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Schock sorgt für Freude

Am 28. Spieltach der Saison 1980/1981 empfangen wir den VfB Stuttgart. Wir liegen zu diesem Zeitpunkt der Saison auf dem letzten Tabellenplatz, die Stuttgarter reisen mit breiter Brust an, stehen sie vor dem Spiel doch auf Platz drei. Was dann folgt, liefert Stoff für unseren Traditionsschnack.

An einem wunderschönen Samstagnachmittag empfangen wir Mitte April den VfB Stuttgart vor 26.000 Zuschauern auf der Bielefelder Alm. „Eine prächtige Kulisse für ein eher mäßiges Spiel“, heißt es in der TV-Übertragung der Partie und fasst gut zusammen, was sich während der 90 Minuten auf dem Platz abspielt. Manndeckung, entschleunigte Ballstafetten und lange Bälle sind probate und zu dieser Zeit keinesfalls verpönte Mittel. Die Bundesliga ist in dieser Saison mit zehn NRW-Teams vertreten. Es sind „andere Zeiten“.

Das Spiel zwischen dem Tabellenletzten und dem Tabellendritten ist von Anfang an von Taktik geprägt, keine der beiden Teams wagt zu hohes Risiko – während die Stuttgarter versuchen, das Tempo der Partie etwas zu drosseln und mit Kontern die Schnelligkeit der beiden Stürmer Karl Allgöwer und Harald Beck auszunutzen, ist der DSC von Trainer Horst Franz darum bemüht, mit den Fans im Rücken lange die Null zu halten und für eine Überraschung zu sorgen.

Die größte Chance des ersten Abschnitts gehört dem DSC – Norbert Eilenfeldt taucht kurz vor der Pause frei vor VfB-Torwart Uwe Greiner auf und zwingt diesen zu einer starken Parade. Der Abpraller landet bei Stuttgarts Abwehrspieler Bernd Förster, der schnell reagiert und den Ball mit dem Fuß zu seinem Torwart zurückspielt. Der nimmt den Ball dankend auf. Zu dieser Zeit ist der Rückpass noch erlaubt. Mit dem 0:0 geht es in die Pause.

Auch der zweite Abschnitt ist von – gelinde gesagt – eher  mäßigem Unterhaltungswert. Dann allerdings folgt die 77. Minute. Nach einem Stuttgarter Klärungsversuch gibt’s Ecke für den DSC, eine Angelegenheit für Volker Graul. Dessen Hereingabe findet – vor dem heutigen Block B auf der Nordseite – den Kopf von Gerd-Volker Schock, der dem herausstürzenden Greiner im VfB-Tor aus kurzer Distanz keine Chance lässt. 1:0, die „Alm“ kocht!

In den letzten Minuten schallt es „Bielefeld, Bielefeld“ durch das Stadionrund und als Schiedsrichter Werner Föckler aus Bad Dürkheim die Partie nach 93 intensiven Minuten abpfeift, ist der schwarz-weiß-blaue Jubel riesengroß. Zwar bleibt der DSC vorerst Tabellenletzter, holt sich durch den Sieg aber Selbstvertrauen für die restlichen Saisonspiele. Durch drei Siege am Stück zwischen Spieltach 30 und 32 schafft Arminia den zwischenzeitlich nicht mehr für möglich gehaltenen Klassenerhalt. Damals wie heute gilt noch immer: Am Ende kackt die Ente.


DSC Arminia Bielefeld:
Kneib – Krobbach, (63. Graul), Bregmann, Pohl, Dronia – Geils, Schnier (75. Angele), Schröder, Eilenfeldt – Sackewitz, Schock.

VfB Stuttgart:
Greiner – Schäfer, Szatmari, Förster – Hadewicz, Hattenberger (62. Kohnle), Ohlicher, Müller, Kelsch – Allgöwer, Beck (73. Tüfekçi).

Tor:
1:0 (77.) Schock.

Gelbe Karten:
Pohl/Beck, Kelsch.

Zuschauer:
26.000


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