Hoch die Hände, Arminis!

Schon bevor um 12 Uhr die Tore am Eingang Süd öffnen, stehen Familien unter bunten Schirmen Schlange. Noch regnet es, Kinder in Matschhosen und Gummistiefeln springen durch die Pfützen auf dem Schotterplatz. Aufgeregte Kinderstimmen mischen sich unter das Prasseln der letzten Tropfen. Dann geht es los, Stadionstier Lohmann öffnet die Pforten, die Kinder stürmen rein.
Schnell bildet sich eine lange Schlange an der Tombola und dem Glücksrad, wo Lose gekauft und erwartungsvoll eingelöst werden. Wer noch keine Lust hat, sich anzustellen, zieht weiter zum Dosenwerden, trainiert seine Tricks am Ball bei der DSC-Fußballschule, schlendert über den Flohmarkt oder wärmt sich beim Stöbern im Fanladen auf.
Besonders beliebt ist wie in den vergangenen Jahren die große Autogrammstunde mit den Profis. An der Osttribüne stehen Pepe, Mik und Laurin schon in der Schlange. Gleich geht es für sie zu ihren Lieblingsspielern. Schritt für Schritt schlängeln sich die Jungs zusammen mit rund 700 anderen Kindern und ihren Eltern entlang der Osttribüne bis in den Krombacher Stammtisch vor. Wegen des Wetters wurde die Autogrammstunde, die normalerweise auf der Westtribüne im Stadion stattfindet, kurzfristig nach drinnen verlegt.
Trotz grauer Wolken liegt etwas Unbeschwertes in der Luft
Pepe, Mik und Laurin ist das Wetter sowieso egal. „Uns ist nicht kalt“, sagen sie grinsend. Die Vorfreude hält warm genug. Dann wird es laut. Die Mannschaft geht direkt an der Schlange vorbei, wird bejubelt, klatscht die Kinder ab und verschwindet dann im Foyer des Krombacher Stammtischs, wo sie auf ihre jüngsten Fans wartet.
Nach einer guten Stunde geht’s auch für Pepe, Mik und Laurin endlich rein. Vor ihnen sitzen alle DSC-Profis und die Trainer, bereit für Gespräche, Selfies und Autogramme. Pepe und Mik wollen vor allem eins: die Unterschrift von Jonny Grodowski. „Er ist unser absoluter Lieblingsspieler“, erzählen sie stolz. Laurin hingegen freut sich am meisten über das Autogramm von Taddel Momuluh. Natürlich haben die Jungs auch einen Tipp für das Spiel am Sonntag gegen Hertha BSC parat: „2:0 für Arminia.“
Um den großen Andrang besser zu organisieren, waren für die Autogrammstunde erstmals kostenlose Tickets erforderlich. „In den vergangenen Jahren konnten nicht alle Kinder, die angestanden haben, am Ende auch Autogramme bekommen. Irgendwann mussten wir die Schlange stoppen“, sagt Rabea Hamdine, Leiterin der Arminis-Abteilung beim DSC. „Durch die Begrenzung auf 700 Kinder konnten wir das diesmal deutlich besser steuern. Niemand stand umsonst oder enttäuscht in der Schlange.“
Fläche dieses Jahr deutlich entzerrt, neue Aquaballs kommen gut an
Nicht nur Fußballfans kamen beim Sommerfest auf ihre Kosten. Auf dem gesamten Gelände rund um das Stadion warteten zahlreiche Mitmachangebote auf die Kinder: von Hüpfburgern, Kletterwand, Fahrradparcours, Kinderschminken, Dosenwerfen und Flohmarkt bis zu Feuerwehr-Wasserstrahlern. Kinder tobten über die Aktionsflächen, ließen sich als Schmetterlinge schminken, machten Selfies mit Lohmann und schossen auf eine Torwand.
Besonders beliebt waren die neuen Wasserangebote auf dem Gästevorplatz auf der Nordseite des Stadions. Trotz gelegentlicher Schauer standen den ganzen Tag über Kinder in der Schlange für die Aquaballs. Die Wartezeit, die sie dabei in Kauf nahmen, hat sich gelohnt. In riesigen aufblasbaren Bällen liefen und purzelten die Kinder über das Wasser, während im Pool nebenan anderen in Mini-Booten ihre Runden drehten.
Auch auf der Bühne am Eingang West wurde viel geboten. Die Kinderrockband “Randale” sorgte mit ihrem Live-Konzert für Stimmung, dazu gab es Tanzshows der “Chilli Kitten”, Akrobatik vom “Zirkus Karibu” und musikalische Beiträge der Blechbläser der Bielefelder Philharmoniker.
Dass sich das Fest trotz der 10.000 Besucher entspannt anfühlte, lag auch an einem neuen Flächenkonzept. Weil es in den vergangenen Jahren bei über den Tag verteilten bis zu 13.000 Besucherinnen und Besucher stellenweise sehr voll war, wurde das Gelände diesmal deutlich entzerrt. Die zusätzlichen Flächen an der Nordseite und die neue Platzierung des Flohmarkts und der Tombola sorgten dafür, dass sich die Menschen besser verteilten. Dazu trug allerdings auch bei, dass im Vergleich zum Vorjahr rund 3.000 Besucherinnen und Besucher weniger kamen.
Ehrlich und direkt: Kinder stellen Mitch Kniat ihre Fragen
Natürlich ließ sich der Abstiegskampf an diesem Tag nicht ganz ausblenden. Als Chefrainer Mitch Kniat auf die Bühne kommt, dürfen die Kinder ihre Fragen stellen. Und Kinder fragen bekanntlich direkt.
„Bleibst du Trainer, auch wenn Arminia absteigt?“, möchte ein kleiner Fan wissen. Kniat muss nicht lange überlegen: „Wenn‘s nach mir geht: Ja! Arminia ist mein Verein.“ Weitere Fragen der Kinder: „Welchem deiner Jungs würdest du zutrauen, mal Trainer zu werden?“ Auch hier kommt die Antwort prompt: „Auf jeden Fall Mael Corboz. Er hat das Große und Ganze im Blick und stellt sich auch mal in die zweite Reihe.“ Dann überlegt Kniat noch einen Augenblick und ergänz: „Auch Maxi Bauer würde ich das zutrauen.“
Um 17 Uhr betritt dann Rabea Hamdine, Abteilungsleiterin der Arminis, die Bühne. Gemeinsam mit ihrem Team hat sie das Fest organisiert. „Wir hatten einen wundervollen Tag heute. Es ist etwas ganz Besonderes zu sehen, wie viel Spaß die Kinder hier haben. Genau dafür machen wir das, für dieses Leuchten in den Augen, dieses Strahlen. Ich freue mich, dass sich so viele Arminen auf den Weg zu uns gemacht haben. Alle Einnahmen kommen den Arminis zugute, wir freuen uns riesig über die Unterstützung.“
Am Ende hat sich sogar die Sonne noch blicken lassen. Für unsere jüngsten Fans was das ein Tag, den sie so schnell nicht vergessen werden.































































