Der Traum lebt weiter!

Schon zu Beginn schenkten sich beide Teams nichts: Erst rasselten Jeremie Frimpong und Maximilian Großer mit den Köpfen aneinander, Frimpong lag am Boden, konnte aber weiterspielen. Der nächste Aufreger nach vier Minuten: Exequiel Palacios rauschte mit Kersken zusammen. Ein sehr intensiver Beginn an diesem großartigen Abend. Und eine Stimmung, die ARD-Reporter Esther Sedlaczek schon vor dem Anpfiff passend mit der Anfield in Liverpool verglich.
Die vielleicht sensationellsten 90 Minuten unserer Vereinsgeschichte im Zeitraffer:
Leverkusen gleich zu Beginn feldüberlegen, aber unsere Abwehr stand wie so oft sicher. Chancen für den großen Favoriten nach zehn Minuten bislang Mangelware. Und Arminia sorgt immer wieder für Entlastung. Jeder Ballgewinn wird von einem orkanartigen Beifall begleitet - Gänsehaut-Atmosphäre in der Schüco-Arena.
Nach 17 Minuten trotzdem der erste Treffer für die Gäste: Alejandro Grimaldos Flanke verlängert Amine Adli mit dem Kopf zu Jonathan Tah, der zur Führung trifft.
Doch vier Minuten später bebt die SchücoArena. Die perfekte Antwort unserer Arminia: Marius Wörl (21.) schnappt sich am Elfmeterpunkt den Ball, den zuvor Piero Hincapie nicht klären kann und drescht ihn in die Maschen zum 1:1–Ausnahmezustand im Stadion als der Treffer nach Kontrolle des Videobeweises gegeben wird.
Und Arminia legt nach: Großchance nach einem feinen Anspiel auf Sarenren Bazee (26.). Der 28-Jährige läuft allein aufs Tor zu, scheitert aber an Lukas Hradecky im Leverkusener Tor. Und Arminia kämpft weiter, schmeißt sich in jeden Ball und setzt immer wieder Nadelstiche. Chancenverhältnis nach 30 Minuten: 2:1 für unsere Arminia! Von einem Zwei-Klassen-Unterschied ist auch kurz vor der Pause wenig zu sehen. Im Gegenteil: Joel Grodowski entwischt der Bayer-Abwehr und kann nur durch ein Foul von Mukiele gestoppt werden. Den Freistoß setzt Wörl (42.) aus spitzem Winkel knapp drüber. Arminia zu diesem Zeitpunkt absolut auf Augenhöhe mit dem Meister und Pokalsieger!
Und es wird immer besser: Wiederum Grodowski fädelt auf Strafraumhöhe bei Mukiele ein. Den Freistoß von Oppie köpft Großer (45+3) zur nicht unverdienten Führung ein. In der Halbzeit ist für die Fans klar: „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“.
Auch nach der Pause spielt Arminia munter mit und mit Wörl (58.) von der Strafraumkante einen weiteren Warnschuss ab. Nur noch eine halbe Stunde bis Berlin!
Weil Leverkusen in dieser Phase wenig einfällt, sortiert Alonso seine Mannschaft lautstark auf dem Platz. Und Bayer passieren Fehler, die so sonst Seltenheitswert haben. Arminia drängt auf den dritten Treffer, doch Oppies Pass rutscht Grodowski (69.) ein wenig über den Fuß. Noch 19 Minuten bis zur Sensation! Auch Kersken in Bestform, pariert großartig einen Kopfball von Boniface (73.). Und selbst Schick köpft knapp neben das Tor (81.). Die Sensation nimmt Formen an! Als letzten Schachzug stellt Bayer Jonathan Tah in den Sturm. Doch wenige Minuten danach ist das Spiel zu Ende und die große Sensation perfekt! Wir fahren nach Berlin und spielen um den DFB-Pokal!!!!!
DSC Arminia Bielefeld: Kersken – Oppie, Großer, Russo, Schneider, Hagmann – Corboz, Schreck (90+3 Felix), Wörl, Sarenren Bazee (90+3 Young) – Grodowski (83. Biankadi)
Bayer Leverkusen: Hradecky – Hincapie, Tah, Mukiele – Grimaldo, Andrich, Xhaka, Frimpong – Adli (77. Tella), Schick, Palacios (53. Boniface)
Schiedsrichter: Harm Osmers (Hannover)
Zuschauer: 26.601 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Grodowski, Schreck, Russo - Mukiele, Hincapie. Tella, Grimaldo
Tore: 0:1 (17.) Tah, 1:1 (21.) Wörl, 2:1 (45+3) Großer

