Blick auf unseren Gegner

Im Jahr 777 wurde die Stadt Paderborn erstmals in den Geschichtsbüchern erwähnt. Über tausend Jahre später hielt der Fußball Einzug in der mittlerweile 157.000 Einwohner großen Stadt. 1907 gründeten zwanzig Fußballfreunde den ersten Verein der Stadt und er trug einen für uns bekannten Vornamen. Paderborns Fußballbegeisterte traten ab sofort für Arminia Neuhaus gegen den Ball. Der Fußball in Paderborn war fortan von Vereinsfusionen geprägt. So wurden Rivalitäten überwunden und der SV 07 Neuhaus und TuS Sennelager fusionierten zum TuS Schloß Neuhaus. In der Oberliga Westfalen konkurrierte man immer wieder mit dem Lokalrivalen 1. FC Paderborn, mit dem man wegen ausbleibender Erfolge 1985 zum TuS Paderborn Neuhaus verschmolz. Das Ziel vom bezahlten Profifußball wurde erst zwanzig Jahre später, im Jahr 2005, erreicht. Den jetzt bekannten Namen SC Paderborn 07 trägt der Verein erst seit 1997.
Mit dem Aufstieg in den bezahlten Fußball stieg auch die Euphorie in der ostwestfälischen Stadt. Während in der Regionalliga-Saison 2002/03 noch weniger als 2.000 Zuschauer im Schnitt die Spiele besuchten, waren es nach dem Aufstieg in die zweite Bundesliga bereits 6.500. Mit einem neuen Stadion, das 15.000 Zuschauer fassen konnte, etablierte sich der SC Paderborn ab 2009 in der 2. Bundesliga. Die anschließenden Berg- und Talfahrten sind weit über die Landesgrenzen bekannt - von den ostwestfälischen Genen der Fahrstuhlmannschaft hatten auch unsere Nachbarn etwas abbekommen. Den direkten Wiederaufstieg nach der ersten Bundesliga-Saison des Vereins sollte niemand geringeres als Steffan Effenberg in die Wege leiten. Der SC Paderborn war die bis dato erste Trainerstation von einem der erfolgreichsten Spieler der deutschen Fußballhistorie. Mit einem Punkteschnitt von 0,8 in 15 Spielen musste "Effe" allerdings den Trainerposten bereits nach sechs Monaten wieder räumen.
Trotz der kurzweiligen Ausflüge in die Bundesliga hält der SC Paderborn immer noch einen ungebrochenen Bundesliga-Rekord. Im September 2014 erzielte Moritz Stoppelkamp in der Nachspielzeit das 2:0 für Paderborn gegen Hannover 96 - aus 83 Metern. Damit übertraf er den vorherigen Rekord von Giorgos Tzavellas um ganze zehn Meter. Es war auch dieser Treffer, der die kurzzeitige und vereinshistorisch erste Bundesliga-Tabellenführung für den Verein bedeutete. Diesem Ereignis widmete der Verein die 82,3 Meter kleine Straße vor dem Stadion, die seitdem offiziell Stoppelkamp-Allee heißt. Mit 15.000 Sitzplätzen (davon 9.200 Stehplätzen) ist die Spielstätte gerade groß genug, um auch die Bundesliga-Auflagen zu erfüllen. Doch das einzigartig Stadion ist nicht so einzigartig, wie man denken mag: Der polnische Erstligist Piast Gliwice spielt in einem 1:1 gleichen Nachbau der Paderborner Home Deluxe Arena.
Am kommenden Samstag erwarten wir mindestens 10.000 Fans mehr in der SchücoArena, wenn wir unseren ostwestfälischen Nachbarn zum letzten Heimspiel in dieser Saison empfangen. Vor rund 26.500 Zuschauern geht es um drei weitere Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. Anstoß der Partie ist um 13 Uhr.

