Im Zeichen des Brustrings

Jeder Fußballfan kennt den VfB für ein ganz besonderes Element: Den Brustring! Seit 1925 ziert der rote Streifen auf Brusthöhe das weiße Trikot der „Cannstädter Jungs“. In seiner Form ist dieses Erkennungsmerkmal der Weiß-Roten nahezu einmalig und dementsprechend auch eines, welches auch die Verantwortlichen der Stuttgarter mit ganz besonderem Stolz erfüllt. Auf ihren Kanälen zitieren die Schwaben besonders gerne einen schottischen Fan, der bei einem Champions League-Spiel gegen die Glasgow Rangers erklärte: „Auf der ganzen Welt kennt man euch als den Verein mit dem roten Streifen“.
Seit nunmehr 96 Jahren ziert der Brustring konsequent das Stuttgarter Trikot – eine Konstanz, die der Verein nicht immer auf den Platz übertragen kann: Mit 49 Trainerwechseln hat der VfB in seiner Geschichte häufiger den Trainer in der Bundesliga gewechselt als fast alle anderen Vereine im deutschen Profifußball – nur der FC Schalke 04 sah sich hierzu häufiger gezwungen. Darüber hinaus stiegen die Fußballer aus Baden-Württembergs Landeshauptstadt in den letzten zehn Jahren zwei Mal aus der Bundesliga ab, nachdem dies in der Vereinsgeschichte zuvor nur einmal passiert war.
Auch in der aktuellen Saison geht es bei den Stuttgartern nur um die Vermeidung des erneuten Abstiegs. Nachdem man mit einem furiosen 5:1-Sieg gegen Aufsteiger Greuther Fürth in die Saison gestartet war, konnten die Schwaben von den vergangenen fünf Spielen keines gewinnen und stehen mit neun Punkten aktuell nur einen Punkt über dem Relegationsplatz. Mit diesem hatten die Stuttgarter im Übrigen zuletzt im Jahr 2019 –zum 125-jährigen Vereinsjubiläum – unliebsame Bekanntschaft gemacht: Im Relegationsduell gegen den 1. FC Union Berlin verloren die Stuttgarter knapp durch die geltende Auswärtstorregelung und stiegen ab. Unter dem aktuellen Trainer Pellegrino Matterazzo schaffte der VfB direkt nach dem Aufstieg den äußerst souveränen Klassenerhalt.
In dieser Saison plagen die Stuttgarter Verantwortlichen vor allem große Verletzungsprobleme. Mit Mohamed Sankoh, Omar Marmoush, Sasa Kalajdzic, Momo Cissé oder auch Chris Führich fällt ein Großteil der VfB-Offensive momentan aus, weswegen das Trainerteam immer wieder zu kreativen Ideen greifen muss. Dass darüber hinaus noch sieben weitere Stammspieler auf der Verletztenliste des VfB stehen, unterstreicht die komplizierte Lage, in der sich die Stuttgarter aktuell befinden. Dennoch ist sich Cheftrainer Materazzo sicher, am Samstag ein „wettbewerbsfähiges Team“ aufstellen zu können, das auch gegen unsere Arminen bestimmt alles dafür tun wird, Punkte zu holen, um den Brustring auch im kommenden Jahr in der Bundesliga präsentieren zu können.

