Knockout in der Nachspielzeit

Im Vergleich zum vergangen Pokalspiel gegen den Hamburger SV nimmt Cheftrainer Mitch Kniat Veränderungen in seiner Startelf vor. Für Can Özkan, Nicklas Shipnoski, Manuel Wintzheimer und für den verletzten Noah Sarenren Bazee kommen Marius Wörl, Merveille Biankadi, Fabian Klos und Leandro Putaro ins Spiel.
Der Start ins Spiel ist sofort vielversprechend: Leandro Putaro steht nach einem geblockten Schuss sträflich frei und hat den Ball aus seinem starken Linken. Aber Jakob-Karl Golz zeigt im Tor der Gastgeber, dass er gleich hellwach ist (3.). Quasi mit dem Gegenzug landet RWE das erste Mal vor unserem Tor. Marvin Obuz verunglückte Flanke streichelt allerdings den Querbalken (4.). Dann sind es die Rot-Weißen, die sich immer weiter in den Vordergrund spielen. Wieder ist es Obuz, diesmal mit dem Kopf. Aber auch der Versuch landet nicht im Netz (7.). Unsere Jungs fanden anfangs keine Mittel, um die RWE-Defensive ins Wanken zu bringen. Auf der anderen Seiten erspielen sich die Gastgeber klare Feldvorteile und setzen immer wieder gefährliche Nadelstiche. Mit Sam Schrecks Schuss aus der zweiten Reihe sorgten wir erstmals nach längere Zeit für Entlastung (19.).
Mitte der ersten Halbzeit schlagen die Rot-Weißen zu: Leon Schneiders Klärungsversuch geht weder ins Seiten- noch ins Toraus. Stattdessen schaltet Vinko Sapina schnell und hält den Ball im Spiel. Seine Hereingabe auf Leonardo Vonic wird noch mit vereinten Kräften weggeblockt, über Umwege steht aber Obuz frei, dessen Versuch auch noch abgefälscht an Jonas Kersken vorbei ins Netz geht (22.). Wenig später hat Nassim Boujellab das Unentschieden auf dem Fuß, aber wieder ist Golz da und fischt ihn aus der rechten unteren Ecke (32.). Während Cedric Harenbrock auf 2:0 erhöhen kann (Pfosten), scheitert Fabi Klos per Kopf am 1:1 (38.).
Mit einem Dreifachwechsel und der Untestützung von 2.500 Arminen im Auswärtsblock ging es in den zweiten Durchgang: Aygün Yildirim, Kaito Mizuta und Nicklas Shipnoski ersetzten Nassim Boujellab, Merv Biankadi und Sam Schreck. Und vor allem Yildirim brachte sofort Unruhe in die gegnerischen Reihen. Mit dem Wiederanpfiff stand er gleich zwei Mal goldrichtig, brachte aber aus ähnlicher Position den Ball nicht an Golz vorbei (46.). Deutlich aktiver und mit viel mehr Ballbesitz ging es jetzt immer öfter in die Richtung von Schlussmann Golz. Mit Putaro im Mittelfeld und über die frischen Außen Shipnoski und Yildirim folgten vermehrt gefährliche Konter. In der 60. Minute ist es wieder Yildirim, aber sein Kopfball aus kurzer Distanz wird erneut von Golz pariert. Nur sechzig Sekunden später schließt Putaro eine gut herausgespielte Klos-Shipnoski-Szene ab, trifft aber nur das Fangnetz. Kurz darauf wird’s strittig: Nach einem Konter über Mizuta läuft Shipsnoski mit dem Ball am Fuß in den Sechzehner. Im Duell mit Harenbrock geht er im Fünfmeter-Raum zu Boden. Für Schiedsrichter Felix Bickel eine klare Entscheidung – kein Elfmeter (63.). Die Rot-Weißen kommen nur noch gelegentlich in unseren Strafraum, aber wenn, hält Jonas Kersken mehrfach überragend den Kasten sauber.
Eine Viertelstunde vor Ende muss Golz wieder glänzen, da Mizutas Volley-Versuch aus über 20 Metern sicher eingeschlagen wäre. Auch beim Nachschuss von Yildirim ist Golz da. Gefühlt mit dem Schlusspfiff fällt der verdiente Ausgleich: Putaro bringt einen Freistoß vors Tor, den Abpraller nimmt sich Louis Oppie und mit Hilfe eines Abwehrbeines landet sein Schuss im Netz (86.). Mit dem Punkt und je einer sehr guten Halbzeit wäre die Punkteteilung in Ordnung gewesen. Das letzte Wort sollten allerdings die Gastgeber haben. Der eingewechselte Andreas Wiegel bringt einen Freistoß scharf vor das Tor von Jonas Kersken, Ron Berlinski ist zur Stelle und entscheidet die Partie per Kopf (90. +3).
Mit diesem Ergebnis endet die Serie von vier Spielen ohne Niederlage. Weiter geht's gleich in der kommenden Woche gegen SV Sandhausen in der SchücoArena.
RW Essen: Golz – Voufack (87. Wiegel), Rios-Alonso, Götze, Brumme – Müsel (87. Rother), Sapina, Harenbrock (77. Kaiser) – Obuz, Vonic (64. Berlinski), Young (77. Voelcke)
DSC Arminia Bielefeld: Kersken – Oppie, Großer, Schneider, Lannert – Wörl, Schreck (46. Mizuta), Boujellab (46. Yildirim) – Biankadi (46. Shipnoski), Klos (64. Wintzheimer), Putaro
Gelbe Karten: Götze
Tore: Obuz (22.; 1:0); Oppie (86.; 1:1); Berlinski (90.+3; 2:1)
Zuschauer: 19.200

