„Ich lebe hier jeden Tag meinen Traum!“

„Dreht sich bei dir alles um Fußball, Dani Jara?“ – „Ich könnte jetzt sagen „Nein!“, aber dann würde mir meine Frau sagen, dass ich gelogen habe. Es ist schon manchmal eine Besessenheit. Deshalb freue ich mich, dass jetzt die Pause kommt, da kann auch ich mal eine Woche wirklich komplett abschalten“, erklärt unser Co-Trainer seine Leidenschaft für unsere Sportart. Ungefähr zehn Fußballspiele schaut sich unser Co-Trainer Dani pro Woche an. In der Weihnachtspause soll die Zahl zum ersten Mal in diesem Jahr auf Null gehen.
Doch im aktuellen Arminia-Podcast soll es natürlich nicht um die anstehende Pause gehen, sondern um das, was in 2025 auf dem Rasen passiert ist. DAS Highlight schlechthin in diesem Kalenderjahr war für den 36-jährigen logischerweise das Erreichen des Pokalfinals von Berlin. „Der erste Tag, an dem wir realisieren werden, wie krass das alles war, wird der Tag des nächsten Finals sein. Dann werden wir alle vor dem Fernseher sitzen und uns sagen: „Wir waren da, wir waren einfach da“, resümiert Dani dieses besondere Erlebnis. In dem 90-minütigem Interview mit dem frischgebackenen A-Lizenz-Inhaber blicken wir vor allem auf die jüngst abgeschlossene Hinrunde. Wir haben ein paar Antworten von Dani für euch zusammengefasst:
Was mussten wir in dieser Hinrunde lernen?
Jara: Wir versuchen weiterhin unseren „Rock’n’Roll-Fußball“ aus der Vorsaison beizubehalten. Der größte Unterschied zur Vorsaison ist, dass die Gegner einfach viel besser geworden sind. In der vergangenen Spielzeit hatten wir viele 60:40-Spiele, das sind jetzt eher 50:50-Spiele geworden.
Hat sich eure Arbeit mit der Mannschaft in der höheren Liga verändert?
Jara: Nein. Ich glaube früher war das so, dass du als Trainer gesagt hast: „Hier geht es lang und wenn du nicht mitziehst, bist du raus.“ Heute ist der soziale Aspekt viel größer und wir reden viel mit den Spielern und holen uns aktiv Feedback ein. Was wir machen, muss die Truppe mitleben. Du brauchst die Menschen: Wenn die Jungs nicht an unsere Idee glauben, dann funktioniert das Ganze nicht.
Kannst du das an einem Beispiel aus der Hinrunde festmachen?
Jara: Unsere Laufleistung: Die Jungs wollen marschieren, und diese Energie dürfen wir ihnen mit unserem Spielsystem nicht rauben. Ich muss schon sagen: Hut ab! Die Jungs geben immer alles, was sie haben und versuchen auf den Platz zu bringen, was wir vorhaben. Wir müssen sie nur in die richtige Richtung steuern.
Was lief gut und wo können wir uns noch steigern?
Jara: Wir sind eine Mannschaft, die weiterhin, auch eine Liga höher, sehr wenig zulässt. Wir haben uns viele Tore durch individuelle Fehler selbst eingeschenkt. Das passiert, das gehört zum Fußball dazu. Aber das wird uns in der Form und der Häufigkeit in der Rückrunde auch nicht mehr passieren.
Welches Spiel tat dir aus Trainersicht besonders weh?
Jara: Ich hasse verlieren! Aber es gibt Niederlagen, die kann man leichter akzeptieren, als andere: Gegen Schalke haben wir zum Beispiel ein super Spiel gemacht, aber durch Fehler die Tore hergegeben. Das passiert einfach, das musst du schnell abhaken.
Und gab es ein Spiel, das dir als Trainer besonders Freude gemacht hat?
Jara: Das Spiel, das mir am meisten Bock gemacht hat, war in Darmstadt. Da haben wir etwas geplant, das nicht aufgegangen ist. Da mussten wir nach 15 Minuten erkennen, dass wenn wir so weitermachen, wir nichts erreichen werden. Da hatte ich das Gefühl, dass wir das Spiel durch unsere taktischen Anweisungen unter Kontrolle bekommen haben. Da sind wir in der 2. Bundesliga auch als Trainer angekommen.
Welchen Ausblick kannst du uns auf die Rückrunde geben?
Jara: Unsere Mannschaft lebt von ihren Abläufen und Routinen, wir glauben an gezielte Aktionen. Je länger wir als Team zusammen sind, desto kompakter werden wir als Haufen agieren. Und die Jungs werden am Ende der Saison auch nicht unfitter sein, dafür sorgen wir. Deshalb bin ich fest davon überzeugt, dass wir in der Rückrunde mehr Punkte holen werden als in der Hinrunde.
Eine ausführliche Zusammenfassung unserer Hinrunde könnt ihr euch ab sofort in der 81. Folge des Arminia-Podcasts anhören. Dort stellen wir euch unseren Co-Trainer auch von seiner privaten Seite vor. Ich erfahrt, welches Familienmitglied seine Hochzeit frühzeitig verlassen musste, um den FC Sevilla zu sehen, welchen ehemaligen Bundesliga-Torschützenkönig Dani auf dem Lehrgang der A-Lizenz nicht erkannte und welchen taktischen Trend wir bei der Fußball-WM 2026 erwarten dürfen. Für das kommende Kalenderjahr äußert Dani abschließend bescheidene Wünsche: „Man wünscht sich immer so viel, dass alles noch toller und größer wird; ich wünsche mir einfach, dass sich nicht viel ändert. Ich merke immer wieder: Ich lebe hier jeden Tag meinen Traum!“

