Mut zur Veränderung

Er ist bereits der sechste Berliner Trainer in den vergangenen zwei Jahren: Tayfun Korkut, ehemaliger Übungsleiter vom 1. FC Kaiserslautern, von Hannover 96 oder auch Bayer Leverkusen feierte am vergangenen Sonntag sein Debüt an der Seitenlinie von Hertha BSC. Beim 2:2-Unentschieden der „Alten Dame“ gegen seinen Heimatverein aus Stuttgart sorgte vor allem die zweite Halbzeit für Optimismus bei den Verantwortlichen der Hauptstädter.
Seit dem Einstieg des Unternehmers Lars Windhorst bei der Hertha liegen turbulente Zeiten hinter dem Hauptstadtclub: Nachdem über vier Jahre hinweg der Ungar Pal Dardai das Zepter in der Hauptstadt geschwungen hatte, ersetzte die Vereinsführung diesen durch den Ante Covic, der zuvor in der Jugendabteilung der Hertha gearbeitet hatte. Keine zwei ereignisreiche Jahre später hat die Hertha nun Trainer Nummer sechs an der Seitenlinie stehen, der aus dem Potential der Spieler mehr herausholen soll als seine Vorgänger.
Diese erhoffte Leistungsfähigkeit lässt sich vor allem an den Rekordausgaben des Vereins seit dem Einstieg des gebürtigen Ostwestfalen Windhorst ablesen: Knapp 167 Millionen Euro gaben die Herthaner innerhalb der vergangenen drei Transferphasen für neue Spieler aus. Nun hoffen die Berliner Verantwortlichen, im nächsten Anlauf die gewünschte Veränderung und den nächsten Schritt zu machen.
Über den kurz- und mittelfristigen Erfolg hinaus möchte die Hertha aber auch langfristige Strukturen zukunftsfähig gestalten: Nachdem sich in den vergangenen Jahren immer wieder Unmut in der Fanszene über die eigene Heimspielstätte breitgemacht hatte, plant die Vereinsführung seit einiger Zeit den Bau eines neuen, eigenen Stadions. Das berühmte und wunderschöne Olympiastadion ist im Besitz der Stadt/des Landes Berlin.
Die neue Heimspielstätte soll zwar über eine verringerte Kapazität verfügen, mit 55.000 Zuschauern erscheint dies dem Verein allerdings angemessener als das schöne, aber zugleich riesige und manchmal leer wirkende Olympiastadion. Durch eine größere Nähe der Tribünen zum Spielfeld und die fehlende Laufbahn erhofft sich der Verein darüber hinaus eine bessere Stimmung und höhere Identifikation mit dem neuen Austragungsort der Berliner Heimspiele.
Die neue Heimstätte soll direkt neben dem Olympiastadion stehen – mit dem Bau des neuen Stadions würde Hertha einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg in eine erfolgreichere Zukunft gehen. Den ersten kleinen Schritt wollen die Berliner am liebsten schon am Samstag machen. Wir wissen, wer etwas dagegen hat.

