„Ein ganz besonderes Stadionerlebnis“

Franziska ist ein leidenschaftlicher Fußballfan und liebt die Gemeinschaft, die Stimmung und das Erlebnis im Stadion. Seit einigen Jahren lebt sie mit Epilepsie. Dank ihrer vierjährigen Cocker-Spaniel-Hündin Lotte kann sie ihren Alltag wieder aktiv gestalten und nun auch wieder live Fußball erleben. „Ich bin totaler Fußballfan und wollte schon immer mal in die SchücoArena gehen“, erzählte sie im Gespräch. „Ich habe so viel Gutes über Arminia gehört, dass es sehr familiär und herzlich ist. Und genauso war mein Stadionerlebnis hier auch.“
Über den Behindertenfanbeauftragter Peter Hackmann nahm Franziska vorab Kontakt mit dem Verein auf. Sie erhielt einen Platz im Bereich der Rollstuhltribüne, der in direkter Nähe zur medizinischen Versorgung ist, falls etwas passieren sollte. „Es war ganz besonders für mich, so nah am Spielfeld zu sitzen. Ich habe mich total wohl gefühlt. Die Fans waren super freundlich, viele haben mich angesprochen und sich gefreut, dass ein Hund mit im Stadion ist. Ganz besonders für die Kinder war Lotte eine Attraktion und viele wollten sie streicheln. Wenn sie im Dienst ist, darf man das eigentlich nicht, aber wenn ich das okay gebe, ist es in Ordnung.“ Auch Lotte hat sich wohl gefühlt. „Sie war die ganze Zeit bei mir, hat viel geschlafen und sich auch von der Lautstärke nicht aus der Ruhe bringen lassen“, erzählte Franziska lachend.
Dass Lotte für Franziska weit mehr ist als nur eine Begleitung, wird im Gespräch schnell deutlich. „Sie ist mein kleiner Lebensretter. Wenn ich einen epileptischen Anfall bekomme, erkennt sie die Attacke schon etwa 25 Minuten vorher und schlägt so lange Alarm, bis ich medizinisch versorgt bin. Ohne sie wäre vieles sowohl im Alltag als auch beruflich nicht möglich. Sie gibt mir meine Sicherheit, Ruhe und Lebensqualität zurück – gerade in Momenten, die mir viel bedeuten, wie zum Beispiel beim Fußball.“
Der Stadionbesuch in der SchücoArena war für Franziska ein wichtiger Schritt und ein starkes Zeichen für Inklusion und Teilhabe. „Mir geht es darum, dabei zu sein und etwas zu erleben. Ich möchte anderen Mut machen, die in einer ähnlichen Situation wie ich sind und sich vielleicht nicht trauen, ins Stadion zu gehen. Viele Behinderungen sind nicht sichtbar, und oft verstehen andere gar nicht, wie einschränkend das sein kann. Durch Lotte kann ich die Gemeinschaft und Stimmung wieder unbeschwert genießen – das bedeutet mir unglaublich viel.“
Auch Arminia möchte solche Erlebnisse künftig weiter möglich machen. „Als Verein möchten wir allen Menschen, unabhängig von ihren Einschränkungen, die Teilhabe am Stadionerlebnis ermöglichen. Solche Anfragen sollten frühzeitig angemeldet werden, unter Vorlage des offiziellen Ausweises des Assistenzhundes“, erklärt Behindertenbeauftragter Peter Heckmann.

