Dynamo zu Gast in der SchücoArena

So sieht’s aktuell aus: Bisher hat Dynamo Dresden in der Liga noch nicht punkten können, zeigte aber nach den sehr knappen Niederlagen gegen Greuther Fürth (2:3) und Magdeburg (1:2), dass sie in der 2. Bundesliga angekommen sind. Und auch im DFB-Pokal gegen Bundesligist Mainz zeigten die Sachsen eine vielversprechende Leistung mit besten Torchancen, mit denen sie das Ergebnis durchaus in die eigene Richtung hätten lenken können. Beim Aufeinandertreffen am Sonntag fehlen Dynamo im Angriff voraussichtlich zwei wichtige Offensivkräfte: Torjäger Christoph Daferner (Handbruch) und Neuzugang Vincent Vermeij (Infekt) können die Reise nach Bielefeld vermutlich nicht antreten.
Direktvergleich: Letztes Spiel gegen Dynamo, größtmögliche Dramatik. In letzter Sekunde entriss ein erzwungenes Eigentor den Dresdnern zwar den vorzeitigen Zweitliga-Aufstieg, den sie aber eine Woche später genauso wie unsere Arminia klar machten. Doch Dresden spielte eine bärenstarke Saison. Dramatisch war es schon häufiger zwischen den beiden Teams: 2014 zählte für Arminia nur ein Sieg, um den Abstieg zu verhindern. Nach der Bielefelder 2:0-Führung durch zwei Tore von Fabian Klos und anschließender Spielunterbrechung schlug Dresden zurück, glich in Unterzahl zum 2:2 aus, ehe unsere Arminia durch Kacper Przybyłko letztlich mit 3:2 siegte und sich in die Relegation rettete. Generell sieht die Bilanz gegen Dresden ganz ordentlich aus: In 17 Spielen gabs acht Siege und nur sechs Niederlagen. Luft nach oben gibts bei der Heimbilanz: Den letzten Sieg in der SchücoArena gab’s 2020.
Kommen und Gehen: Nach Auf- oder Abstiegen nicht unüblich hat sich Dresden einmal gewaltig geschüttelt: Zwölf Zugänge kamen, zehn Spieler verließen den Verein. Dadurch treten die Gäste mit einer etwas veränderten Mannschaft in Ostwestfalen auf, als noch vor wenigen Monaten beim 1:1-Unentschieden am 36. Spieltag.
Zahlen, bitte: Dresden ist der Vergangenheit in vielen Ligen zuhause gewesen. Von der ersten bis zur vierten Spielklasse war in den vergangenen 35 Jahren alles dabei. 1995 wurde Dynamo nach schweren finanziellen Problemen die Lizenz verweigert – Abstieg in die Regionalliga, später sogar kurzzeitig in die vierte Liga. Jetzt gelang die Rückkehr in die 2. Bundesliga, in die der achtmalige DDR-Meister in die insgesamt elfte Spielzeit geht.
Besondere Rückblicke: Noch heute erinnern sich die Dynamo-Fans mit Bauchschmerzen an den 19. März 1986. An das Wunder von Uerdingen. Im Europapokal der Pokalsieger hatte Dresden das Hinspiel mit 2:0 gewonnen und führte im Rückspiel zur Pause 3:1. Scharenweise verließen die Uerdinger Fans das Stadion und verpassten eine der größten Sensationen im deutschen Fußball. In 45 Minuten machten die Gastgeber aus dem Zwei-Tore-Rückstand noch ein 7:3 und fügten Dresden die wohl schmerzhafteste Niederlage der Vereinsgeschichte zu.
In der Saison 2023/24 setzten sich die Dynamos nach einem 2:1-Sieg gegen TSV 1860 München auf den 3. Tabellenplatz in der 3. Liga. Mit einer Tordifferenz von +19 und 53 Punkten, exakt passend zum Gründungsjahr 1953 – ein kurioser und heute noch beliebter Zufall unter den Fans.

