dem Duell am Samstagabend um 21:00 Uhr in Dortmund ist der Däne Joel Felix, der jetzt nach Deutschland gewechselt ist, noch mit ehemaligen Mannschaftskollegen in Kontakt. „Mit Jonas Wind vom VfL Wolfsburg und Morten Hjulmand habe ich in der Jugend beim FC Kopenhagen gespielt. Wir schreiben uns immer mal wieder. Ich glaube, dass Dänemark als Underdog eine Chance gegen Deutschland hat. Weil sie so klarer Favorit sind, erhöht das auch den Druck auf die Deutschen. Dänemark traue ich zu, gegen einen sehr starken Gegner über sich hinaus zu wachsen. Ich tippe auf ein knappes 1:0 für Dänemark.“
Mit einem Stadionbesuch wird es wahrscheinlich nicht klappen. Auch wenn es zeitlich im Anschluss an unser erstes Testspiel am Samstag, 29. Juni 2024, 15:30 Uhr, gegen den Oberligisten ASC Dortmund noch möglich wäre, pünktlich nach Dortmund zu kommen. „Es ist wirklich schwierig, noch eine Karte zu kriegen“, lächelt unsere neue Nummer 3. „Aber Mika probiert alles.“
Und Mika Schroers hat sogar verwandtschaftliche Beziehungen in die dänische Nationalmannschaft. „Jannik Vestergaard ist mein Cousin. Seine Mutter ist die Schwester meines Vaters. Wir haben regelmäßig Kontakt. Ich habe meinen Kartenwunsch sofort am Mittwoch bei ihm hinterlegt“, berichtet Schroers über den ehemaligen Bundesligaprofi von Hoffenheim, Werder Bremen und Mönchengladbach, der inzwischen bei Leicester City unter Vertrag steht. Er selbst sah vor einer Woche das Gruppenspiel der Dänen gegen England live im Stadion und erwartet ein enges Spiel: „Dänemark hat es in der Gruppenphase gut gemacht. Für Deutschland wird das kein Selbstläufer. Ich gucke natürlich besonders auf Jannik. Es wird auf jeden Fall ein besonderer Samstag: Abends ein super interessantes EM-Spiel und vorher am Nachmittag mein erstes Spiel im Arminia-Trikot.“

