Der lange Weg zurück

Seither arbeitet Roberts intensiv am Wiedereinstieg ins Mannschaftstraining, begleitet von Reha-Trainer Malte Hornemann. „Mein erster Eindruck von ihm nach der Winterpause war sehr positiv. Sowohl sein Fitnesszustand als auch seine mentale Einstellung sind top“, berichtet Malte.
Vom Reha-Training zurück auf den Platz
Der Weg zurück begann unmittelbar nach der Operation im BG Klinikum Hamburg. In der Frühphase lag der Fokus darauf, die Alltagstauglichkeit wiederherzustellen. Anschließend setzte Roberts die Reha im Zentrum Pace in Köln fort, wo der Übergang von Therapie zu Training erfolgte. Ab September übernahm Arminia die weitere Betreuung, Reha-Trainer Malte Hornemann begleitete den Prozess vor Ort. Zunächst standen Muskel- und Kraftaufbau sowie neuromuskuläre Kontrolle auf dem Plan. Ergänzt wurde dies nach und nach durch dynamische Übungen, wie Sprünge und Landungen, um Roberts auf das lineare Laufen vorzubereiten. Die Rückkehr zum Laufen fand zunächst auf dem Laufband statt. Dort wurde das Volumen schrittweise gesteigert, bis Roberts für die ersten Trainingseinheiten auf dem Platz bereit war.
„Die ersten Schritte auf dem Platz waren sehr kontrolliert und niedrigintensiv: Zunächst lineare Übungen ohne Richtungswechsel, Ballkontrolle und Kurzpassspiel. Danach steigerten wir Schritt für Schritt die Intensität und Komplexität. So wurden beispielsweise Richtungswechsel, intensive Sprints/Antritte sowie Torschüsse und Kopfballspiel erarbeitet. Gegen Ende haben wir dann Spielsituationen unter Gegnerdruck und Ermüdung simuliert“, erklärt Malte.
„Regelmäßig führen wir standardisierte Tests durch, um Roberts Fortschritt zu messen. Darauf basierend passe ich die Trainingsinhalte und die Intensität Schritt für Schritt an“, so Malte.
Übergang ins Mannschaftstraining
Der Übergang ins volle Mannschaftstraining erfolgte in enger Absprache mit dem Trainerteam und Athletiktrainer Niklas Klasen. Malte Hornemann: „Wir besprechen täglich, welche Inhalte Roberts absolvieren kann und wie er in die Trainingsformen eingebunden wird. Ziel war es, auch das Mannschaftstraining individuell an seinen aktuellen Reha-Fortschritt anzupassen.“
Roberts startete zunächst mit isoliertem Passspiel und niedrig intensiven Spielformen. Die Inhalte wurden auch im Mannschaftstraining Stück für Stück gesteigert, bis er schließlich freie Spielformen wie 4 gegen 4 oder 11 gegen 11 durchführen konnte. „Das Mannschaftstraining ist komplexer als isoliertes Reha-Training. Neben den physischen Anforderungen steigern wir durch die Spielformen auch kognitive Aspekte wie Reaktions- und Handlungsschnelligkeit. Anfangs haben wir das Training von Rob aufgeteilt. Er trainierte einen Teil mit der Mannschaft und einen Teil mit mir, um ihn nach und nach an ein volles Mannschaftstraining heranzuführen“, ergänzt Malte.
Fortschritte und aktueller Stand
Die letzten Wochen standen vor allem im Zeichen von Schnellkrafttraining und Verbesserung der Ausdauerleistungsfähigkeit. „Rob hat in den vergangenen Wochen beeindruckende Fortschritte gemacht, in der letzten Reha-Einheit vor der Pause sogar eine höhere Maximalgeschwindigkeit erreicht als vor der Verletzung“, so Malte.
Heute ist Roberts wieder ein fester Bestandteil der Mannschaft und macht bei möglichst allen Einheiten mit. Ergänzt wird dies von einem individuellen Programm zur Trainingsvor- und Nachbereitung. „Ziel ist es jetzt, seine Belastungsverträglichkeit zu steigern, sodass er im Optimalfall bald nicht mehr individuell gesteuert werden muss. Außerdem ist es wichtig, dass er die fußballspezifische Fitness zurückerlangt. Die bekommt er durch große Spielformen im Training und Einsatzminuten im Spiel“, erklärt Malte. Roberts absolvierte in der Vorbereitung im Testspiel gegen Rostock bereits seine ersten Spielminuten nach der Verletzung. Vergangene Woche belohnte sich unser Stürmer für seine harte Arbeit und sammelte die ersten Spielminuten in einem Pflichtspiel seit über 300 Tagen Verletzung gegen Fortuna Düsseldorf.
Malte Hornemann über seine Rolle
„Meine Aufgabe als Reha-Trainer ist es, den Spieler auf die physischen Anforderungen in der Mannschaft vorzubereiten und das Re-Verletzungsrisiko so gering wie möglich zu halten. Bei Rob ist uns das definitiv gelungen. Er ist ein Spieler mit enormer Eigenmotivation, der stets das Maximum rausholen möchte. Er ist meistens der Erste im Kraftraum und zu jeder Zeit interessiert, Dinge zusätzlich zum Reha-Training zu machen, die den Prozess optimieren. Es hat mir extrem viel Spaß gemacht mit ihm zu arbeiten. Die Reha mit Roberts war eine herausfordernde, aber sehr spannende Aufgabe und ich bin sehr stolz, dass er wieder vollständiger Bestandteil der Mannschaft ist“, sagt Malte abschließend.























