Herzblut ist blau

Armine seit…?
"Mein erstes Spiel habe ich auf der Alm 1969 gegen Fortuna Köln gesehen, damals war ich 14. Es regnete und wegen der vielen aufgespannten Schirme habe ich kaum etwas vom Spiel gesehen. Aber es gab einen 2:0-Erfolg. Die Einweihung des Julius-Hesse-Platzes im Mai 2021, der an den ehemaligen jüdischen Präsidenten und die weiteren jüdischen Mitglieder des Vereins erinnert, hat mich bewogen, dem DSC beizutreten."
Was ist das Besondere an Arminia?
"Arminia gehört zu meiner Region Ostwestfalen wie die Sparrenburg oder der Teutoburger Wald, ein bedeutendes und liebenswertes Element regionaler Identität. Außerdem das vielfache und aufregende Auf und Ab des Klubs, diese "Stehaufmännchen-Mentalität", auch wenn es wahrlich nicht immer einfach war, das mitzuerleben. Und natürlich die phantastische SchücoArena, diese einzigartige Lage. So etwas gibt es eigentlich nirgendwo sonst im deutschen Profifußball."
Was war die schönste Erfahrung …?
"Sportlich vielleicht der Jubel über das 1:0 im entscheidenden Heimspiel gegen den VfL Osnabrück 2013 und damit den Aufstieg in Liga Zwei. Eigentlich war der Verein doch zwei Jahre vorher praktisch in die Regionalliga versackt, wenn überhaupt... Aber die schönste Erfahrung war weniger das Erleben eines sportlichen Erfolgs, da gäbe es aus den letzten Jahrzehnten einiges zu erwähnen. Nein, mein Mitwirken an dem Prozess einer nachhaltigen Erinnerungskultur im Verein während der letzten Jahre und die engagierte Arbeit unserer Julius-Hesse-AG stellen für mich sehr positive Erfahrungen dar. Dazu gehört auch der historische Spaziergang "Arminia während der NS-Zeit", der regelmäßig angeboten und gut angenommen wird."
Wo ist dein Lieblingsplatz …?
"Vor dem Entstehen der neuen Osttribüne pendelte ich zwischen Block 5 und 6, beim Stehplatz ist es geblieben. Jetzt im Block 3, etwa Reihe 15. Gerne neben Roland Illgner, der noch länger auf der Alm steht als ich."
Besondere Personen …
"Was wäre Arminia ohne Christian Venghaus? Ferner Patrick Lippek aus der Abteilung Fußballkultur und Soziales, der mit viel Empathie und Engagement die Einweihung des Julius-Hesse-Platzes vorangetrieben hat. Nicht zu vergessen sein Kollege Ali Haksal und die Präventionsbeauftragte Laura Bureck. Gemeinsam mit Laura arbeite ich mit dem jeweiligen U 15-Jahrgang in einem Projekt zur Sensibilisierung gegen Rassismus und Antisemitismus."
Arminia in drei Worten
"unkaputtbar", emotional, lernfähig
Warum Ehrenamt …
"Ehrenamt bedeutet Engagement und Initiative ergreifen über Punkte und Tore hinaus. Der Paragraf 2 der Satzung Arminias verpflichtet, gegen Gewalt, Rassismus, allgemein gegen jede Art von Menschenverachtung zu arbeiten. Deshalb existiert seit 2021 der Julius-Hesse-Platz, deshalb gehe ich mit Fans und anderen Interessierten auf den Rundgang "Spurensuche – Arminia während der NS-Zeit", der über die Vergangenheit des Vereins aufklärt und Akzente für die Gegenwart setzen will. Deshalb fahren wir mit der U 15 zur NS-Gedenkstätte Wewelsburg. Und darum stehe ich vor Heimspielen am Julius-Hesse-Platz und informiere BesucherInnen über diesen Gedenkort."
Mit wem würdest du gerne ein Krombacher trinken?
"Mit Fabian Klos. Nicht nur, weil er so lange für Arminia gespielt hat und im Sommer gehen wird. Sein Weg zu dem schwer an Krebs erkrankten Jungen und Arminiafan ins Kinderhospiz nach Bethel vor wenigen Jahren hat mich sehr bewegt."
Herzblut ist…
"..schwarz-weiß-blau, wenn es um Fußball geht. Wie sollte es sonst aussehen?"


