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Ene mene miste, es rappelt in der Kiste…

In die englische Woche starteten die Augsburger gegen den FC Schalke 04 am vergangenen Sonntag mit einem Remis: Nach einer zwischenzeitlichen Führung und der anschließenden Aufholjagd der Königsblauen gelang dem kommenden Gegner des DSC in der Nachspielzeit doch noch der Ausgleich zum 2:2. Die Strippen für einen Punkt konnten also in letzter Sekunde gezogen werden – damit kennt sich die Stadt Augsburg schließlich auch auf kultureller Ebene aus.

Im Jahr 1943 gründete Walter Oehmichen gemeinsam mit seiner Frau Rose und den beiden Töchtern den “Puppenschrein”, dessen Bühne so klein war, dass er in einem Türrahmen Platz fand. Im Februar 1944 wurde das Marionettentheater jedoch durch einen Bombenangriff zerstört, die Puppen konnten allerdings zuvor in Sicherheit gebracht werden. Nach dem Krieg wurde das Projekt der Familie Oehmichen in die “Augsburger Puppenkiste” umbenannt – das Theater sollte so klein und kompakt gehalten werden, dass alle Requisiten, Kulissen und Marionetten in eine einzelne Box passen. Damals wie heute das Markenzeichen: der Vorspann, in welchem sich der kultige Kistendeckel öffnet und damit die folgende Darbietung ankündigt.

Noch keinen Kultstatus erreicht, hat hingegen die Paarung FC Augsburg gegen Arminia Bielefeld, gab es dieses Duell bisher doch nur vier Mal. Dieser Umstand bietet nur wenige Erfahrungswerte, von denen beide Seiten profitieren können – ein Blick auf die Tabelle lässt jedenfalls ein interessantes Spiel vermuten. Der FCA rangiert derzeit mit 13 Punkten auf Platz 13, der letzte Sieg gelang der Elf von Cheftrainer Heiko Herrlich am 6. Spieltag gegen den FSV Mainz 05.

Läuferisch bewegen sich die Augsburger derweil auf ähnlichem Niveau wie die Arminen. Zwar belegt Daniel Caligiuri, der laufstärkste Spieler des FCA, ligaweit “nur” den zehnten Platz, die “Fuggerstädter” können sich dank einer beachtlichen Laufleistung der gesamten Mannschaft jedoch hinter dem DSC auf Platz zwei festsetzen – mit gut sieben Kilometern Rückstand.

Mit dem Auto exakt einen Kilometer weniger weit weg liegt die WWK ARENA vom Heimathafen der Augsburger Puppenkiste, dem Heilig-Geist-Spital, entfernt. Auf den Tag genau vier Jahre nach der Zerstörung des “Puppenschreins” fand dort am 26. Februar 1948 die Ur-Aufführung des ersten Theaterstückes statt – “Der gestiefelte Kater” wurde zum Besten gegeben. 2004 wurde die Augsburger Puppenkiste, die bis heute ein Familienbetrieb geblieben ist, mit der goldenen Kamera ausgezeichnet und auch der ortsansässige Bundesligist ehrt das Marionettentheater auf besondere Art: Anstatt eines Wimpels überreicht der FC Augsburg seinem Gegner vor jedem Spiel eine Marionette, während bei einem Tor für die Schwaben stets das Titellied von “Jim Knopf” im heimischen Stadion ertönt.

Auch der DSC wird – allerdings erst in der Rückrunde – eine Puppe vom FCA erhalten. In dieser Saison fiel die Wahl auf die Hofkrähe Lukulla, die der Geschichte “Lilalu im Schepperland” entspringt. Wo es in der kommenden Begegnung scheppert, wer die Fäden in der Hand hält und in welcher Kiste es rappeln wird, entscheidet sich dieses Mal jedoch nicht im Theater, sondern am Mittwochabend, um 20:30 Uhr, in der SchücoArena.

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