Profis

Fünf wilde Minuten

In der Bundesliga-Saison 2004/2005 treffen wir am 13. Spieltach auf den SC Freiburg. Als Tabellenneunter gastieren wir Mitte November vor 21.000 Zuschauern im Freiburger „Dreisamstadion“. Diese werden Zeuge einer vor allen Dingen in der ersten Halbzeit mitreißenden Partie, die wir mit 3:2 gewinnen können. Daran haben auch fünf wilde Minuten ihren gehörigen Anteil.

300 Sekunden können einem in der einen oder anderen Situation ewig vorkommen. In der Schule zum Beispiel, in Warteschlangen oder auch im Stau. Fünf Minuten können zäh sein, sie können einem den Nerv rauben, sie können aber auch begeistern. Hier dient unser Auswärtsspiel beim SC Freiburg vor knapp 17 Jahren als perfektes Beispiel.

Nach 15 Minuten, also 900 Sekunden klingelt der Ball im Freiburger Badenova-Stadion das erste Mal im Netz. Freiburgs Soumaila Coulibaly kommt auf der halblinken Seite zum Abschluss und lässt unserem Torwart Mathias „Matze“ Hain mit einem Schuss durch die Beine nicht ganz so gut aussehen – Matzes Mitspieler springen aber sofort in die Bresche, schließlich hat Hain in den ersten zwölf Spielen mit einem Gegentorschnitt von 1,0 bisher eine überragende Saison gespielt.

Während der Freiburger Stadionsprecher mit der Verkündung des 1:0 also quasi gerade erst fertig ist, trifft Delron Buckley nach Vorarbeit von Petr Gabriel zum 1:1 (16.). Dass dabei der Pfosten hilft, ist eigentlich nicht der Rede wert, wird aber im späteren Verlauf der Geschichte noch einmal interessant. Wobei „später“ an dieser Stelle eigentlich nur vier Minuten bedeutet – 240 Sekunden nach dem Ausgleich kann Patrick Owomoyela eine feine Flanke von Markus Schuler mit dem Kopf zum 2:1 nutzen. Die Kugel prallt dabei – wie auch schon vor dem ersten Tor – an den Pfosten.

Freiburg schüttelt sich kurz und kommt in der 39. Minute zum nicht unverdienten Ausgleich. Alexander Iashvili lässt sich nach Vorarbeit Coulibalys die Chance nicht nehmen und netzt zum 2:2 ein. Mit diesem Ergebnis geht es in die Halbzeit, in der beide Trainer wohl die richtigen Worte finden – zumindest in Bezug auf die Defensivarbeit.

Zum Glück sind wir an diesem Tag etwas abgeklärter und strukturierter. Obwohl Freiburg gerade in den letzten 15 Minuten ordentlich Druck macht, hält unsere Defensive den Angriffen stand. Und eben in dieser offensiven Phase der Gastgeber setzen wir einen Nadelstich, der das Spiel entscheiden wird. Buckley, in der zweiten Halbzeit nahezu vom Radar verschwunden, taucht nach Pass von Klodian Duro frei vor SC-Torwart Richard Golz auf, umkurvt diesen und schiebt das Kunstleder  zum umjubelten 3:2 in den leeren Kasten (87.)!

In den restlichen – mit Nachspielzeit – gut fünf Minuten passiert zum Glück nichts mehr. Und das, obwohl fünf Minuten echt lang sein können. Manchmal zumindest. Nicht aber an diesem Tag.   

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