Aktuelles Nachhaltigkeit

Azubis pflegen den Arminia-Wald

"Vergesst KI, vergesst Digitalisierung, heute braucht ihr eure Hände und werdet anpacken." Mit diesen Worten begrüßte Revierleiter Henrik Jazwinski vom Umweltbetrieb der Stadt Bielefeld, Abteilung Forsten, 13 Auszubildende von NTT DATA Business Solutions im Arminia-Wald. Statt Tastatur und Bildschirm stand an diesem Tag Handschuhe, Muskelkraft und echte Handarbeit auf dem Programm.

Die Auszubildenden des Bielefelder IT-Dienstleisters waren gekommen, um junge Bäume zu pflegen. Vor rund drei Jahren wurden die Setzlinge gepflanzt, nun mussten sie von konkurrierendem Bewuchs befreit werden. Dafür erhielten die Teilnehmer sogenannte Hippen. Das sind sensenähnliche Werkzeuge, mit denen Brennnesseln, Gräser und andere Pflanzen rund um die jungen Bäume entfernt werden.

Nach einer kurzen Einweisung ging es direkt los. Jazwinski erklärt die Aufgabe: Kreisförmig, um jeden Setzling herum, sollte der Begleitwuchs zurückgeschnitten werden, damit die jungen Bäume genügend Licht, Wasser und Nährstoffe erhalten. Unter blauem Himmel und bei sommerlichen Temperaturen kamen die Azubis schnell ins Schwitzen.

Armina-Wald sorgt für biologische Vielfalt und verbesserte Lebensqualität 

Der Arminia-Wald, das ist ein drei Hektar großes Waldstück in Stadionnähe, oberhalb der Universität Bielefeld gelegen. Gemeinsam mit Fans, Bündnispartnern, dem Land Nordrhein-Westfalen und der Stadt Bielefeld, engagiert sich Arminia seit 2019 für Schutz und Pflege dieses Areals. Dazu gehören neben den Aufforstungen zur Stabilisierung des Waldökosystems auch regelmäßige Pflegeeinsätze sowie weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Bodenqualität. 

„Mit dem Arminia-Wald übernehmen wir Verantwortung für unsere Region und leisten gemeinsam mit unseren Bündnispartnern einen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz in Ostwestfalen“, sagt Anna Pätzmann aus dem Bereich Nachhaltigkeit beim DSC. „Dabei geht es uns nicht um eine einmalige Pflanzaktion, sondern um ein langfristiges Engagement von der Aufforstung bis zur nachhaltigen Pflege der Flächen.“

Monokultur Fichte ist durch klimaresilienten Mischwald ersetzt worden

Die Fläche, auf der heute der Arminia-Wald wächst, blickt auf eine bewegte Geschichte zurück: Bis 2018 war sie vollständig mit Fichten bestockt. Das Orkantief Friederike richtete damals schwere Schäden an. In den darauffolgenden trockenen Sommern setzte zusätzlich der Borkenkäfer den geschwächten Beständen zu, sodass die Fichten nahezu vollständig abstarben.

Heute wächst hier ein vielfältiger Mischwald: „Insgesamt ist der Arminia-Wald sehr gut angewachsen“, sagt Revierleiter Jazwinski. „Wir haben mit klimaresilienten Baumarten aufgeforstet. Dazu zählen heimische Arten wie Stieleiche, Berg-Ulme und Weißtanne, aber auch Douglasien und Zedern aus anderen geografischen Regionen“, so der Forst-Experte. Ergänzt werde die neue Waldgeneration durch natürliche Verjüngung mit Berg-Ahorn, Esche, Spitz-Ahorn und Rotbuche. Die große Artenvielfalt soll das Risiko von Ausfällen durch Klimawandel, Krankheiten oder Schädlinge reduzieren.

Nachhaltigkeit als Gemeinschaftsaufgabe: Bündnispartner packen regelmäßig mit an

Viele Pflanzaktionen wurden damals gemeinsam mit Partnern des Bündnis Ostwestfalen umgesetzt, die den Wald bis heute regelmäßig unterstützen. Ein fester Bestandteil des Engagements ist die regelmäßige Baumpflege. Während der Baumpflege-Woche Ende Mai unterstützten Auszubildende von NTT DATA Business Solutions, DMG MORI und der MERKUR Group die Arbeiten vor Ort.

„Die Einbindung unserer Partner ist uns wichtig, weil wir Nachhaltigkeit als Gemeinschaftsaufgabe verstehen und gemeinsam eine noch größere Wirkung für die Region erzielen können“, so Anna Pätzmann. Bei den Auszubildenden kommt die Aktion gut an: „Normalerweise sitzen wir den ganzen Tag vor dem PC. Es ist cool, mal rauszukommen und etwas Gutes für die Umwelt zu tun“, sagt einer der Teilnehmer. Die körperliche Arbeit im Wald bildet einen bewussten Kontrast zum Arbeitsalltag im Büro und zeigt, welchen Beitrag jeder Einzelne zum Erhalt des Waldes leisten kann.

„Diese Aktion passt perfekt zu unseren Unternehmenszielen“, sagt Anna-Maria Homeyer, verantwortlich für Corporate Sustainability bei NTT DATA Business Solutions. „Nachhaltigkeit gehört zu unseren wichtigsten Handlungsfeldern. Wir wollen soziale und ökologische Verantwortung mitdenken. Deshalb ist es großartig, dass unsere Auszubildenden Nachhaltigkeit hier ganz praktisch erleben und direkt vor Ort mitgestalten können.“

Mittendrin statt nur dabei: Für die Auszubildenden war der Tag im Arminia-Wald genau das. Nach fast drei Stunden unter der Sonne freuen sie sich über kühle Getränke und Snacks. Im Schatten tauschen sie sich mit Revierleiter Henrik Jazwinski über die verschiedenen Baumarten aus, stellen Fragen und erfahren, wie sich der junge Wald in den kommenden Jahren entwickeln soll.

Als die Hippen schließlich zur Seite gelegt werden, wird deutlich: Es braucht nicht immer Bildschirme, Daten und Algorithmen, um etwas zu bewegen. Nachhaltiges Handeln kann ganz einfach beginnen: einfach rausgehen, anpacken und was schaffen, das noch viele Jahre wachsen wird.

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