Anfänge an der Deutschherrnwiese

Die Deutschherrnwiese, die Ziegelgasse, in Schweinau, der Zerzabelshof I und II, der Valznerweiher, das städtische Stadion, das Frankenstadion und das Max-Morlock-Stadion (zwischenzeitlich auch easyCredit-Stadion, Stadion Nürnberg und Grundig Stadion benannt) nutzte der 1. FCN bereits als Heimspielstätte. Aber von Beginn an.
Ursprünglich als Exerzierplatz im Pegnitzgrund genutzt, diente die Deutschherrnwiese als erster Fußballplatz des frisch gegründeten Clubs. Ähnlich wie auf örtlichen Bolzplätzen mussten von den beiden Mannschaften die Torstangen und Eckfahnen eigenständig mitgebracht werden. Unweit des Platzes befand sich die Gaststätte „Burenhütte“, der Gründungsort des 1. FC Nürnberg (04. Mai 1900). Fortan wurde das Lokal als Vereinsheim und Umkleideraum genutzt. Als erstmalig Eintrittsgelder für die Spiele verlangt werden sollten, bedurfte es einer Einzäunung des gesamten Geländes. Da sich die Stadt Nürnberg jedoch dagegen aussprach, wurde der erste Wechsel der Spielstätte nötig.
Als Alternative wurde ein etwa ein Hektar großes Sportfeld in der Ziegelgasse im Stadtteil Steinbühl gepachtet. Auf diesem Grundstück wurden Umkleidehütten, Kassenhäuser, eine Holztribüne und der besagte Zaun errichtet. Fünf Jahre nach der Vereinsgründung konnte endlich der Ligabetrieb aufgenommen werden. Aufgrund der regelmäßigen Spiele und Zuschauern konnten genügend Einnahmen generiert werden, um die entstandenen Kosten auszugleichen. Doch auch in der Ziegelgasse spürte der Verein mit seinem wachsenden Besucheransturm infrastrukturelle Grenzen.
Bereits Anfang 1908 konnte ein Platz im Vorort Schweinau bezogen werden, welcher etwa doppelt so viel Platz bot als die Ziegelgasse. Neben einer kleinen überdachten Holztribüne gab es am Rande der umgebenden Laufbahn Erdwälle für die Besucher. Doch als drei Jahre später am Derby mit dem Lokalrivalen SpVgg Greuther Fürth über 6.000 Zuschauer teilnehmen wollten, war schnell klar: Auch in Schweinau reichten die Begebenheiten nicht mehr aus.
Um beim Bezug einer neuen Bleibe nicht schon wieder in ein gepachtetes Grundstück investieren zu müssen, welches in der Vergangenheit immer wieder nur von kurzem Nutzen war, entstand der Wunsch nach einem Kauf. Dass der Rivale aus Fürth im Jahr 1910 mit dem Sportplatz am Ronhofer Weg das als modernstes Stadion Deutschlands geltenden Spielgrund eröffnete, trug sein Übriges im Konkurrenzgedanken bei. Der Club kaufte infolgedessen einem seiner Mitglieder ein 47.000 Quadratmeter großes Grundstück für 130.000 Mark ab. Für über das Doppelte der Summe wurden Übungsplätze, ein Vereinsheim, Tennisplätze und ein Stadion für 8.000 Zuschauer erbaut. Die Einweihung fand im September 1913 bei einem Spiel gegen Eintracht Braunschweig statt. Bis 1926 wurde das Rund auf eine Kapazität von 25.000 Zuschauern ausgebaut. Sage und schreibe sechs Meistertitel konnten im Zerbabelshof I gesichert werden (1920, 1921, 1924, 1925, 1927, 1936).
Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Zerzabelshof I 1943 bei einem Bombenangriff massiv zerstört. Darüber hinaus nahm die amerikanische Militärregierung die Sportstätte ein. Als der FCN fünf Jahre später endlich wieder an den „Zabo“ zurückkehren konnte, entschieden sich die Vereinsverantwortlichen für den Wiederaufbau, welcher 1950 abgeschlossen werden konnte. Zerzabelshof II war errichtet. Auch wenn das Stadion in der folgenden Zeit genügend Platz für die Zuschauer bot, waren es vor allem die An- und Abreisemöglichkeiten, die den Club vor neue Herausforderungen stellten. Der Wunsch nach einer neuen, modernen Sportanlage wurde auch in den anderen Abteilungen des Vereins immer lauter, weshalb sich das Präsidium für den Verkauf des Geländes entschied. 1966 wurde der Zabo abgerissen.
Mit den Geldern des Verkaufs finanzierten sich die Nürnberger ein Grundstück am Valznerweiher, auf welchem ein neues Vereinsgelände entstand. Neben Trainingsanlagen und einem 7.000 Zuschauer fassendem Platz, wurden auch Tennisplätze und das Clubbad, ein Schwimmbad, errichtet. Die Einweihung fand im Oktober 1968 statt. Der 1. FC Nürnberg entschied sich schließlich doch, das Städtische Stadion, welches ursprünglich für Turn- und Leichtathletikveranstaltungen genutzt wurde, zu beziehen. Die Voraussetzung dafür war, dass sich die Stadt Nürnberg um den Ausbau der Arena kümmere, sodass das Stadion 1965 bereits 64.238 Besuchern Platz bot. Im Jahr 1968 wurden die Franken an dieser Spielstätte das bis heute letzte Mal Deutscher Meister. Als die achteckige Spielstätte mit den Jahren als unmodern erwies, verzichtete die Stadt auf günstige Finanzierungsmittel im Rahmen der WM 1974. Als weitere zwölf Jahre später die Baufälligkeit des Tribünendachs festgestellt wurde, war eine Restauration unabdingbar.
Im Rahmen dieser Modernisierung unterstützte der Freistaat Bayern mit der Übernahme der Hälfte der Umbaukosten. Parallel zum laufenden Spielbetrieb wurden alle Tribünen durch neue ersetzt. Die achteckige Grundform des Stadions war es, die als einziges erhalten blieb. 1991 wurde die Sanierung fertiggestellt. Die neuen Tribünen des Frankenstadions boten eine komplette Überdachung und die Kapazität für insgesamt 52.500 Zuschauern.
Als im Jahr 2006 die Fußball-Weltmeisterschaft erneut in Deutschland ausgetragen werden sollte, wollte die Stadt nicht noch einmal die Finanzierungsmöglichkeiten aufgrund der zu erhaltenen Gelder verpassen. In dem Zuge wurde das Spielfeld zwecks Sichtverbesserung abgesenkt. Neben VIP-Logen wurden auch Videoanzeigetafeln errichtet. Insgesamt fünf Partien der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 wurden in Nürnberg ausgetragen. Dazu gehörten die Partien Mexiko gegen Iran (3:1), England gegen Trinidad/Tobago (2:0), Japan gegen Kroatien (0:0), Ghana gegen die USA (2:1) und Portugal gegen die Niederlande (1:0). Abgesehen davon wechselten die Namensrechte der Spielstätte mehrfach. So trug das derzeitige Wohnzimmer des Clubs bereits die Namen EasyCreditStadion, Stadion Nürnberg und Grundig Stadion. Seit der Spielzeit 2017/2018 finden die Spiele im Max-Morlock-Stadion statt. Eine Bank verzichtete auf ein klassisches Namensrechte-Paket und sorgte mithilfe eines Crowdfundings dafür, dass die Umbenennung ermöglicht werden konnte.
Hättet ihr gewusst, dass das Lokalderby zwischen dem 1. FC Nürnberg und der SpVgg Greuther Fürth das meistausgespielte Derby ganz Deutschlands ist? 269-mal wurde dieses Duell bereits ausgetragen. Die Bilanz ist auf der Seite des Clubs: 141 Siege konnten bislang verbucht werden, 49 Remis und 79 Niederlagen gegen den Lokalrivalen. Seit 1899 grenzen die beiden Städte unmittelbar aneinander und sind beinahe ineinander verwachsen. Nicht zuletzt deshalb, und weil beide Teams über Jahrzehnte zu den besten Fußballvereinen Deutschlands gehörten, entstand schon sehr früh eine tiefe Feindschaft.

