Die passende Songauswahl

Die Freunde Hannover 96 und Arminia Bielefeld hatten sich anscheinend doch zu lange nicht mehr gesehen. Deshalb dauerte die Abtastphase beider Teams länger als üblich. Das kam DSC-Neuzugang und Pflichtspieldebütanten Aléx Pérez entgegen, um sich in seinem ersten Einsatz zu akklimatisieren. Es dauerte bis zur 25. Minute, ehe es erstmals hektisch wurde. Einen vielversprechenden Arminia-Konter konnte Cebio Soukou nicht vergolden. Der 26-Jährige dribbelte sich vor dem Strafraum in eine aussichtsreiche Abschlussposition, blieb dann aber an einem Verteidiger hängen.
Die Neuhaus-Elf hatte aber nun den Gefallen am Weg zum gegnerischen Tor gefunden. Der agile Soukou konnte am Strafraumeck nur mit einem Foul gestoppt werden. Den fälligen Freistoß brachte Marcel Hartel von rechts auf den langen Pfosten, wo sich Fabian Klos gegen Jannes-Kilian Horn stark durchsetzte und das Leder in das lange Eck einnickte – 1:0 (32.)! Das Tor widmete die gesamte Mannschaft Co-Trainer Peter Németh, der seinen 47. Geburtstag feierte. Oder um es mit Grönemeyers Zeilen aus dem Lied Sekundenglück zu sagen: "Der Tag ist alles außer gewöhnlich." Und dieser Satz passte auch zum Verlauf der zweiten Halbzeit.
Dort nämlich machten die "Blauen" genau da weiter, wo sie aufgehört hatten. Andreas Voglsammer setzte sich mit einer Drehung stark gegen zwei Verteidiger durch und spielte den Ball von links in den Sechzehner, wo Klos zum Abschluss bereit stand. 96-Verteidiger Felipe, der deutlich zu spät kam, brachte Klos zu Fall – klare Sache: Elfmeter! Den fälligen Strafstoß brachte Voglsammer ganz cool im linken Eck zur 2:0-Führung (64.) unter! Unterstützt vom überragenden Bielefelder Publikum feierte die Mannschaft den Treffer ausgelassen. Grönemeyer findet in seinem Lied dafür die passenden Worte: "Du denkst, dein Herz schwappt dir über." Und das tat es auch aus Sicht der Bielefelder fast. Der Grund? Der DSC kontrollierte mit der 2:0-Führung im Rücken das Geschehen auf dem Rasen und ließ den 96ern in der restlichen Spielzeit keine weiteren Möglichkeiten. Ab der 80. Minute spielten die Hannoveraner zudem noch in Unterzahl. Waldemar Anton sah nach einem Foul an Klos die Gelb-Rote Karte (82.).
Als Schiedsrichter Patrick Ittrich das Spiel abpfiff, dauerte es nicht lange, bis die gesamte DSC-Mannschaft vor der pickepackevollen schwarz-weiß-blauen Kurve stand und sich für den tollen Auftritt feiern ließ. 2018 erschienen, heißt es im Song Grönemeyers: "Es sind die einzigartigen Tausendstel-Momente. Das ist, was man Sekundenglück nennt." Diese Glücksgefühle durchströmten die mitgereisten Fans sowie die Mannschaft. Die nächste Chance auf Glücksgefühle/Sekundenglück hat der DSC am kommenden Samstag (13:00 Uhr) beim Auswärtsspiel in Wiesbaden.

