"Für die Menschen ist es etwas besonderes, zu unseren Spielen zu kommen"

Wie und wann bist Du zu Arminia und Deinem aktuellen Job gekommen?
Arminia hatte per Zeitungsanzeige einen Job ausgeschrieben. Daraufhin habe ich mich beworben und wurde genommen. Das war 1999.
Was macht Deinen Job besonders? Worin liegt für Dich der tägliche Antrieb, durch Deine Tätigkeit etwas zu bewegen?
Dass es für andere Menschen etwas Besonderes ist, zu unseren Heimspielen zu kommen, sprich sie eine gute Zeit bei uns haben wollen und ihre Emotionen im Stadion teilen können.
Welche Verantwortung hast Du konkret in Deiner Leitungsfunktion bei Arminia Bielefeld?
Ich habe Personal-Verantwortung für bis zu 40 Kolleginnen und Kollegen an den Spieltagen. Der Verkauf von Eintrittskarten ist die zweitgrößte Erlössäule bei Arminia Bielefeld, daraus ergibt sich eine große Verantwortung. Als Leiterin Ticketing bin ich zudem in vielen Abstimmungsprozessen gefordert. Mein Team und ich müssen Prozesse vorbereiten, technisch und organisatorisch aufsetzen und dabei immer die Bedürfnisse, Wünsche bzw. Erwartungen unserer Fans berücksichtigen, die Geld und Zeit für ihren Stadionbesuch – also heim und auswärts – investieren.
Die Anzahl von Frauen im Berufsfeld Fußball hat sich in den vergangenen Jahren deutlich erhöht. Diversität ist ein hohes Gut. Wie ist Deine Wahrnehmung dieser Entwicklung?
Ich glaube, dies betrifft maximal „nur“ die mittlere Führungsebene. Darüber hinaus geht es für sehr wenige Frauen noch weiter.
Wo muss sich der Sport öffnen, damit der Anteil an Frauen in Führungspositionen steigt? (Bsp.: interne Förderprogramme?)
Frauen sind oftmals besser qualifiziert. Es fehlt schlichtweg die Bereitschaft, die Posten an Frauen zu vergeben, auch wenn diese ihre Bereitschaft signalisieren. Die Männer, die für die Vergabe der Führungspositionen verantwortlich sind, müssen die Vergabeprozesse verändern. Das wäre meiner Meinung nach der erste Ansatz.
Hast Du (weibliche) Vorbilder im Sport?
Verena Pausder ist eine weibliche Expertin, der ich gern folge. Damit ist sie nicht zwingend mein Vorbild, aber ich schätze ihre Denkweise und die Motivation, Dinge für Frauen aktiv zu verändern.

