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Die Kiezhelden aus St. Pauli

Der FC St. Pauli – ein Verein, der weit mehr als nur ein Fußballclub ist. Als Stadtteilverein versteht sich der Klub als Träger von gesellschaftlicher Verantwortung gegenüber seinem Viertel sowie den dort lebenden Menschen. Um das aktive Engagement in diesem Bereich zu organisieren und professionalisieren, wurden die sogenannten „Kiezhelden“ ins Leben gerufen. Eine Abteilung, die wahrlich von Herzblut lebt.

Während sich viele Menschen beim FCSP, ganz gleich ob aus der Fanszene oder einzelnen Vereinsabteilungen, bereits eigenständig erstklassig in sozialen Projekten engagieren, übernimmt inzwischen auch der Verein selbst Verantwortung. Er führt soziale und gesellschaftspolitische Projekte oder kommt in verschiedenen wohltätigen Organisationen und Projekten unterstützend zur Hilfe.

Der Fokus dieses Engagements liegt, wie soll es anders sein, vor allem auf Hamburgs Stadtteil St. Pauli selbst. Doch auch über die Grenzen hinaus wird der Klub tätig, bündelt vorhandene Kräfte und treibt Lösungen für alle Beteiligten voran – ganz getreu des Mottos „Solidarität ist unsere Waffe!“.

Neben akuten, in sich geschlossenen Projekten, wird auch an einzelnen individuellen Dauerprojekten gearbeitet, welche zum Teil schon seit mehreren Jahren laufen. Darunter fällt unter anderem der Förderverein „1910 e.V. – Museum für den FC St. Pauli“, der in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen feiern konnte und sich mittlerweile an über 800 Mitgliedern erfreut. Das Vereinsmuseum der Braun-Weißen, welches in der Gegengeraden des Millerntor-Stadions beherbergt ist, bietet eine Dauerausstellung rund um den Verein an. Darüber hinaus ist im hiesigen Vereinsmuseum auch das „Dieter-Rittmeyer-Archiv“ zu finden. Dieter Rittmeyer begann als Erster im Vorfeld des 100. Vereinsjubiläums mit der systematischen Sammlung historischer Fotografien und anderer bedeutender Erinnerungen. Abgesehen von der Betreibung und dem stetigen Ausbau des Museums finden in diesem Zuge mittlerweile sogar Bildungsmaßnahmen statt, wie zum Beispiel „BAM! Bildung am Millerntor“.

Doch die Projekte beziehen sich nicht ausschließlich auf den Verein – im Gegenteil. So steht die Initiative „St. Depri – wir sind immer für uns da e.V.“ zur Information, zum Austausch und zur Beratung für an Depressionen Erkrankte sowie Angehörige und interessierte St. Paulianer zur Verfügung. Die Bewegung gründete sich in Folge des Freitodes eines FC St. Pauli-Fans mit der Hoffnung, weiteren Vorfällen in dieser Richtung präventiv vorbeugen zu können. Als feste Bestandteile gehören der regelmäßige Stammtisch, offene Sportgruppen, Yoga, progressive Muskelentspannungen sowie Beistand beim Öffnen von Briefen zum Programm von St. Depri.

Eine weitere Herzensangelegenheit der Kiezhelden ist der FC Lampedusa St. Pauli, ein Fußballprojekt für Jugendliche sowie junge Erwachsene mit Fluchterfahrung. Auch das offizielle „Refugee-Team“ des FC St. Pauli ist beim FC Lampedusa herzlich willkommen. Nicht zuletzt die Migrationspolitik der EU und der Dublin III Verordnung erschweren die Teamfindung und das Vereinsleben in diesem Bereich erheblich. Eine daraus resultierende hohe Fluktuation der Mitspielerinnen und Mitspieler machen die Bildung eines guten Teamgeistes und Gruppengefühls nahezu unmöglich. Um die Dimension der Fluktuation in Zahlen zu packen: Innerhalb der letzten fünf Jahre waren nahezu 200 Spielerinnen und Spieler Teil der Mannschaft des FC Lampedusa St. Pauli. Doch der Fokus des Engagements geht weit über den Fußballsport als solcher hinaus. Viel mehr rücken Werte wie Gleichheit, Geschwisterlichkeit, Partizipation, Inklusion und alltägliche Teilhabe in den Blickpunkt, um Rassismus und Diskriminierung aktiv keine Chance zu geben. Eine Herzensangelegenheit eben!

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