Soziales Der DSC

Erinnerungstag: NIE WIEDER!

Heute jährt sich zum 76. Mal der Tag, an dem die Überlebenden im Konzentrationslager Auschwitz befreit wurden. Mit dem Erinnerungstag im deutschen Fußball gedenkt der DSC Arminia Bielefeld der Opfer des Nationalsozialismus. In diesem Jahr soll besonders an die Menschen erinnert werden, die wegen ihrer sexuellen und geschlechtlichen Identität brutal verfolgt wurden, wie auch der Bielefelder Ludwig Meyer.

Meyer wurde 1903 geboren und arbeitete in der Schlachterei seines Vaters in der Bielefelder Kreuzstraße. Im Oktober 1936 wurde der jüdische Kaufmann von der Gestapo, im Zuge der Sonderaktion gegen Homosexuelle in Bielefeld, festgenommen und nach Paragraph 175 zu acht Monaten Gefängnis verurteilt. Der Paragraph stellt sexuelle Handlungen zwischen Männern unter Strafe. 1937 musste der familiäre Betrieb aufgrund der menschenverachtenden Gesetzgebung schließen, wodurch Meyer arbeitslos wurde. Ein Jahr später wurde der Bielefelder erneut wegen seiner Sexualität festgenommen und anschließend nach Buchenwald deportiert. 1943 folgten Verlegungen nach Auschwitz und später Mauthausen. Nach dem Gefängnis und sieben Jahren im KZ gab es für ihn nach 1945 noch lange keine Befreiung. Die im Mai 1946 amtliche Anerkennung als sogenannter rassisch Verfolgter sollte Meyer 1949 durch die Bielefelder Wiedergutmachungsbehörde, aufgrund der Verurteilung nach § 175, wieder aberkannt werden. Es dauerte bis ins Jahr 1957, bis alle Entschädigungsansprüche einen positiven Ausgang fanden. Ludwig Meyer kam 1975 in seiner Wahlheimat auf St. Pauli ums Leben. (Quelle: Vgl. Ewers, Niko: Ludwig M., Jude und homosexuell. In: StadtBlatt, Nahaufnahme, 30. November 2000, S. 5.)

Bis 1969 verurteilte man die Überlebenden aufgrund des von den Nationalsozialist*innen verschärften Paragraphen 175. Gestrichen wurde er 1994. Rehabilitiert werden homosexuelle Menschen erst seit Mitte 2017.

Die Biografie von Ludwig Meyer verdeutlicht, dass der Widerstand gegen Diskriminierung uns alle bewegen und verbinden muss. Dabei ist es die zentrale Aufgabe unseres Vereins und unserer Fans, sich gegen Diskriminierung zu stellen und für Vielfalt einzutreten. Daher lautet unser Appell an Euch: Schaut in die Köpfe und Herzen, nicht auf die Hautfarbe, Herkunft oder sexuelle Identität. So werdet ihr feststellen, dass wir alle eins sind: Nämlich verschieden!

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