Alles andere als ein Schnappschuss

Der französische Maler Louis Daguerre gilt als Pionier der Fotografie. Nach langem Tüfteln und Ausprobieren stellte er im Sommer 1839 die nach ihm benannte Daguerreotypie vor, welches das erste, vielseitig anwendbare Fotografie-Verfahren darstellte. Mit seiner Erfindung ist Daguerre allerdings nicht der alleinige Vorreiter: Bereits im Herbst 1838 schafften es die Münchener Wissenschaftler Carl August von Steinheil und Franz Ritter von Kobell, das erste Foto in Deutschland zu schießen. Das Motiv, wie könnte es in Bayerns Hauptstadt anders sein: Die Frauenkirche, das wohl bekannteste Wahrzeichen Münchens.
Ein wahrscheinlich genauso bekanntes Aushängeschild der Stadt stellt sicherlich der FC Bayern München dar. Der Rekordmeister präsentiert sich derzeit als gewohnt souverän, und konnte die jüngsten fünf Bundesliga-Partien gewinnen. Gegen Freiburg (2:1), Augsburg (1:0), Schalke (4:0), Hoffenheim (4:1) sowie Hertha BSC (1:0) wurde die rot-weiße Elf ihrer Favoritenrolle stets gerecht. Einen herben Rückschlag mussten die Bayern allerdings am 13. Januar verkraften, gegen Holstein Kiel schied man in der zweiten Runde des DFB-Pokals aus – das erste Mal seit 20 Jahren gelang dem Rekordmeister nicht der Einzug ins Achtelfinale.
In Sachen Bundesliga stehen die Münchener – neben der Tabelle – in einer Vielzahl von Ranglisten an der Spitze. Seien es die Torschüsse (335), Tore (58), Flanken aus dem Spiel (310) oder der Ballbesitz (im Schnitt 60%): Die Elf von Cheftrainer Hansi Flick rangiert auf Platz eins. Topscorer Robert Lewandowski erzielte nach 20 Spieltagen bereits 24 Treffer und brach damit schon jetzt sämtliche Rekorde.
Kein Rekord, dafür aber eine Premiere, gelang den beiden Münchener Wissenschaftlern, die damals die Frauenkirche vor die Linse bekamen – ganz ohne Linse! Zum Erfolg geführt hatte eine Plastikdose mit Loch, welches mit einem kleinen Stück Fotopapier versehen wurde. Dann galt es, das Konstrukt auf das Wunschmotiv zu richten und zu warten. Vor rund 180 Jahren kam dabei nach einigen Tagen eine nur etwa vier Zentimeter kleine, aber klar erkennbare Aufnahme der Frauenkirche heraus, welche heute im Deutschen Museum bestaunt werden kann.
Ob der DSC am kommenden Montag (15.02., 20:30 Uhr) dem Rekordmeister Paroli bieten und den ein oder anderen Punkt einfahren kann, steht noch in den Sternen. Eines ist jedoch gewiss: Die Partie werden wir alle dank zahlreicher Fotos in lebhafter Erinnerung behalten können.

