Profis

15 Jahre die „jungen Wilden“

Der letzte deutsche Meister aus dem Süden, der nicht FC Bayern München hieß, war der VfB Stuttgart. Dieser im Jahr 2007 sensationelle Meistertitel der Schwaben jährt sich in diesem Mai bereits zum 15. Mal. Grund genug, vor dem kommenden Heimspiel gegen die Cannstatter auf eine legendäre Saison des VfB zurückzublicken – zurück in eine Zeit, in der das Titelrennen in der Bundesliga am letzten Spieltach entschieden wurde.

Dabei startete die Saison für den Vorjahres-Tabellenneunten denkbar schlecht – zum Auftakt gab es eine 0:3-Niederlage gegen den 1. FC Nürnberg. Doch die Schwaben ließen sich davon nicht beirren und gingen beharrlich ihren Weg. Dieser brachte sie bis zum zehnten Spieltach auf Platz zwei.

Die Strategie des VfB war damals klar, man setzte auf die eigene starke Jugendarbeit. So wurde der Kader der Stuttgarter vor Saisonbeginn vor allen Dingen mit Spielern aus der eigenen Jugend befüllt – Sami Khedira, Andreas Beck oder Serdar Tasci sind nur einige Akteure, die an dieser Stelle zu nennen sind.

Nach dem der VfB am zwölften Spieltach durch einen 2:1-Sieg gegen Hannover (Cacau und Hitzlsperger drehten mit ihren Toren ein 0:1 in ein 2:1) für einen Spieltach an der Tabellenspitze thronte, verliefen die Monate danach eher ruhiger. Der VfB pendelte zwischen Rang zwei und vier – dabei halfen vor allen Dingen immer wieder knappe Siege, sodass sich die Elf von Trainer Armin Veh stets in der Nähe der Tabellenspitze befand.

Ein Wendepunkt in dieser spannenden Saison, in der der FC Bayern München am Ende Vierter wurde und wir auf Platz zwöf landeten, könnte der 26. Spieltach gewesen sein. Der VfB verlor sein Auswärtsspiel in der ausverkauften Veltins-Arena mit 1:0 gegen den FC Schalke 04 – Mladen Kristajic sorgte mit einem Kracher in der 76. Minute für den Sieg – und musste acht Spieltage vor Schluss in einen Sieben-Punkte-Rückstand einwilligen.

Was dann passierte, sollte Geschichte schreiben. Die "jungen Wilden" konnten die folgenden sieben Spiele gewinnen, sodass die Stuttgarter einen Spieltach vor Schluss wieder an die Tabellenspitze sprangen. Ein 3:2-Erfolg in Bochum, bei dem man zwischenzeitlich 1:2 hinten lag sowie 0:2-Niederlage der Schalker beim BVB sorgten für ungeahnte Glücksgefühle auf Seiten des VfB.

So ging es als Tabellenführer in den letzten Spieltach zu Hause gegen Energie Cottbus. Und wieder war es ein typisches VfB-Spiel. Der Außenseiter aus dem Osten ging vor 60.000 Fans im Stuttgarter Rund in Führung, doch Hitzlsperger und Khedira drehten die Partie zu Gunsten des VfB, der dadurch tatsächlich Meister wurde. Die "jungen Wilden" hatten es also tatsächlich geschafft – das Gottlieb-Daimler-Stadion stand Kopf, der VfB feierte seine fünfte Meisterschaft.  

Auch in dieser Spielzeit setzt der VfB wieder auf viele junge Spieler – mit 22,7 Jahren hat der VfB den jüngsten Altersdurchschnitt der Bundesliga. Mit Sasa Kalajdzic, Orel Mangala, Roberto Massimo oder auch Silas Wamangituka hat Cheftrainer Pellegrino Materazzo spannende Spieler im Kader, der vor allen Dingen in den vergangenen Wochen immer besser in Schwung kam. So steht der VfB in der Märztabelle auf einem starken zweiten Platz. Noch vor dem FC Bayern München. Ein Blickwinkel, den der geneigte Fan automatisch mit der famosen Meisterschaftssaison der "jungen Wilden" 2006/2007 assoziiert.  


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