Kaito setzt den Schlusspunkt auf 120 Minuten Dramatik

Es war alles angerichtet für einen echten Pokalklassiker in der SchücoArena: Über 20.000 Zuschauer, Flutlichtatmosphäre, Drittligist gegen Erstligist und perfekte Stimmung auf und neben dem Platz. Und pünktlich zum Anpfiff von Schiedsrichter Sven Jablonski öffnete der Himmel seine Pforten für einen kräftigen Dauerregen.
Und genau wie es angerichtet wurde, ging es in die Vollen. Sowohl die Gäste aus Bochum als auch unsere Schwarz-Weiß-Blauen starteten die Partie mit offenen Visier und legten los wie die Feuerwehr. Bei Fritz-Walter-Wetter rutschten die Bälle über das nasse Spielfeld, so dass die Spieler Mühe hatten, saubere Pässe zu spielen. Während die ersten Chancen nicht allzu gefährlich waren, musste Schlussmann Jonas Kersken nach 19 Minuten das erste Mal eingreifen. Eine Kopfballverlängerung von Semi Belkahia kam so gefährlich auf seinen Kasten, dass Jonas sich das erste Mal richtig strecken musste. Nur wenige Zeigerumdrehungen später belohnte sich die starke DSC-Elf mit der Führung: Kaito Mizuta leitet den Konter über die Mitte ein und legt den Ball auf die rechte Außenbahn zu Manuel Wintzheimer. Mit viel Übersicht spielt dieser eine perfekte Flanke auf Niklas Shinpnoski, der mit einem überlegten Abschluss Manuel Riemann überwindet und die SchücoArena zum Beben bringt (1:0; 25.). Nur vier Minuten später legt Merv Biankadi nach. Eine Ecke von Kapitän Christopher Lannert landet per Abpraller bei Merv, der aus zwölf Metern nicht lange überlegt und kompromisslos abschließt – der Wahnsinn war perfekt (2:0; 29.). Danach beruhigte sich die Partie. Trotzdem wurde weiter geackert und gekämpft – ein echter Abnutzungskampf. Als sich alle ein wenig auf die 15-minütige Verschnaufpause einstellten, kommt Bochum noch einmal ran. Takuma Asano lässt Jonas Kersken keine Chance, nachdem er vorher durch eine gute Kombination im Strafraum freigespielt wird (2:1; 45.+1)
Auch der zweite Durchgang sollte durch viele Zweikämpfe und wenig Torchancen geprägt sein. Die Gäste aus dem Ruhrgebiet hatten jetzt deutlich mehr Feldvorteile, fanden aber kein Mittel gegen die immer wieder aufopferungsvoll kämpfenden Arminen, die lautstark von der Tribüne gefeiert wurden. Die beste Chance hatte Erhan Masovic in der 65. Minute. Doch aus sechse Metern versenkt er den Ball nicht im Tor, sondern auf der Nordtribüne. Die Mannschaft von Cheftrainer Mitch Kniat schaffte es nur noch selten, für Entlastung zu sorgen. Die Bochumer hingegen machten Druck, fanden ihren Meister aber immer wieder in Schlussmann Kersken. Kurz nach dem Ende der offiziellen Spielzeit ist es Simon Zoller, der die SchücoArena kurz verstummen lässt. Nach einer Flanke hat er am langen Pfosten zu viel Platz, nimmt den Ball an und schließt ins lange Eck ab: Ausgleich zum 2:2 (90.+1) – Verlängerung.
In den zwei Mal 15 Minuten gab es mehr Krämpfe als Chancen. Dass unsere Mannschaft alles auf dem Platz gelassen hat, merkte jeder Zuschauer an den einsetzenden Schmerzen in der Muskulatur unserer Jungs. Nach 30 langen Minuten sollte das Elfmeterschießen die Entscheidung bringen.
Mit Blickrichtung Südtribüne eröffnete Fabian Klos mit einem satten Schuss in den linken oberen Winkel die wilde Fahrt. Nach ihm scheiterte Philipp Hofmann auf Seiten der Gäste, während auch Gerrit Gohlke dieselbe Ecke wie Klos anvisiert und trifft. Mit der Führung im Rücken hält Hexer Kersken den zweiten Elfmeter der Gäste (Kevin Stöger), während Manuel Wintzeimer auch den dritten DSC-Elfer versenkt. Im Anschluss trifft zwar Masovic für die Gäste, aber Kaito Mizuta lässt sich davon nicht beirren und knallt auch den vierten Elfer in die Maschen und macht den Einzug in die zweite Runde klar!
Ein Spiel, das den Zuschauern alles abverlangte. Von den Rängen wurde die kämpferische Leistung honoriert. Auf dem Platz hingegen zahlten die Jungs das Vertrauen und die Unterstützung zurück. Ein Wahnsinnsabend. Gerne mehr davon!
DSC Arminia: Kersken – Özkan (68. Boujellab), Belkahia, Gohlke, Lannert (119. Großer) – Mizuta, Schreck, Biankadi (90.+1 Schneider) – Wintzheimer, Shipnoski (63. Oppie), Yildirim (63. Klos)
VfL Bochum: Riemann – Bernardo, Ordets, Masovic – Antwi-Adjei (83. Zoller), Stöger, Losilla (69. Broschinski), Passlack (77. Gamboa)– Daschner (46. Bero), Asano (106. Osterhage), Hofmann
Tore: Shipnoski(1:0; 25.); Biankadi (2:0; 29.), Asano (2:1; 45.1), Zoller (2:2; 90.+2)
Gelbe Karten: Boujellab, Kersken, Belkahia, Yildirim/Bero, Masovic,

