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„Die ersten Spiele für einen neuen Verein vergisst man nie"

Seit gut zwei Wochen ist Leon Jensen Arminia-Spieler. Der 29-jährige Mittelfeldspieler kam am 1. September von Hertha BSC nach Bielefeld und hat in seinen ersten beiden Partien bereits Einsatzminuten gesammelt. Vor dem Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim spricht Jensen über seinen Start bei der Arminia, seine Rolle auf dem Platz und seine bisherigen Karriere-Highlights. Außerdem geht es um seine Berliner Wurzeln, seinen Charakter und das Leben abseits des Fußballs.

Unser kommender Gegner Heidenheim ist bisher gut in die Saison gestartet. Was für eine Mannschaft erwartet euch und was zeichnet den FCH aktuell aus? 

„Die Mannschaft ist ihrem Stil aus den vergangenen Jahren sehr treu geblieben, nur eben in einer neuen Besetzung. Sie kommt viel über Intensität, Laufstärke und Zweikämpfe. In ihren Zweitliga-Jahren haben sie auch immer oben mitgespielt. Von daher wird das am Sonntag schon ein schwieriger Gegner.“ 

Was wird gegen eine solche Mannschaft besonders wichtig sein, um die drei Punkte zu holen? 

„In unseren Spielen waren wir nicht schlecht und haben gute Ansätze gezeigt, am Ende aber unglücklich verloren oder nur einen Punkt geholt. Daran müssen wir anknüpfen, noch mehr investieren und vor dem gegnerischen Tor kaltschnäuziger werden. Gleichzeitig müssen wir defensiv dafür sorgen, dass wir nicht aus zwei oder drei gegnerischen Chancen direkt Gegentore bekommen. Am Ende geht es darum, dass wir ein Tor mehr schießen als Heidenheim.“ 

Wie beurteilst du rückblickend den Handelfmeter aus dem Darmstadt-Spiel? 

„Ich sehe die Situation als Foul an mir. Mein Gegenspieler stützt sich auf mich, ich komme dadurch nicht zum Ball und der Ball berührt anschließend meinen Arm. Er war auch nicht vollständig ausgestreckt und auf Kopfhöhe. Daher war es aus meiner Sicht kein Elfmeter für Darmstadt. Aber ich habe damit abgeschlossen. Im Endeffekt hätten wir das Spiel auch vorher zumachen können.“

Du bist jetzt seit gut zwei Wochen bei Arminia und hast in deinen ersten beiden Spielen bereits Minuten gesammelt. Wie hast du die ersten Tage hier erlebt? 

„Ich hatte hier einen guten Start und habe direkt gegen St. Pauli meinen ersten Einsatz bekommen. Ich würde sagen, dass man nicht unbedingt gemerkt hat, dass ich vorher erst zweimal mit der Mannschaft trainiert hatte. Ich glaube, man konnte schon ganz gut sehen, was ich mitbringe und was ich der Mannschaft geben kann. Ich verstehe mich gut mit den Jungs. Einige kenne ich schon aus früheren Duellen, mit anderen habe ich sogar schon zusammengespielt. Insgesamt habe ich mich schnell in der Mannschaft eingelebt. Ich bin eh ein offener Typ und habe nicht so die Probleme damit, mich zu integrieren.“ 

Du hast in deiner Karriere schon bei verschiedenen Vereinen gespielt und dabei viele Erfahrungen gesammelt. Was für ein Spielertyp bist du dadurch geworden? 

„Ja, ich habe mich über die Jahre schon verändert, das muss man sagen. Früher war ich deutlich offensiver. Heute bin ich ein zentraler Mittelfeldspieler, der aber auch torgefährlich ist. Gleichzeitig bringe ich mittlerweile durch meine Erfahrung auch mehr Ruhe ins Spiel. Bei mir ist es ein Mix aus wild sein und trotzdem die Kontrolle zu behalten.“ 

Du bist in Berlin aufgewachsen und hast auch in der Hauptstadt gespielt. Wie viel Berliner steckt heute noch in dir? 

„Ich bin Berliner durch und durch. Das merkt man mir auch an, auch wenn ich natürlich versuche, mich hier ein bisschen anzupassen. Aber den Berliner bekommt man auch in der Kabine oder in der Geschäftsstelle nicht aus mir raus. Ich bin, glaube ich, schon ein anderer Schlag Charakter als die meisten. Das ist einfach so. Vielleicht ist das auch einfach ein Berliner Ding.“ 

Wie würdest du deinen Charakter beschreiben? 

„Ich bin offen und haue gerne mal einen raus. Man kann mit mir gut und viel reden. Ich bin sehr direkt. Du weißt, was du bei mir bekommst. Ich bin total liebenswert und tue auch alles für jemanden, wenn ich mit ihm gut klarkomme. Wenn ich mich mit jemandem nicht so gut verstehe, merken sie es dann aber auch.“ 

Wenn du auf deine bisherige Karriere zurückblickst: Welches Erlebnis bleibt dir besonders im Kopf? 

„Das Junioren-DFB-Pokalfinale mit der U19 bei Hertha war eines davon, weil es mein erstes Spiel vor mehreren tausend Zuschauern war. Später kamen dann die Europa-League-Spiele mit Düdelingen dazu, unter anderem im San Siro in Mailand und in Piräus. Auch mein erstes Zweitliga-Spiel von Anfang an beim Karlsruher SC gegen den HSV ist mir im Kopf geblieben, vor allem, weil ich direkt ein Tor geschossen habe. Und natürlich waren auch die Spiele im Berliner Olympiastadion etwas Besonderes, sowohl mit Karlsruhe als auch später mit Hertha. Gerade die ersten Spiele für einen neuen Verein vergisst man nicht. Jetzt gehört auch mein erstes Spiel für Arminia gegen St. Pauli dazu.“ 

Was machst du gerne, wenn du mal keinen Fußball spielst? 

„Ich engagiere mich in meiner Freizeit gerne im sozialen Bereich. Während meiner Zeit in Karlsruhe habe ich zum Beispiel fünf Monate lang ein Praktikum in einem Kinder- und Jugendhaus gemacht. Das ist so eine Schiene, die ich wahrscheinlich auch nach meiner Karriere einschlagen werde. Und wenn ich die Zeit habe, reise ich gerne. Ich versuche eigentlich jedes Jahr, einen neuen Ort zu entdecken. Im Sommer war ich alleine auf den Philippinen und habe dort eine Bootstour zu unbewohnten Inseln gemacht. Ich habe in Holzhütten geschlafen, ohne Strom und Netz. Mein schönstes Reiseziel war bisher, glaube ich, Bali. Das war einfach krass. Es war irgendwie total schön und echt beeindruckend, auch wenn es natürlich sehr touristisch war.“

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