2:1-Auswärtserfolg in Kiel

Der erste Abschluss auf der Baustelle in Kiel gehört der Arminia. Taddel Momuluh (2.) tanzte nach einem Fehlpass von Noah Madsen einen Teil der Kieler Abwehr aus, seinen Schuss der Strafraumkante konnte Torwart Timon Weiner aber wegfischen. Auch in der Folgezeit spielte sich das Geschehen überwiegend in der Kieler Hälfte ab. Auch weil die Gastgeber Momuluh kaum in den Griff bekamen und Taddel immer wieder gefährlich über die rechte Seite zum Zuge kam. Arminia in dieser Anfangsphase maximal variabel und Jonny Grodowski, der auch mal im Mittelfeld aushilft.
Und einem Gegner, der auch mithilft: Wieder zog Momuluh an, tankte sich durch. Der Ball landete beim ehemaligen Kieler Arne Sicker, der den Ball an den Fünf-Meter-Raum schob. Doch bevor Grodowski an den Ball kam, rutschte Hiroki Sekine (14.) dazwischen und schob das Leder ins eigene Tor. Das Tor beeindruckte die Gastgeber allerdings nicht, denn direkt danach setzten sie sich im letzten Drittel des DSC fest – gefährlich wurde es nicht.
Den ersten Kieler Torschuss gab nach 21 Minuten durch den dänischen U-21-Nationalspieler Kasper Davidsen, der aber weit drüber ging. Holstein bemüht, aber noch ohne ein Mittel gegen tiefstehende Bielefelder. Bis zur 26. Minute: Da wurde die Kieler vermeintlich belohnt. Phil Harres hatte sich im zweiten Versuch durchgesetzt und mit einem Seitfallzieher getroffen, hatte aber nach der Videostudie vorher ein Foul begangen. Doch Kiel danach mit der nächsten Chance: Nach einem Foul von Jannik Rochelt konnte aber Jonas Kersken einen scharf geschossenen Freistoß von Guillermo Balzi (30.) von der rechten Strafraumkante gerade noch entschärfen. Holstein arbeitete nachhaltig am Ausgleich. Grodowski (35.) sorgte zwischenzeitlich für Entlastung, umspielte Sekine im Kieler Strafraum, brachte den Ball aber nicht auf Kieler Gehäuse. Die Gastgeber spielten den Ball munter wie beim Handball rund um den Strafraum von links nach rechts und wieder zurück, hatten bis zu 76 Prozent Ballbesitz. Nur gefährlich wurde es bis zur Halbzeit nicht mehr.
Nach dem Wechsel setzte Kiel auf die Offensive, brachte mit Adrian Kapralik den aktuell zweitschnellsten Spieler der Liga. Und weil sein Gegenspieler schon Gelb verwarnt war, kam Tim Handwerker für Sicker. Kiel weiter im Vorwärtsgang und mit der nächsten Gelegenheit: Eine Ecke von Balzis köpfte Giorgi Kvilitaia knapp drüber.
Schade dann für Grodowski! Es hätte die Vorentscheidung sein können. Doch seinen Elfmeter parierter Weiner stark. Den gab es nach einem Foul an Momuluh. Doch Grodowski (59.) schoss in die Mitte und Weiner hielt mit einem Arm. Auch Kirch wechselte dann durch, sorgte mit Leon Schneider, Isi Young und Benjamin Boakye für frischen Schwung. Und vor allem Young sorgte für Entlastung und setzte sich über links gleich zweimal durch. Nach 74 Minuten erneut die Chance zur Vorentscheidung: Eine Hereingabe von Grodowski landete bei Boakye, doch der konnte sich im Eins-gegen-Eins nicht final gegen Torwart Weiner durchsetzen. Und wer zwei dicke Möglichkeiten nicht nutzt, wird auch mal bestraft. Durch Sekine, der dann auch auf der richtigen Seite trifft. Kopfball nach einer schnell ausgeführten Ecke: 1:1 (76.).
Bevor die Gastgeber einen zweiten nachlegen konnten, stach Joker Young zu. Ein Doppelpass mit Grodowski brachte Isi in die perfekte Situation frei vor Weiner (80.). Und dieses Mal hatte der starke Kieler Schlussmann keine Chance. Young schob das Ding ins Netz zur erneuten Führung. Weil wir in den Schlussminuten und der fünfminütigen Nachspielzeit alles erfolgreich wegverteidigen konnten und auch ein Schuss von de Regt knapp am Tor vorbei ging, fahren wir mit drei ganz wertvollen Punkten zurück nach Bielefeld.
Weiter geht’s nach der Länderspielpause am 20. November (18.30 Uhr) zuhause gegen den 1. FC Magdeburg
Holstein Kiel: Weiner – Parduzi (68. Skrzybski), Schonlau (68. Nekic), Madsen, Sekine – Meffert – Balzi (77. Kelati), Davidsen (46. Kapralik) – Therkelsen (46. Kvilitaia), Harres, de Regt
DSC Arminia Bielefeld: Kersken – Sicker (51. Handwerker), Großer, M. Bauer, Koudossou – Russo – Wörl, Jensen (64. Schneider) – Rochelt (64. Young), Grodowski (84. Hagmann), Momuluh (64. Boakye)
Schiedsrichter: Wolfgang Haslberger (St. Wolfgang)
Zuschauer: 11 700 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Parduzi - Rochelt, Sicker, Grodowski, Jensen, Kersken, Schneider
Tore: 0:1 (14., Eigentor) Sekine, 1:1 (76.) Sekine, 1:2 (80.) Young

