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JHV: Kobusch nimmt Staffelstab von Schütte entgegen

Rainer Kobusch ist auf der Jahreshauptversammlung von den Mitgliedern zum neuen Präsidenten gewählt worden. Sein Vorgänger Rainer Schütte trat nach fast vier Jahren Amtszeit auf eigenen Wunsch zurück. Mit 93,49 Prozent der Stimmen wählten die 355 Stimmberechtigten das neue Präsidium bestehend aus Rainer Kobusch (Präsident), Katrin Dahnke (Schatzmeisterin und Vizepräsidentin) und Hans-Wilhelm Beckmann (Präsidiumsmitglied Abteilungen). Die DSC Arminia Bielefeld GmbH & Co. KGaA blickt zudem auf ein äußerst erfolgreiches Geschäftsjahr zurück: Nach einer sportlich wie wirtschaftlich Rekord-Saison wurde ein Gewinn von 2,02 Millionen Euro erwirtschaftet. Der Club hat sich in vielen Geschäftsfeldern extrem stark entwickelt und Rekorde geschrieben.

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung präsentierte Christoph Wortmann, kaufmännischer Geschäftsführer, für den Berichtszeitraum am 1. Juli 2024 bis 30. Juni 2025 die aktuellen Zahlen. „In diesem Jahr haben wir Rekordzahlen geschrieben. Es war das erfolgreichste Jahr der Vereinsgeschichte. Wir würden und wären nicht in diese Situation gekommen eine Entwicklung anzustoßen, hätten wir nicht die Unterstützung der DSC-Familie dauerhaft gehabt. Ruhe und Kontinuität zu bewahren ist dabei die wichtige Aufgabe, denn nur so können wir erfolgreich sein“, so Wortmann.

Gesamterlöse in Höhe von 40,15 Millionen Euro stand ein Gesamtaufwand von 38,13 Millionen Euro gegenüber. Die wesentlichen Ertragspositionen waren Merchandising (4,4 Millionen Euro), Eintrittskarten (8,8 Millionen Euro), Werbung/Sponsoring (9,8 Millionen Euro) sowie Fernsehgelder (10,7 Millionen Euro, davon 9,35 Millionen vom DFB-Pokal) und Transfers (1,4 Millionen Euro). „Seit Februar wurden wir auf eine sportliche Rakete gesetzt und die Zahlen sind in allen Bereichen in die Höhe geschossen“, beschreibt Wortmann das abgelaufene Geschäftsjahr. Insbesondere die Einnahmen durch Eintrittsgelder und Fanartikel dokumentieren die große Verbundenheit der Arminen zu ihrem Club und die positive Entwicklung, zumal die 4,4 Millionen im Merchandising und die 8,8 Millionen in Eintrittskarten mit einem Zuschauerschnitt von 21.285 die besten Ergebnisse der Vereinsgeschichte sind – trotz der Zugehörigkeit zur 3. Liga. Zudem konnten wir unsere Gesamtverbindlichkeiten von 9 auf 3,5 Millionen bis zum Ende des Geschäftsjahres abgebaut werden. Zum Ende der Saison (Mai 2026) werden diese sogar auf 2,5 Millionen Euro reduziert. 

Durch das Erreichen des DFB-Pokalfinals hat sich die Marke Arminia Bielefeld enorm weiterentwickelt. Im Mai 2025 waren wir rund um das Pokalfinale in Berlin über unseren eigenen Social-Media-Kanälen sowie über die TV-Anstalten rund 68 Millionen Mal auf den Bildschirmen der Menschen sichtbar – auch international sind wir in der Presse vielfach vertreten gewesen. 

In der laufenden Saison 2024/25 ist die Treue der Menschen in Bielefeld und der Region zum Sportclub der Ostwestfalen ungebrochen: Wir konnten das erstmalig aufgerufene Dauerkartenlimit von 17.000 Eintrittskarten voll ausschöpfen und somit ein neues Rekordergebnis verzeichnen. Der aktuelle Zuschauerschnitt liegt darüber hinaus bei 26.004 Zuschauern pro Begegnung in unserer SchücoArena, was bedeutet, dass bislang jedes Spiel heimseitig ausverkauft war. Bei den Auswärtsspielen sind im Schnitt 3.180 Anhänger mit dabei. Besonders stolz konnten wir auf unseren Mitgliederzuwachs zurückblicken: Die Mitgliederzahl stieg seit Mai 2024 von 15.000 auf über 29.226. Zusätzlich wurden neue Formate wie das Weihnachtssingen „Bielefeld singt“ (18.000 Zuschauer) sowie der Stadtwerke Legendenkick erfolgreich etabliert. Im Bereich Fanartikel zeichnet sich auch jetzt schon ein weiterer positiver Trend ab. Insgesamt liegen die Erlöse bis zum 14. November 2025 bei 1.621 Millionen Euro und damit bereits 75 Prozent höher als im selben Zeitraum des vergangenen Jahres. 

„Wir wollen unseren Verein aktiv gestalten und nicht verwalten. Die Basis dafür ist wirtschaftliches Wachstum, um mittelfristig das Kerngeschäft Fußball wieder zu stärken und die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Wachstum aus uns selbst heraus ist die einzige Chance für Arminia Bielefeld. Wir haben uns zum Ziel gesetzt den Verein ganzheitlich weiterzuentwickeln und das große Ganze nie aus den Augen zu verlieren.“ Christoph Wortmann. 

In seiner Funktion als Schatzmeister und Vizepräsident präsentierte Rainer Kobusch für den e.V. mit rund 38.000 Euro (bei etwa 2,7 Millionen Euro Umsatz) ein positives Ergebnis im Geschäftsjähr 2024/25. 

„Auch für den e.V. war es ein herausragendes Jahr, wir sind - wie man so schön sagt - in diesem Jahr gut über die Runden gekommen.“

Auf seiner letzten Jahreshauptversammlung als Präsident des DSC Arminia Bielefeld eröffnete Rainer Schütte den Abend: „Mit dem, was wir im letzten Jahr erreicht haben, hätte wohl niemand rechnen können. Wir mussten aufschauen und unseren Weg konsequent weitergehen. Wir waren überzeugt davon, dass es der richtige ist. Es war unser erfolgreichstes Jahr der Vereinsgeschichte, getragen von viel Energie, Glauben und Moral, trotz der Rückschläge“, blickte der scheidende Vorsitzende auf das vergangene Jahr zurück.

Er betonte zudem die Bedeutung des Zusammenhalts, der sozialen Verantwortung und der Werte, die Arminia und seine Mitglieder auszeichnen: „Das war nur möglich, weil alle zusammengehalten haben. Ohne das Vertrauen des Stadionbündnisses und all der Menschen im Verein und drumherum hätten wir diese Entwicklung nicht geschafft. Wir als Arminia Bielefeld sind inzwischen wieder ein emotionaler Leuchtturm in Ostwestfalen. Daraus wächst unsere Verpflichtung für Menschen, Werte und Haltung. Wir wollen keinen Raum lassen für Hass und Ausgrenzung. Unser Demokratieverständnis basiert auf Respekt, Anerkennung und Vielfalt.“

Mit Blick nach vorn machte Schütte Mut: „Wir sind auf einem guten Weg, der noch nicht zu Ende ist. Wir werden ihn weitergehen, getragen von Zusammenhalt und Vertrauen.“

 „Als ich vor knapp vier Jahren begonnen habe, standen wir vor großen Herausforderungen: keine Liquidität, dann Corona, später der Doppelabstieg. Wir haben viel Kritik einstecken müssen, aber wir haben immer weitergemacht und den Verein Schritt für Schritt weiterentwickelt“, sagte er. „Eine unserer besten Entscheidungen war es, Christoph Wortmann und Michael Mutzel als Geschäftsführer einzusetzen.“

Im vergangenen Jahr wollte Rainer Schütte sich ursprünglich nicht zur Wahl aufstellen lassen, wurde jedoch von seinen Kollegen überzeugt.  „Es war die richtige Entscheidung. Ich bin dankbar, dass ich die vergangene Saison miterleben durfte.“ Für seine abschließenden Worte als Präsident des DSC erhielt Rainer Schütte anerkennenden und anhaltenden Applaus von den anwesenden Mitgliedern. 

„Ich trete mit großer Dankbarkeit zurück. Die Jahre haben uns viel abverlangt. Mein Schritt soll Kontinuität ermöglichen und Raum für neue Perspektiven schaffen. Loslassen ist manchmal wichtig.“

„In der vergangenen Saison hatten wir ein klares Ziel vor Augen: eine leidenschaftliche, junge Mannschaft mit Herz für den Verein, die bis zur letzten Sekunde kämpft und immer mehr geben will als der Gegner. Diese Leidenschaft wollten wir in jedes Spiel, in jedes Training und in unser Stadion bringen. Das ist uns auch gelungen“, beginnt Sportsgeschäftsführer Michael Mutzel seinen Rückblick auf die Saison.

Der Aufstieg in die 2. Bundesliga war dabei nicht gradlinig. „Wir hatten viele Wackler und kritische Situationen, die wir als Team miteinander gemeistert haben. Gerade in der Rückrunde konnten wir mit einem starken Torverhältnis und nur wenigen Niederlagen überzeugen. Am Ende war der Aufstieg verdient. Wir sind durch die Rückrunde geflogen und haben gezeigt, dass diese Mannschaft zusammenhält.“

Besonders stolz macht Mutzel das DFB-Pokalfinale als Drittligist. „Jeder kann auf dieses einmalige Ereignis stolz sein. Es war ein unvergessliches Erlebnis und hatte die größte Imagewirkung auf den Verein Arminia Bielefeld.“ Auch wirtschaftlich habe der Club Maßstäbe durch Transfererlöse setzen können: „Die nutzen wir für Investitionen in den Verein, um ihn weiterzuentwickeln.“

Die Kaderplanung im Sommer zeigt die klare Handschrift des Vereins: „Mit acht Neuzugängen haben wir Erfahrung aus der 2. Liga reingeholt und gleichzeitig talentierte Spieler ohne Zweitligaerfahrung eingebunden. Das Ergebnis ist ein stimmiger Kader. Ich freue mich, mit dieser Mannschaft noch weiterzukommen. Alle sind bereit, aufs Gas zu gehen und alles für den Verein zu geben.“

Mutzel lobt auch das Trainerteam: „Wir haben einen guten Matchplan und eine inhaltlich starke Überzeugung. Das Trainerteam arbeitet auf einem hohen Niveau, ist jung und hat einen hervorragenden Draht zur Mannschaft.“

Sportlich steht Arminia aktuell im Mittelfeld der Tabelle. „Wir müssen lernen, auch Niederlagen zu verkraften. Wenn uns das gelingt, können wir eine hoffentlich sorgenfreie Saison spielen, auf der wir aufbauen können. Wir wollen in der 2. Bundesliga weiter Fuß fassen und weiterhin wichtige Ausrufezeichen setzen.“

„Jeder kann auf dieses einmalige Ereignis stolz sein. Es war ein unvergessliches Erlebnis und hatte die größte Imagewirkung auf den Verein Arminia Bielefeld.“ 

Auf der Tagesordnung stand am Montagabend und nach dem angekündigten Rückzuges unseres Präsidenten Rainer Schütte auch die turnusgemäße Neuwahl des Präsidiums. Zuvor hatten sich sowohl Kathrin Dahnke als auch Rainer Kobusch den Mitgliedern vorgestellt und für das Präsidium zur Wahl gestellt. Kobusch, der zuletzt als Schatzmeister und Vizepräsident bereits im Amt war, ist seit 50 Jahren überzeugender Armine. Zudem ergänzte er: „Ich habe gelernt: Wer verändern, wer entwickeln will, der muss in Verantwortung treten. Das habe ich vor zwei Jahren schon gemacht.“ Als „die Neue“ stellte sich Kathrin Dahnke vor. Die 65-Jährige lebt seit 20 Jahren in Bielefeld und bekam durch einen Stadion-Besuch beim Spiel gegen Bayern München direkt die Schwarz-Weiß-Blaue DNA. „Wir haben das Spiel gewonnen und danach war ich sofort angefixt.“ Für sie sei ein Ehrenamt eine Verpflichtung, für die man sich auch selber prüfen muss. Die Frage ist auch: Kann ich das, habe ich die zeitliche Verfügbarkeit. Das ist kein Bürojob, bei dem man weiß, dass um 16 Uhr Feierabend ist. Diese Zeit habe ich heute, weil ich freiberuflich tätig bin“, ergänzte sie. Gemeinsam mit den beiden stellte sich auch Hans-Wilhelm Beckmann (Präsidiumsmitglied Abteilungen) zur Wahl. Von den 355 stimmberechtigten Mitgliedern sprachen 93,49 Prozent den Kandidaten ihr Vertrauen aus. Ein beeindruckendes Ergebnis und ein deutliches Zeichen der Unterstützung. Damit überreichte Rainer Schütte den Staffelstab an den neuen Präsidenten Rainer Kobusch. Die Mitglieder verabschiedeten und dankten Rainer Schütte für seine intensive, engagierte und charismatische Mitarbeit beim DSC Arminia, während sie das neue Präsidium mit einem warmherzigen Applaus begrüßten.

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