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„Ich bin ein Bielefelder Junge!“

Rückkehrer Can Özkan ist ein Bielefelder Junge, hat von der U14 bis zu den Profis alle Jugendteams der Akademinia durchlaufen und ist jetzt nach einer kurzen Unterbrechung wieder zurück in seiner Heimat. Vor dem Spiel gegen den SC Preußen Münster haben wir mit Can über seine Zeit beim DSC gesprochen.

Zwei Monate sind mittlerweile wieder vorbei: Wie fühlt es sich für dich an, wieder an alter Wirkungsstätte zu sein?

Der Start war auf jeden Fall ordentlich. Mittlerweile habe ich auch meine Wohnung in Altenhagenkomplett eingerichtet und ich kann mich voll auf Fußball konzentrieren. Es war natürlich schön, gleich im ersten Spiel in Dresden in der Startelf zu stehen, auch wenn der Spielverlauf uns dann überhaupt nicht in die Karten gespielt hat. Jetzt das Highlight im Pokal – das war ein einmaliges Erlebnis. Es war überragend, wie viele Bielefelder im Stadion waren und sich mit uns gefreut haben.

Im Derby gegen Preußen Münster werden es eventuell um die 24.000 Zuschauer. Wieder eine volle Arena. Wie groß ist die Vorfreude?

Diesen Unterschied werden wir auf jeden Fall noch mal merken, schon alleine, weil dieses Spiel unter besonderen Vorzeichen stattfindet. Es ist halt ein Derby. Hier weiß jeder von uns, worum es geht. Nach dem Spiel und in der Woche haben wir viel mit unseren Fans gesprochen und wir wissen, welche Bedeutung das auch für sie hat. Das Derby wollen wir unbedingt gewinnen. Und mit der Unterstützung im Rücken wird uns das auch gelingen.

Was erwartest du vom kommenden Gegner?

Das wird ein komplett anderes Spiel, vermutlich noch viel umkämpfter. Natürlich will auch Münster das Derby gewinnen. Deswegen wird es wieder darauf ankommen, dass wir am Ende die Mannschaft sind, die gieriger ist, die jeden Zweikampf zuhause gewinnt. Ich erwarte, dass sie uns etwas mehr den Ball überlassen werden. Aber da müssen wir geduldig bleiben und dürfen keine Fehler machen. Wenn wir unser Herz auf dem Platz lassen, bin ich da sehr zuversichtlich.

Du kennst dich in der Liga schon sehr gut aus: Wie weit siehst du unsere Mannschaft im Vergleich zu den anderen Teams?

Schon relativ weit. Auch wenn wir in Dresden verloren haben, darf man nicht vergessen, dass der Gegner auch einfach stark war. Sie gelten als Favorit im Kampf um den Aufstieg und spielen in der Konstellation auch schon länger zusammen. Trotzdem müssen wir ehrlich sein: Wenn der Spielverlauf etwas glücklicher ist, kann das Spiel auch in eine andere Richtung kippen und wir können da vielleicht etwas Zählbares mitnehmen. Von daher bin ich mit dem jetzigen Stand sehr zufrieden. Wir merken jetzt von Woche zu Woche, dass wir uns verbessern, kennen die Laufwege und die Stärken und Schwächen jedes Einzelnen. Wir haben aber auf jeden Fall noch Luft nach oben.

Was zeichnet euch als Mannschaft aus?

Wir haben in der Vorbereitung gesagt, dass wir immer alles auf dem Platz geben und unseren Fans und uns beweisen wollen, dass wir immer ans Limit gehen. Da gehört es eben auch dazu, dass manche Dinge dann noch nicht klappen. In Dresden haben zehn Neuzugänge begonnen, gegen Bochum standen elf neue Spieler in der Startformation. Aber wenn wir die extra Meter machen und alles reinhauen, dann kann es den Unterschied machen. Das haben wir auch gegen Bochum gesehen. Ich glaube auch im Stadion hat jeder gemerkt, dass wir als Mannschaft zusammengewachsen sind und auch genauso auftreten. Dieser Zusammenhalt ist schon jetzt sehr stark.

Du bist ein Bielefelder Junge, bist auch hier geboren. Was macht die Stadt so besonders?

Ich bin tatsächlich auch wieder in meinen Heimatort nach Altenhagen gezogen. Hier leben auch meine Eltern. Aufgewachsen bin ich teilweise in Brake, das ist nur fünf Minuten entfernt. Wenn ich sage, dass ich ein Bielefelder Junge bin, dann meine ich damit, dass ich zu ganz vielen Orten in der Stadt auch ganz viele Erinnerung habe. Wenn ich in die Stadt gehe, kenne ich gefühlt jedes Restaurant, war schon zig Mal an der Sparrenburg oder in der Altstadt. Ich habe hier ehrlich gesagt schon alles erlebt, habe alle meine Freunde und Familie hier. Deswegen wird Bielefeld auch immer meine Heimat bleiben.

Aus deiner ersten Zeit beim DSC ist tatsächlich noch ein Spieler da. Wie war es, wieder auf Fabian Klos zu treffen?

Ich habe mich ehrlich gefreut ihn wieder zu treffen. Wir brauchen über Fabi und seinen Stellenwert für den Verein, die Mannschaft und das Umfeld nicht sprechen. Wir wissen, wie wichtig er für uns ist. Und er ist auch einfach ein cooler Typ. Es ist schon gut, dass wir so einen Typen bei uns im Team haben.

Was wünscht du dir perspektivisch für bzw. mit dem DSC?

Mir ist ganz wichtig, gerade weil ich das jetzt auch gegen Bochum erlebt habe, dass die Fans und der Verein wieder enger zusammenrücken. Dass wieder eine positive Grundstimmung in der Stadt herrscht. Ich finde, dass man das als Spieler deutlich spürt und ganz anders zum Training oder wieder nach Hause fährt. Es ist einfach eine richtig gute Stimmung und man weiß, wofür man das alles macht. Natürlich möchte jeder einzelne und wir als Mannschaft den maximalen sportlichen Erfolg. Aber trotzdem machen wir das alles auch, damit die Fans positive Erlebnisse haben, sich über unsere Leistungen freuen und stolz durch ihre Stadt gehen können. Das ist mir ganz viel wert und das ist mir extrem wichtig, weil ich eine so enge Bindung zu diesem Verein habe. Ich hoffe, dass dieses Gefühl noch stärker wird und dass wir weitere Erfolge feiern können. Denn am Ende lebt das alles auch davon.

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