Aktuelles Akademinia Soziales

Austausch auf Augenhöhe: U17 zu Besuch in Bethel

Welche Berufe gibt es im sozialen Bereich? Wie begegne ich Menschen mit Behinderungen? Wo kann ich ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren? Im Rahmen unserer engen Kooperation mit den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel hat unsere U17 einen Tagesbesuch der Einrichtungen des Klinikums absolviert. Im Zentrum des Austausches standen das Kennenlernen sowie die Begegnungen mit Menschen mit Behinderungen. Für alle Beteiligten war der Besuch ein wertvoller Austausch auf Augenhöhe.

In der AKADEMINIA geht die Ausbildung unserer Spieler über das Sportliche hinaus. Wir legen besonderen Wert auf die Vermittlung von Normen und Werten wie Respekt, Fair Play und Toleranz. Die Antidiskriminierungsarbeit ist in unserer AKADEMINIA daher ein fester Bestandteil der ganzheitlichen Ausbildung. In diesem Rahmen besuchte unsere U17 zuletzt verschiedene Einrichtungen in Bethel. 

In Kleingruppen lernten unsere Spieler verschiedene Arbeitsbereiche in Bethel kennen, darunter die Altenhilfe, das Krankenhaus Mara und die Werkstatt Eicheneck für Menschen mit Behinderung. Begleitet wurden sie dabei von Freiwilligen, die aktuell ein Betheljahr in den jeweiligen Einsatzstellen absolvieren. Der Austausch auf Augenhöhe ermöglichte das Sammeln praktischer Erfahrungen außerhalb des sportlichen Alltags sowie ein niedrigschwelliges Kennenlernen der sozialen Arbeitsfelder. Zudem wurden unsere Jungs verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten, wie das Freiwillige Soziale Jahr, vorgestellt. 

Die Kooperation mit Bethel ist ein Bestandteil der Antidiskriminierungsarbeit in der AKADEMINIA. Hauptverantwortlich für diesen Teil der Bildungsarbeit ist Stefanie Kirchhoff. Die 28-Jährige ist bei uns als Pädagogische Leitung tätig und arbeitet eng mit Spielern, Eltern und Trainern zusammen. Ihre Arbeit dreht sich unter anderem um die Präventionsarbeit und die schulische Begleitung unserer Spieler.

Im Rahmen der Vorgaben der Deutschen Fußball Liga (DFL) setzt der DSC regelmäßig Workshops um, die sich mit den Themen Anti-Doping, Spielmanipulation und Wettsucht, Kinderschutz, Diskriminierung und Gewalt sowie Wertevermittlung beschäftigen. Ergänzend dazu veranstalten wir mit unseren Nachwuchsmannschaften eigenständig weitere Seminare und Schulungen zu den genannten Themen. Insbesondere die Antidiskriminierungsarbeit sieht Kirchhoff als elementaren Baustein der Persönlichkeitsentwicklung: „Ich empfinde die Antidiskriminierungsarbeit als sehr wichtiges Thema, das mehr Aufmerksamkeit verdient hat. Wir haben hier in der AKADEMINIA viele junge Menschen, die bereits selbst Diskriminierung erlebt haben. Oftmals trauen sie sich dann nicht, darüber zu sprechen oder es fehlt das Bewusstsein, diskriminierendes Verhalten als solches zu erkennen. Ebenso ist es für andere Jungs wichtig, sich selbst über die eigenen Privilegien bewusst zu werden, um eine Sensibilität für Menschen zu entwickeln, die Diskriminierung erleben.“ 

Einige Jugendmannschaften haben in der SchücoArena bereits eine diskriminierungssensible Stadionführung durchgeführt. Bei einem Rundgang durch unser Stadion erleben die Spieler, an welchen Stellen an Spieltagen Diskriminierung stattfindet und wie als Zuschauer damit umgegangen werden kann. Dabei werden anhand von echten Fällen unter anderem fremdenfeindliche und ableistische (Abwertung behinderter Menschen) Äußerungen behandelt. „Diese erlebbaren Beispiele haben vielen Jungs die Augen geöffnet und gezeigt: hier, wo ich gerade stehe, wurden Menschen diskriminiert. Gerade was das Thema Rassismus angeht, sind unsere Spieler sehr interessiert und beteiligen sich an einem konstruktiven Austausch“, erklärt Kirchhoff. 

Zusätzlich zu den Stadionführungen haben einzelne Mannschaften bereits Zeitzeugen-Workshops zum Thema Antisemitismus absolviert. Unsere U19 veranstaltete im vergangenen Jahr ein gemeinsames Training mit Integra Bielefeld, einer gemeinnützigen Einrichtung in Bethel, die Menschen mit Behinderung betreut. In naher Zukunft sind weitere Kooperationen mit Bethel geplant, an denen verschiedenen Mannschaften beteiligt sein werden. 

„Wichtig ist, dass wir nicht die Augen verschließen, sondern dass wir erkennen: Diskriminierung findet statt, im Alltag sowie auf dem Fußballplatz. Wir müssen alle ein Bewusstsein dafür entwickeln. Wir als AKADEMINIA machen, was das Thema angeht, bereits einen sehr guten Job und werden auch in Zukunft immer weiter daran arbeiten“, verdeutlicht Kirchoff.

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