Per Faxgerät zum Schlachtruf

“U.N.V.E.U” – die Abkürzung steht für den legendären Spruch “Und niemals vergessen: Eisern Union”, der bei Spielen der “Eisernen” in der Alten Försterei immer wieder durch das Rund hallt. Der Ursprung dieses kultigen Spruches ist auf Malta zu finden. Dort machte ein Union-Fan Anfang der 1990er-Jahre seinen Urlaub, wollte in dieser Zeit aber partout nicht auf Nachrichten seines Lieblingsvereins verzichten. Also beauftragte er einen Freund, der genau wie er einst Tastfunker war, ihn per Fax über alle Neuigkeiten rund um Union zu informieren. Am Ende des ersten Faxes, das eines Morgens im Faxgerät des Hotels eintrudelte, standen die fünf oben genannten Buchstaben – gefolgt von einem Pressespiegel mit allen wichtigen Infos, die den Hauptstadtklub betrafen. Der Aufruf “U.N.V.E.U” verbreitete sich zunächst im kleineren Kreise, schwappte irgendwann ins Stadion und landete schlussendlich im Internet, wo er sich etablierte.
Etablieren möchte sich der 1. FC Union Berlin auch, und zwar unter den besten 15 Klubs in Deutschland. Dies hätte zur Folge, dass man dauerhaft in der Bundesliga spielen würde. Nachdem Union im Sommer 2019 als 56. Verein erstmals in die höchste deutsche Spielklasse aufstieg und im vergangenen Sommer souverän die Klasse hielt, läuft es auch dieses Jahr mehr als passabel für die Elf von Cheftrainer Urs Fischer. Mit neun Punkten aus den ersten sechs Spielen bei lediglich einer Niederlage rangiert Union derzeit auf Platz acht der Tabelle.
Gerade am vergangenen Montag zeigten die Unioner beim Gastspiel in Sinsheim eine reife Leistung und besiegten die TSG Hoffenheim mit 3:1 – Sommer-Neuzugang Max Kruse führte sein Team mit einem Tor sowie zwei Vorlagen zu den drei Punkten und ist ganz nebenbei auf der Jagd nach einem Rekord. Kruse verwandelte beim Auswärtssieg den 15. Bundesliga-Elfmeter seiner Karriere – bei 15 Versuchen. Verwandelt er auch den nächsten Strafstoß, zöge Kruse mit Hans-Joachim Abel (ehemals VfL Bochum) gleich, der sich in den 80ern vom Punkt ebenfalls äußerst sicher zeigte.
Damit darf Max Kruse aus Arminia-Sicht aber natürlich gerne noch etwas warten. Schließlich ist der DSC bemüht, nach vier punktlosen Spielen in Folge wieder Zählbares einzufahren. Von Niederlagen hat man ja bekanntlich irgendwann die Faxen dicke.

