Profis Soziales

Das Duell um Platz eins

Ein richtiges Spitzenspiel findet vor gut 18 Jahren bei uns in Bielefeld statt. Die Hauptprotagonisten des damaligen Zweitligagipfels: Der DSC Arminia Bielefeld und der FSV Mainz 05. Der DSC um Cheftrainer Benno Möhlmann steht vor der Partie des neunten Spieltachs auf Rang eins, die von Jürgen Klopp trainierten Mainzer reisen auf Platz zwei stehend an – es entwickelt sich ein rasantes Spiel mit einem guten Ende. Und fast noch wichtiger: Es entwickelt sich eine rasante Saison mit einem für beide Seiten glücklichen Ende. Der Traditionsschnack.

Mit dem 3:2-Auswärtssieg bei Eintracht Trier aus der Vorwoche im Rücken empfängt unsere Mannschaft am Nachmittag des 19. Oktobers 2003 den FSV Mainz 05. Patrick Owomoyela, Marco Küntzel und Isaac Boayke hatten in Trier für den Sieg gesorgt und den DSC damit an die Spitze geschossen.

Die Mainzer um Cheftrainer Jürgen Klopp reisen bei tollem Bielefelder Herbstwetter also mit einer gehörigen Portion Respekt nach Ostwestfalen. Vor dem Spiel wird der Mainzer Übungsleiter in einem Interview auf Isaac Boakye, den die Mainzer gerne verpflichtet hätten,  und die Bielefelder Möglichkeiten angesprochen. Seine Antwort: „Ich habe vorhin mit Isaac gesprochen, (…) ein guter Junge. Wir wollten übrigens auch Roland Benschneider haben, mit dem haben wir auch verhandelt – den haben wir auch nicht gekriegt. Bielefeld hat schon andere Möglichkeiten als wir.“

Auf dem Platz geht es ab Minute eins allerdings sehr eng und ausgeglichen zu. Ausgerechnet jener Boayke, im Fernsehinterview von Premiere noch als „Bokatschi“ bezeichnet, schießt in der 39. Minute nach einstudierter Ecke am zweiten Pfosten den 1:0-Siegtreffer. 21.800 Zuschauer freuen sich, als Schiedsrichter Stefan Trautmann die Partie gegen 16:50 Uhr abpfeift und der DSC dadurch drei weitere wichtige Punkte einfährt. Mit dem fünften Sieg in Folge setzt sich Arminia an der Tabellenspitze fest.

In einem ganz engen Saisonfinale schaffen es letztlich beide Teams, in die Bundesliga aufzusteigen. Zwar holt sich der 1. FC Nürnberg mit 61 Punkten die Meisterschaft, der DSC (56 Punkte) und der FSV (54 Punkte) ziehen aber nach und gehen mit dem „Glubb“ ins Oberhaus. Bis auf zwei Jahre Ausnahme (2007-2009) spielen die Rheinhessen seitdem in der Bundesliga.

In dieser Zeit hat sich einiges getan. Jürgen Klopp trainiert mittlerweile den FC Liverpool, Isaac Boakye hat seine Schuhe an den Nagel gehangen und Stefan Trautmann ist kein Schiedsrichter mehr. Achja, und das Wichtigste: Wir spielen Bundesliga, gegen den FSV Mainz 05 – allerdings nicht um Platz eins.  


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