2:4 im DFB-Pokalfinale

Unbeeindruckt von der Kulisse und mit Zug zum gegnerischen Tor begann unsere Mannschaft die Partie. Und nach einer knappen Verfehlung von Louis Oppie nach wenigen Minuten hatte Noah Sarenren Bazee nach zwölf Zeigerumdrehungen die beste Chance auf dem Fuß. Von der linken Seite freigespielt verhinderte jedoch der Querbalken die frühe Führung für unseren DSC. Statt in Rückstand zu geraten belohnte sich der VfB nur zwei Minuten später dank der Kaltschnäuzigkeit von Nick Woltemade (15.). Der 1,98-Meter-Stümer, der im Duell mit Stefano Russo clever seinen Körper einsetzte, schob frei vor Jonas Kersken zur Führung ein. Die nächsten beiden Tore fielen dann im Sieben-Minuten-Rhythmus: Nach einer Ecke unserer Arminia erlief Enzo Millot einen Befreiungsschlag von Angelo Stiller. Nach einem Doppelpass mit Denis Undav brachte Millot (22.) den Ball im Tor unter. In der 28. Minuten dann der dritte Treffer des Bundesligisten. Wiederum Stiller war daran maßgeblich beteiligt. Der Nationalspieler spielte in den Lauf von Undav, der aus sechs Metern flach ins lange Eck schob. Undav hätte noch vor der Pause das vierte Tor nachlegen können, allerdings verhinderte unser Kapitän Mael Corboz rechtzeitig den Abschluss.
Auch als Millot (66.) mit seinem zweiten Treffer auf 4:0 stellte, steckte unsere Mannschaft nicht auf und legte noch einmal eine starke letzte halbe Stunde drauf: Zunächst konnte sich der VfB zweimal beim ihrem Torwart bedanken. Denn sowohl einen Schuss von Russo (75.) als auch eine Direktabnahme von Leon Schneider kurz danach parierte Alexander Nübel glänzend. Für das mittlerweile hoch verdiente erste Tor sorgte dann Julian Kania (82.), der eine flache Hereingabe von Christopher Lannert zum 1:4 ins Netz drückte. Als drei Minuten später Josha Vagnoman (85.) mit dem Kopf den Ball ins eigene Tor einnickte, kannte der Jubel unter den Arminia-Fans keine Grenzen mehr. Lukas Kunze (90+4) hatte in der Nachspielzeit nach einer Flanke von Louis Oppie sogar noch das 3:4 auf dem Fuß. Und wer weiß, wie das Spiel ausgegangen wäre, wenn es noch eine Viertelstunde länger gedauert hätte?
So aber war kurz danach Schluss im 82. DFB-Pokalfinale und anschließend reckte der VfB Stuttgart zum vierten Mal in seiner Vereinsgeschichte die Trophäe in die Luft. Und unsere Arminia? Die lief zu ihren Fans in die Kurve und ließ sich völlig zu Recht minutenlang feiern. Und erhielt bei der Siegerehrung ihre Medaillen für den zweiten Sieger des größten deutschen Wettbewerbs in den Händen, als erster Drittligist, dem es im Finale gelang ein Tor zu schießen.
„Ein großer Dank an die Arminia, für ihre Leidenschaft, für ihren Mut. Die haben ihr Herz auf dem Platz gelassen hat. Und danke auch an diese großartigen Bielefelder Fans“, bilanzierte Rekordnationalspieler Lothar Matthäus vor den TV-Kameras. Worte, an die wir uns nur anschließen können. Eine wahnsinnige Reise geht mit einer Finalniederlage zu Ende. Was bleibt, ist sehr viel Stolz und Dankbarkeit für diesen unglaublichen Ritt bis nach Berlin.
DSC Arminia Bielefeld: Kersken – Oppie, Großer, Schneider, Hagmann (46. Lannert) – Russo – Corboz, Schreck (46. Young) – Wörl (83. Kunze), Grodowski (80. Kania), Sarenren Bazee (59. Felix)
VfB Stuttgart: Nübel – Mittelstädt, Chabot (76. Jeltsch), Jaquez, Vagnoman – Stiller (87. Nartey), Karazor – Führich (69. Hendriks), Undav, Millot (69. Demirovic) - Woltemade
Schiedsrichter: Christian Dingert (Lebecksmühle)
Zuschauer: 74 036 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Sarenren Bazee, Schneider, Felix, Kniat – Millot, Vagnoman
Tore: 0:1 (15.) Woltemade, 0:2 (22.) Millot, 0:3 (28.) Undav, 0:4 (66.) Millot, 1:4 (82.) Kania, 2:4 (85., Eigentor) Vagnoman

