"Jeder ist an sein Limit gegangen"

Zum 120-jährigen Vereinsjubiläum hat das Spiel gegen die AS Monaco die Sommervorbereitung abgeschlossen. Vor 20.216 Zuschauern in der SchücoArena war es bereits mehr als ein Warmlaufen vor dem ersten Saisonspiel gegen Fortuna Düsseldorf am kommenden Samstag (2. August, 20:30 Uhr). Allerdings musste unsere Mannschaft kurzfristig einige Ausfälle verkraften. Während Noah Sarenren Bazee unter der Woche im Training eine Blessur erlitt und geschont wurde, konnten auch Joel Grodowski, Justin Lukas und Felix Hagmann aufgrund eines Infekts nicht mitwirken. An der Herangehensweise änderte das nichts: „Früh stressen und den Gegner unter Druck setzen“, war die Devise unseres Cheftrainer gegen den Champions-League-Teilnehmer. Und das gelang insbesondere im ersten Durchgang sehr gut. Lediglich eigene Abschlüsse sprangen nicht dabei herum. Stattdessen gingen die Gäste aus Frankreich mit der ersten guten Gelegenheit mit 1:0 in Führung (24.; Mika Biereth). Mit diesem Ergebnis ging es auch in die Halbzeit.
Im zweiten Durchgang wechselte Gäste-Trainer Adi Hütter kräftig durch und brachte zehn neue Feldspieler auf den Rasen, während Cheftrainer Mitch Kniat vorerst Joel Felix einwechselte. Doch nur fünf Minuten nach Wiederbeginn nutzte Paris Brunner eine Unachtsamkeit und eine sehr gute Hereingabe zum 0:2 per Kopfball (50.), ehe Maghnes Akliouche auf 0:3 erhöhte. Zwar scheiterten sowohl Christopher Lannert (55.) als auch Joel Felix (65.) am jeweiligen Anschlusstreffer, allerdings sollten auch keine nennenswerten DSC-Chancen bis zum Abpfiff herausspringen. Daran konnten auch die später eingewechselten Florian Micheler, Lukas Kunze, Mika Schröers und Daniel Richter nichts mehr ändern.
Gegen den Tabellendritten der Ligue 1 der vergangenen sowie Champions-League-Teilnehmer der aktuellen Saison ein dennoch bemerkenswertes Ergebnis. So sahen es die Protagonisten:
Kaiptän Mael Corboz:"Wir haben eine richtig gute erste Halbzeit gegen eine absolute Top-Mannschaft gespielt. Da waren wir die bessere Mannschaft, hatten aber keine klaren Torchancen – daran müssen wir arbeiten. In der zweiten Halbzeit hat man dann gesehen, welches Tempo und welche physische Qualität Monaco mitbringt. Insgesamt nehmen wir viel Positives aus der ersten Hälfte mit und wollen darauf in der kommenden Woche aufbauen. Wir hatten heute ein paar wichtige Spieler nicht dabei, trotzdem haben wir gut gespielt. Ich bin mir sicher, dass wir in einer Woche noch stärker sein werden. In der 2. Liga wird es auch Qualitätsunterschiede geben. Diese Lücke wollen wir mit Mentalität und Fitness schließen.“
Christopher Lannert: „Ich glaube wir müssen uns anschauen, warum wir es nicht geschafft haben, torgefährlicher zu werden. Aber es war heute eine brutale Fitness-Einheit. Läuferisch war es auf ziemlich hohem Niveau und sehr intensiv. Es war der letzte Härtetest. Jeder ist an sein Limit gegangen. Das Ergebnis ist natürlich nicht toll, aber die Art und Weise war am Anfang in Ordnung, wurde aber zum Ende hin schwächer. Monaco hat enorm viel Qualität und gerade in der zweiten Halbzeit haben sie noch einen Gang zugelegt. Sie waren dann einfach schneller als wir und haben Situationen besser erkannt.“
Cheftrainer Mitch Kniat: „Mit der Art und Weise des Spiels bin ich ziemlich zufrieden. Die erste Halbzeit war sehr gut, in der zweiten haben wir ein bisschen an Qualität verloren. Klar, wir hatten einige Ausfälle – mit Jonny und Noah haben zwei Stammspieler gefehlt, der Kader war entsprechend klein. Das Gegentor dann zum 0:3 war sehr ärgerlich, passiert aber lieber heute als in einem Ligaspiel.“
Monaco-Trainer Adi Hütter: „Zuerst einmal Kompliment an Arminia. Sie haben gut gespielt. Wir waren mit der ersten Halbzeit unzufrieden. Arminia hat es geschafft, uns zu stressen, wir hatten keine Ruhe am Ball und konnten unsere Prinzipien nicht umsetzen. Das lag einerseits an Arminia, andererseits aber auch an uns. In der zweiten Halbzeit wurde es dann deutlich besser. Für uns war es ein guter Test.“
DSC Arminia Bielefeld: Kersken – Handwerker, Großer, Schneider (Micheler), Lannert – Corboz, Schreck (Felix), Russo – Young (Schröers), Kania (Kunze), Mahlem (Richter)
AS Monaco: Köhn – Biereth, Camara, Embolo, Golovin, Kehrer, Magassa, Minamino, Ouattara, Singo, Teze
Zuschauer: 20.216
Tore: 0:1 Biereht (24.); 0:2 Brunner (50.); 0:3 Akliouche (61.)

