2:2-Unentschieden gegen Paderborn

Cheftrainer Mitch Kniat hatte im Vergleich zum Spiel auf Schalke durchgemischt: Mit Noah Sareren Bazee, Marvin Mehlem, Maximilian Großer, der den gesperrten Stefano Russo ersetzt, und die zuletzt gesperrten Taddel Momuluh und Tim Handwerker standen gleich fünf neue Spieler in der Startelf gegen den SC Paderborn. Kurz vor Spielbeginn musste Robin Knoche angeschlagen passen, für ihn spielte Arne Sicker, der sich in der Fünfer-Abwehrkette in der Innenverteidigung wiederfand. Nach siebenminütiger Verspätung – aus dem Paderborner-Auswärtsblock zogen Rauchschwaden über das Spielfeld – erwischte der DSC den besseren Start: Freistoßflanke von Tim Handwerker (4.), Kopfball Mael Corboz, aber Paderborns Torwart Seimen ohne Probleme. Doch der DSC legte nach. Für ein Foul an Grodowski kassierte Calvin Brackelmann früh Gelb, der Freistoß aus 18 Metern brachte aber keinen nachhaltigen Erfolg. Und es blieb intensiv: Auch Marvin Mehlem (8.) holte sich den gelben Karton ab – mit Folgen: Der anschließende Freistoß landete über Stefano Marino bei Filip Bilbija (9.), der das Leder über die Linie drückte. Doch der VAR griff ein. War es Abseits? Drei Minuten später stand fest: Bilbija stand hauchdünn da, wo er nicht stehen durfte – also kein Tor. Das hätte unsere Arminia um ein Haar im Gegenzug erzielt. Doch der Kopfball von Grodowski (13.) verfehlt knapp das Ziel.
Eine sehr intensive, kämpferische erste Viertelstunde in der wiederum ausverkauften SchücoArena, die nach 24 Minuten so richtig auf Betriebstemperatur kam: Momuluh tankt sich auf der rechten Seite gleich gegen zwei Paderborner durch, legt auf für Sicker und dessen Flanke vollendet Grodowski (24.) mit dem Hinterkopf sehenswert zur Führung! Und Arminia hat Appetit auf mehr. Nur vier Minuten später setzt sich Mehlem klasse im Dribbling durch und bedient Sarenren Bazee perfekt, der aber etwas in Rücklage das Leder nicht mehr ins Tor drücken kann. Und weil es läuft, macht der DSC einfach weiter. Momuluh mit Tempo über rechts, seine Hereingabe verpasst Sarenren Bazee kurz vor der Torlinie ganz knapp. Nicht zu übersehen: Arminia arbeitet intensiv am zweiten Treffer! Und wenn Sarenren Bazee (40.) in der nächsten Situation unseren freistehenden Kapitän gesehen hätte, wäre das nächste Tor aus weinigen Metern sehr wahrscheinlich gefallen. So aber wird die Kugel geblockt. Auch Paderborn beteiligt sich am Offensiv-Spektakel, aber Ruben Müllers Schuss (41.) aus vollem Lauf geht knapp am Tor vorbei. Genauer zielt kurz vor der Pause Brackelmann, der aus dem Gewühl im Strafraum zum vermeintlichen Ausgleich trifft. Doch auch hier greift der VAR ein und entscheidet auf Abseits!
Nach der Pause machte Paderborn da weiter wo sie aufgehört hatten: Und dieses Mal zählte der Treffer! Laurin Curda spielte Marino (53.) zentral an. Sein Schuss wurde noch abgefälscht und erwischte deshalb Kersken auf dem falschen Fuß. Neun Minuten später schnürte Marino (62.) den Doppelpack. Eine scharfe Hereingabe von Raphael Obermair vollendete der Paderborner mit der Hacke zur Führung der Gäste. Doch der DSC zeigte sich vom Doppelschlag nicht beeindruckt. Erst scheiterte Grodowski aus zwölf Metern (66.) und anschließend Bauer mit einem wuchtigen Kopfball (66.). Doch Jonny (74.) legte nach: Sein Solo aus spitzem Winkel konnte Keeper Seimen gerade noch mit dem Fuß klären. Nach der folgenden Ecke kommt der eingewechselte Robers Uldrikis (75.) frei zum Kopfball. Großchance! Doch Paderborn kann auf der Linie klären. Arminia versucht alles, um zumindest einen Punkt in Bielefeld zu behalten. Doch einem Lupfer von Sicker (84.) in den Rücken der Paderborner Abwehr kann Uldrikis mit dem Kopf nicht den nötigen Schwung geben. Den bekommt dann aber Momuluh, der im Strafraum zu Boden geht. Den fälligen Elfer haut Corboz (90.) zum verdienten 2:2 in die Maschen. Geht da in der siebenminütigen Nachspielzeit noch mehr? Arminia sagt ja und versucht es immer wieder mit Distanzschüssen. Die letzte Chance vergibt der eingewechselte Semir Telalovic, der eine Flanke von Momuluh nicht ins Tor drücken kann. Somit nehmen wir einen starken Punktgewinn mit in die Woche. Weiter geht’s am Samstag (13 Uhr) beim SV Elversberg.
DSC Arminia Bielefeld: Kersken – Handwerker (73. Wörl), Sicker, M. Bauer, Boakye (80. Lannert) – Großer – Corboz, Mehlem (87. Rochelt) – Sarenren Bazee (73. Uldrikis), Grodowski (87. Telalovic), Momuluh
SC Paderborn 07: Seimen – Brackelmann, Götze, Scheller – Obermair, Castaneda (90+1 Hansen), Baur, Curda (76. Sticker) – Bilbija (67. Klaas), Marino (90+1 Bätzner), Müller (76. Tigges)
Schiedsrichter: Patrick Ittrich (Hamburg)
Zuschauer: 26 750 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Mehlem, Handwerker, Bauer/Brackelmann, Castaneda, Kettemann (Trainer)
Tore: 1:0 (24.) Grodowski, 1:1, 1:2 (53., 62.) Marino, 2:2 (90., Foulelfmeter) Corboz

