Aus nach großem Kampf

Frank Kramer hatte seine Startformation im Vergleich zum jüngsten Bundesligaspiel gegen den BVB (1:3) auf sieben Positionen verändert: Guilherme Ramos (für Cedric Brunner), Lennart Czyborra (für Barrett Laursen), Bryan Lasme (für Robin Hack), Florian Krüger (für Janni Serra), Patrick Wimmer (für Edimilson Fernandes), Masaya Okugawa (für Fabian Kunze) und Andres Andrade (für Joakim Nilsson) starteten im ersten Teil der Mainzer Woche für den DSC.
Wahnsinn, wie diese Partie begann. Zunächst hatten die Hausherren eine riesige Möglichkeit, als ein abgefälschter Ball bei Jonathan Burkhard landete und der FSV-Torjäger frei vor Stefan Ortega Moreno auftauchte – unsere Nummer 1 rettete mit einer Glanzparade (2.).
Im direkten Gegenzug klingelte es dann im Kasten des Karnevalsvereins: Wimmer setzte den stark in den freien Raum startenden Okugawa in Szene. Der Japaner behielt frei vor dem Tor die Nerven und überwand FSV-Torhüter Robin Zentner die Nerven – Lupfer: 1:0 für unsere Mannschaft (2.)!
In der Folge hatte Mainz, sehr gut gestartet in die Bundesliga, ein leicht optisches Übergewicht und versuchte immer wieder, mit schnellen Überfällen über die Außenbahnen Arminia in Bedrängnis zu bringen. Unsere Elf stand aber kompakt und verteidigte konzentriert, setzte darüber hinaus auch immer wieder offensive Nadelstiche.
Es blieb eine temporeiche, umkämpfte und packende Pokalpartie, in der Amos Pieper nach einem schnellen Mainzer Angriff über die linke Seite in höchster Not am eigenen Fünfer klären konnte (22.).
Gefährlich wurde es vor dem FSV-Tor erneut durch Okugawa. Nach einem langen Pass tauchte er am Strafraumrand auf, umspielte den Keeper, doch sein Schussversuch wurde vor der Torlinie von Stefan Bell noch geblockt (28.).
Eine rasante erste halbe Stunde mit einer tollen Leistung unserer Mannschaft, die um Haaresbreite nach 35 Minuten 2:0 in Führung gegangen wäre. Eine klasse Kombination über die linke Seite mit Lennart Czyborra landete bei Bryan Lasme. Der drehte sich super auf engstem Raum um seinen Gegenspieler und scheiterte aus acht Metern an Zentner, der Ball tropfte vom Gesäß des Keepers in einer Bogenlampe auf die Latte. Mehr Pech geht nicht…
Im direkten Gegenzug waren wieder die Gastgeber dran. Flanke von links, Kopfball Burkardt – Parade Ortega Moreno (36.).
Ohne Ruhephase ging es hin und her, beide Mannschaften schenkten sich keinen Zentimeter, führten verbissene Zweikämpfe und lieferten den Zuschauern einen echten Pokalkampf im ersten Durchgang.
Am Ausgleich schnupperten die Nullfünfer nach einem Eckball, als der Kopfball von Dominik Kohr nur knapp am Arminia-Pfosten vorbeiflog (43.). Czyborra musste nach einer schnellen Mainzer Stafette nochmal in höchster Not am eigenen Fünfer klären (44.) – dann ging unsere Mannschaft mit der 1:0-Führung in die Kabine. Zeit zum Durchatmen nach intensiven 45 Minuten.
Nach dem Seitentausch ging es sofort wieder los wie die Feuerwehr – und gleich brannte es im Mainzer Strafraum. Nach einer Kopfballstafette passte Florian Krüger herrlich auf Lasme, der aus halbrechter Position im Strafraum das Runde um Zentimeter neben das Eckige setzte (47.).
Die Gastgeber antworteten mit einem gefährlichen 22-Meter-Freistoß, den Aaron knapp neben das Tor setzte (49.). Hier war sofort wieder Musik drin.
Sofort ging es auf der anderen Seite weiter. Ein schneller DSC-Konter, Lasme bediente Schöpf stark, doch unsere Nummer 8 blieb dann im Mainzer Strafraum an zu vielen Abwehrbeinen hängen (51.).
Kurz danach jubelten die Hausherren. Einen Angriff über die linke Seite konnte Arminia nicht klären, Flanke in die Mitte – dort köpfte Burkardt zum 1:1 (53.) ein.
Unsere Mannschaft ließ sich nicht schocken und hatten durch Lasme nach einem starken Konter die Chance auf die erneute Führung. Er scheiterte mit seinem Flachschuss am flink reagierenden Zentner (56.). Im direkten Gegenzug klingelte es fast im Arminia-Kasten: Ortega Moreno parierte mega gegen Karim Onisiwo (58.).
Sechzig Sekunden später war unser Torwart aber machtlos, als Mainz über links wieder aufdrehte. Pass in die Mitte – Onisiwo schob ein. 1:2 (59.).
Unsere Mannschaft ließ trotz des Nackenschlags den Kopf nicht hängen und stellte mit drei frischen Kräften nach 67 Minuten (de Medina, Klos und Hack für Andrade, Krüger und Schöpf) das Visier weiter scharf Richtung FSV-Kasten. Knapp zehn Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit folgten Janni Serra (für Lasme) und Edimilson Fernandes (für Okugawa). Der DSC blies zur Schlussoffensive!
Immer wieder angetrieben vom unermüdlichen Patrick Wimmer und dem schwer zu stoppenden Hack stemmte sich unsere Elf gegen das Aus.
Einen Knaller von Ramos kratzte Zentner sensationell aus dem Winkel, Sekunden später flog Prietls Fernschuss knapp vorbei (beides 84.).
Aber die Belohnung sollte noch kommen: Flanke Wimmer, Kopfball Klos – 2:2 (89.)!
Beinahe hätte der Ex-Mainzer Fernandes noch das Ding für den DSC gedreht. In der Nachspielzeit flankte Serra in den Fünfer, wo ein Abwehrbein vor „Edi“ klären konnte (90.+3).
So ging es in die Verlängerung, die nicht weniger spannend wurde. Chancen auf beiden Seiten, die klaren für Mainz. Zweimal parierte Ortega Moreno sensationell (105.+1 / 112.), dann war er gegen den Distanztreffer von Ingvartsen chancenlos. 3:2 für die Gastgeber (114.). Darauf hatten wir keine Antwort mehr.
DSC Arminia: Ortega Moreno – Wimmer, Ramos, Pieper, Andrade (66. De Medina), Czyborra – Schöpf (66. Hack), Prietl, Okugawa (79. Fernandes) – Krüger (66. Klos), Lasme (79. Serra).

