Ihr seid die besten Fans der Welt!

Eine Woche lang haben sie uns im Trainingslager begleitet. Sie reisen Hunderte Kilometer, fiebern mit jeder Einheit mit und sind ganz nah dran an Mannschaft und Staff. Manche begleiten Arminia seit über 60 Jahren, andere haben ihre Liebe zum DSC erst vor wenigen Jahren entdeckt. Was zeichnet ihre Verbindung zu Arminia aus – und welche Geschichten verbinden sie? 5 Fan(-gruppen) erzählen.

Die Südtirol-Arminen: „Arminia lebt genau das, was wir auch leben: Bodenständigkeit.“

Alles begann vor einigen Jahren im Urlaub in Südtirol. Das Bielefelder Ehepaar Ariane und Roland Hamann – beide seit Jahren treue Arminia-Fans – war im Hotel von Bernhard Dötterl im Dorf Tirol untergebracht. Sie fühlten sich dort so wohl, dass sie in den folgenden Jahren immer wieder zurückkehrten. Aus einer Urlaubsbekanntschaft wurde Freundschaft, und aus einer spontanen Idee ein offizieller Arminia-Fanclub in Südtirol. Denn der fußballbegeisterte Südtiroler entdeckte durch die ostwestfälischen Hotelgäste seine Leidenschaft für den DSC. „Mich haben schon immer bodenständige Vereine gereizt. Und irgendwann haben wir beim Bier gesagt: Jetzt gründen wir einen Fanclub."

Gesagt, getan: 2022 entstanden die „Südtirol Arminen". Gemeinsam entwarfen sie ein eigenes Logo, das die Berge vor Bernhards Haustür, den Adler seines Betriebs und das Arminia-Wappen vereint. Inzwischen zählt der Fanclub über 20 Mitglieder: Viele davon stammen aus der Region, andere sind ehemalige Hotelgäste, die sich von der Begeisterung anstecken ließen. Jeden Samstag trifft sich der Fanclub zum Stammtisch, im Juni geht es traditionell zum Bierfasstragen mit einem Bierfass und im Arminia-Trikot auf über 2.200 Meter Höhe. Und wenn der DSC sein Trainingslager in Südtirol bezieht, ist Bernhards Hotel längst ein zweites Zuhause für viele Bielefelder geworden.

Warum ausgerechnet Arminia? Für Bernhard ist die Antwort einfach: „Ich komme aus einem kleinen Dorf aus Südtirol, da geht es unkompliziert, einfach und bodenständig zu. Und genau das lebt Arminia auch, das ist exakt unsere Wellenlänge. Vom Präsidenten bis zum Zeugwart begegnen sich hier alle auf Augenhöhe. Diese Nähe, diese Bodenständigkeit und dieser Heimatstolz – das passt genau zu uns."

Wie ein kleiner Freiburg-Fan seine Leidenschaft für Arminia entdeck: „Wir haben uns vom ersten Moment an willkommen gefühlt.“

Eigentlich schlug Liams Herz für den SC Freiburg. Doch manchmal reicht ein einziges Fußballspiel, um alles zu verändern. Vor rund eineinhalb Jahren wurde Liam mit seinen Eltern zum DFB-Pokalspiel gegen den SC Freiburg in die SchücoArena eingeladen. An diesem Abend gewann Arminia nicht nur das Spiel, sondern auch das Herz des jungen Fans. Seitdem ist Liam, der Autist ist, begeisterter Arminia-Anhänger.

Einen großen Anteil daran hatte auch die besondere Atmosphäre rund um den Stadionbesuch. Dank eines Kontakts durfte Liam die Autistenloge besuchen. „Das war ein ganz tolles Erlebnis für uns“, erinnert sich seine Mutter Monique. Das Fanmobil holte die Familie ab und brachte sie direkt zur Loge, sodass Liam nicht durch die großen Menschenmengen musste. Der Stadionbesuch verlief entspannt und vor allem menschlich. „Wir haben uns sofort wohlgefühlt. Diese Herzlichkeit und Offenheit haben uns beeindruckt“, erzählt Monique.

Seit diesem besonderen Abend verfolgt die Familie fast jedes Arminia-Spiel, besucht regelmäßig die Heimspiele in Bielefeld und begleitet den Verein nun sogar erstmals ins Trainingslager. „In dieser Saison waren wir sogar häufiger bei Arminia als in Freiburg“, sagt Monique lachend.

Liam sammelt inzwischen nicht nur unvergessliche Erinnerungen, sondern auch ganz besondere Andenken. Sein bisheriges Highlight erlebte er im Trainingslager: „Joel Grodowski hat mir seine Stutzen geschenkt“, erzählt er stolz. Als Dank überreichte Liam dem Offensivspieler ein selbstgemachtes Freundschaftsarmband. Zuhause hat außerdem ein gehäkeltes „Füchsle“ – das Maskottchen des SC Freiburg – im Arminia-Trikot einen Ehrenplatz. Das besondere Geburtstagsgeschenk verbindet Liams frühere Fußballliebe mit seiner neuen großen Leidenschaft.

Die Frau hinter den Arminia-Glücksbringern: „Jedes Maskottchen erzählt eine Geschichte.“

Manche Geschichten beginnen mit einer symbolischen Idee und ganz viel Herzblut. Bei den Langzeitfans Manuela Kluziak und ihrer Schwester Karin ist es die Liebe zu Arminia Bielefeld, die sie kreativ werden ließ: Sie häkeln kleine DSC-Maskottchen, die jeweils eigene Botschaft tragen. Sieben Glücksbringer sind inzwischen entstanden, die die Schwestern im Trainingslager gegen Spenden verteilt haben. Die Einnahmen gingen an die Arminenschmiede, den inklusiven Arminia-Fanclub aus Bethel.

Die Verbindung zu Arminia begleitet die beiden Schwestern schon ihr ganzes Leben. Aufgewachsen im Bielefelder Westen, wurden sie früh vom Vater mit auf die Alm genommen. Der Stadionbesuch gehörte zur Familie, damals sogar regelmäßig im Umfeld der Ultras. Die Idee zu den Häkel-Maskottchen entstand während der Pokalsaison 2024/25. Für jedes Spiel sollte ein eigener Glücksbringer entstehen. „Unsers erstes Werk war die Almtaube, eines der früheren Arminia-Maskottchen. Wir haben sie zum Pokalspiel gegen Werder Bremen gehäkelt“, erzählt Manuela.

Danach folgte eine Fledermaus für das Halbfinale gegen Bayer Leverkusen, als Symbol für Mut und den Glauben an die eigene Stärke. „Wir wollten damit zeigen, dass Arminia keine Angst hat“, erklärt Manuela. Nach dem Spiel warf sie die Fledermaus Jonas Kersken in den Spielertunnel, damit sie ihm künftig Glück bringen sollte. 

Für das Pokalfinale in Berlin musste etwas Besonderes her: ein gehäkelter Arminius. Der kleine Krieger wurde zum Symbol für die außergewöhnliche Pokalreise des DSC. Und auch danach blieben die Maskottchen Teil der Arminia-Geschichte. Für die neue Saison entstand eine Schnecke, die in Anlehnung an Sam Schnreck „Schneck“ getauft wurde. „Nicht, weil Sam langsam ist, sondern einfach wegen des Namens“, sagt Manuela lachend. Die Botschaft dahinter: Arminia arbeitet sich Schritt für Schritt zum Ziel.

Im Trainingslager übergaben die Schwestern die Schnecke persönlich an Sam Schreck. Und der nächste Glücksbringer wartet bereits: ein Biber. Seine Botschaft ist klar: Arminia beißt sich durch.

Familie aus Sachsen-Anhalt: „Die Fannähe ist einzigartig. Dafür fahren wir gerne 700 Kilometer.“

Wenn Familie Richter aus dem Kabelsketal in Sachsen-Anhalt ins Trainingslager aufbricht, liegen rund 700 Kilometer vor ihnen. Für Matthias, Simone, Lennart und Marlene ist das allerdings keine Frage. „Wir waren letztes Jahr schon hier und wussten sofort: Wir kommen wieder." Die lange Autofahrt sei es allemal wert: „Die Fannähe ist einzigartig. Das macht uns Freude und den Kindern erst recht.“

Wie ihre Liebe zu Arminia entstanden ist? Ganz genau weiß das niemand. Fest steht nur: Vor rund fünf Jahren war Sohn Lennart plötzlich Arminia-Fan und steckte die ganze Familie an. Heute fiebern alle mit. Während früher Robin Hack sein großes Vorbild war, fiebert Lennart heute besonders mit Maximilian Großer und Joel Grodowski mit. Schwester Marlene hält Tim Handwerker die Daumen. Dass beide Kinder Anfang Mai Geburtstag haben – Lennart am 1. Mai, Marlene am 3. Mai – passt dabei fast schon zur besonderen Verbindung mit Schwarz-Weiß-Blau.

Was die Familie immer wieder nach Bielefeld zieht, ist nicht nur der Fußball. „Die Nähe zur Mannschaft gibt es so kaum irgendwo. Gerade für die Kinder sind diese Begegnungen etwas ganz Besonderes." Das Trainingslager gehört deshalb inzwischen fest zum Familienkalender.

Seit 60 Jahren Arminia-Fan: „Wir leben den Traum meines Vaters ein Stück weiter.“

Als Eckhardt Ahlert zum ersten Mal die Alm betrat, war er noch ein Junge. Sein Vater nahm ihn mit und legte damit den Grundstein für eine Leidenschaft, die bis heute anhält. Inzwischen ist der 72-Jährige seit rund 60 Jahren Arminia-Fan. Damals lief Fußball noch anders ab. „Es gab kein Internet, keine Liveticker. Nach den Spielen sind wir oft zum Westfalen-Blatt gefahren, um zu erfahren, wie Arminia gespielt hat.“

An viele Spiele erinnert er sich bis heute. Besonders geblieben ist ihm ein Auswärtssieg auf Schalke Anfang der 70er-Jahre. „Wir standen hinter dem Schalker Tor. Der Torwart hat einen Ball nach dem anderen gehalten – und irgendwann war das Ding doch drin. Solche Momente vergisst man einfach nicht.“

Noch bedeutender als jedes Spielergebnis ist für ihn jedoch eine Erinnerung an seinen Vater. Dessen größter Wunsch war es, einmal ein Trainingslager des DSC zu besuchen und gemeinsam mit Arminia-Legende Fabian Klos eine Bratwurst zu essen. Dazu kam es nicht mehr. Er starb 2017.

Heute reisen Eckhardt und seine Frau Hannelore bereits zum dritten Mal ins Trainingslager, auch im Andenken an ihn. „Wir leben den Traum meines Vaters jetzt ein Stück weiter“, sagt Ahlert. „Und dass wir hier sogar Fabian Klos begegnen, macht das Ganze noch besonderer.“

Für das Ehepaar ist das Trainingslager weit mehr als nur Fußball. Gemeinsam mit der Mannschaft wohnen sie im selben Hotel, erkunden die Umgebung bei Wanderungen und genießen die besondere Nähe zum Verein.  „Die Stimmung hier ist grandios und total entspannt“, sagt Ahlerts Frau Hannelore. „Die Spieler sind bodenständig, grüßen jeden und man kann mit allen ins Gespräch kommen. Genau das macht Arminia für mich aus.“

Dass die Wanderungen mittlerweile etwas anstrengender geworden sind, nimmt der frühere Triathlet und Hermannslauf-Teilnehmer mit einem Lächeln. „Früher habe ich intensiv Sport gemacht. Heute muss ich mich beim Wandern etwas mehr anstrengen – aber das gehört eben dazu.“

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