Der DSC

Erinnerung an das Wunder von Bielefeld

Im Sommer 1963 stand für Fußball-Deutschland der Start der Bundesliga auf dem Programm. Darunter gab es eine Art Unterbau in Form von fünf Regionalligen – eine davon im Bereich “West”. Genau für diese Spielklasse wollte sich auch Arminia Bielefeld unbedingt qualifizieren. Doch nach 20 Oberliga-Spieltagen war der DSC meilenweit vom gesteckten Ziel entfernt – bis eine Art Wunder geschah.

Es waren ungemütliche Zeiten in Bielefeld im Herbst 1963. Aufgrund des sportlichen Misserfolgs, drohte den Bielefeldern der Verbleib im Amateurbereich. Der Verein sah sich gezwungen zu handeln und trennte sich von Trainer  Jakob Wimmer. Auch auf Bestreben der Mannschaft holten die Verantwortlichen des DSC Hellmut Meidt zurück. Jener Hellmut Meidt, der bereits Anfang der 50er-Jahre erfolgreich die sportliche Verantwortung in Bielefeld getragen hatte.

Meidt, der als “gewiefter Taktiker”, “harter Hund” und als “väterlicher Freund” gleichermaßen galt, startete unmittelbar nach seiner Ankunft in Ostwestfalen eine beispielhafte Aufholjagd. Der DSC gewann sieben der nächsten acht Spiele und schaffte auf den wirklich allerletzten Drücker doch noch  das “Wunder von Bielefeld”, das zu einem Meilenstein der Clubhistorie wurde. Das letzte Spiel gewann Arminia damals gegen den direkten Konkurrenten Dortmunder SC mit 4:1. Am Ende war es ein einziges Tor, welches den DSC zum Aufstieg befugte.

An genau diese Zeit und die Folgejahre bis 1970 wurde beim Nostalgieabend  im Sechzehner der SchücoArena erinnert, der auf Initiative der Zeitzeugen von damals – Albrecht Lämmchen, “Rolli” Donnermann, Bernd Kirchner und Detlef Kemena – stattfand.  Mit Unterstützung des Teams vom Arminia- Museum MAFA war es gelungen, rund 30 Spieler und Funktionäre dieser Epoche sowie 40 weitere Interessierte in die SchücoArena einzuladen.

Ehemalige Arminia-Akteure wie  Dietmar Erler, Karl-Heinz Brücken, Dieter Brei, Uli Braun  oder Norbert Leopoldseder ließen es sich nicht nehmen, zu kommen. Doch auch Angehöriger bereits Verstorbener Vereinsikonen wie Meidt, Ernst Kuster oder Dieter “Stopper” Schulz wohnten dem geselligen Abend bei.

In Gesprächen, Vorträgen und bunten Beiträgen ging es bis ins Detail um diese schwarz-weiß-blaue Zeit. Teilweise wurde es dabei sehr emotional. Schließlich griff Rolli Donnermann zu seinem Akkordeon. Gemeinsam mit Horst Gamon stimmt er alte Arminia-Lieder an. Auch dabei floss so manches Tränchen, was erneut bewies: Der DSC Arminia Bielefeld ist eine große Familie – bis heute. Genau dies hatte Präsident Hans- Jürgen Laufer eingangs in seinen Begrüßungsworten gesagt und dabei deutlich gemacht, wie wichtig Vergangenheitspflege auch für die Arminia sei. Dies wurde an diesem tollen Abend einmal mehr deutlich!

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