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100 Jahre Stadion an der Melanchthonstraße

Von der "Alm" zur SchücoArena - wir feiern 100 Jahre Stadionjubiläum! Und da unser langjähriger Partner Schüco in diesem Jahr ebenfalls Geburtstag feiert, das ostwestfälische Traditionsunternehmen wird 75 Jahre alt, nehmen wir euch gemeinsam mit zurück in die Vergangenheit unseres Stadions. Jeden Tag zeigen wir euch hier einen weiteren Meilenstein in der Geschichte unseres Stadions.

1926 - eine neue Heimat

Seit der Gründung unseres Vereins am 03. Mai 1905, suchen wir nach einer Sportstätte, die wir auch unsere Heimat nennen können. Nach etwa 21 Jahren und Spielen auf dem Kesselbrink, der August-Bebel-Straße und der Pottenau, ziehen wir in den Bielefelder Westen. Ein Bauer mit dem Namen Lohmann verpachtet uns eine Wiese, die endgültig unsere Heimat wird.

Mit einem Freundschaftsspiel gegen den SC Victoria Hamburg wird der Fußballplatz an der Melanchthonstraße am 01. Mai 1926 eingeweiht. Das Spielfeld ist noch ein eher unebener Acker ohne Rasen, Umkleiden oder Tribünen sucht man vergeblich. Unsere Fans sammeln sich daher auf Hügeln und Erdwällen – die Geburt der „Alm“.

1945 - Trümmerteile und Klappstühle

Der zweite Weltkrieg geht auch an unserer „Alm“ nicht spurlos vorbei: Das Gelände ist nach Kriegsende umgeben von Trümmerteilen. Bei den Spielen sorgen bis zu 20.000 Fans trotzdem für eine unglaubliche Atmosphäre, teils auf mitgebrachten Klappstühlen.

1950 bis 60er - von Kuhwiese zu Fußballstadion

Unsere Fans stehen nah am Spielfeldrand und da sie nun auch deutlich zahlreicher erscheinen, wird die Atmosphäre eng und intensiv. Aus der Kuhwiese wird immer mehr ein Fußballstadion. Erste provisorische Tribünen und Zuschauerränge werden gebaut, die aufgeschütteten Erdwälle bleiben jedoch zusätzlich bestehen. Die Mannschaften ziehen sich in einer nahegelegenen Gaststätte mit dem Namen „Scholle“, später „Schütze“ und nach den 80ern „Tinneff“ um, da es am Platz keine Räumlichkeiten gibt. Die Gaststätte liegt etwa 300 Meter von der Alm entfernt und unsere Fans konnten erahnen, dass das Spiel bald beginnt, wenn das „Klackern“ der Stollenschuhe auf der Melanchthonstraße zu hören ist. Nach dem Spiel steht für die Mannschaften in der Kneipe eine einzige Dusche mit Kaltwasser zur Verfügung - nichts für Warmduscher!

1970er - Stahlrohrtribünen, Flutlicht und Löwenkäfig

In der Saison 1969/70 steigen wir erstmals in die Bundesliga auf und es beginnt der erste richtig große Ausbau, um dem Bielefelder-Fanandrang auf der Alm gerecht werden zu können. Während die Westtribüne mit Sitzplätzen und sogar ersten VIP-Plätzen ausgestattet wird, werden, um die Alm schnell und kostengünstig für die Bundesliga zu erweitern, Stahlrohrtribünen aufgebaut. Diese sowie die Kapazitätsgrenze von etwa 30.000 Zuschauern tragen maßgeblich zur legendären Atmosphäre bei. Zwei gigantische Flutlichtmasten lassen am 04. Dezember 1970 das erste mal Flutlichtatmosphäre aufkommen. Vor rund 28.000 Zuschauern spielen wir an jenem Freitagabend 1:1 gegen die Hertha aus Berlin. Die Mannschaften ziehen sich mittlerweile in der Almhalle, hinter der Südtribüne um. Zum ersten Mal gibt es richtige Kabinen in unmittelbarer Nähe zum Stadion. Von dort aus führt ein Weg unter der Tribüne entlang durch den sogenannten „Löwenkäfig“ aufs Spielfeld - der Name stammt von einer kleinen Einzäunung, auf die die Fans gerne lautstark einschlagen, wenn sich die Spieler nähern und unter ihnen hinweg ins Stadion einlaufen.

1978 - Zuschauerrekord durch noch mehr Stahl und Holz

In der Saison 1977/78 steigen wir wieder in die Bundesliga auf und auch die Alm wird erneut erweitert. Ein Dach über der Haupttribüne schützt erstmals, zumindest einige Zuschauer, vor dem ostwestfälischen Wetter. Die Gesamtkapazität erhöht sich auf rund 35.000 - eine feste Kapazitätsgrenze gibt es zu der Zeit jedoch noch nicht und somit feiern wir am 11. November 1978 ein Heimspiel mit einer Rekordzuschauerzahl, die so schnell wohl nicht mehr erreichbar sein wird. Beim Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern sehen wohl rund 36.000 Zuschauer die Partie. Die Alm gilt zu der Zeit als unangenehm für jede Gastmannschaft: Löwenkäfig, überfüllte Ränge, lautstarke Fans unmittelbar am Spielfeldrand und ein Lärmpegel, der durch das Dach noch verstärkt wird

1985 - Einsturzgefahr auf allen Ebenen

Die legendären Stahlrohrtribünen und die Zuschauermassen müssen jedoch in den 1980er Jahren weichen - erste Rückbaumaßnahmen finden Anfang der 80er statt und der große Rückbau erfolgt dann ab 1985. Denn nach einer Massenpanik im Rahmen des Finals im Europapokal der Landesmeister am 29. Mai 1985 verschärft der DFB die Sicherheitsanforderungen in allen Bundesligastadien. Demnach müssen die Stahlrohrtribünen, mittlerweile rostig und einsturzgefährdet, entfernt werden. Die Kapazität sinkt auf etwa 15.000 Zuschauer. Passend zum Einsturz der alten Tribünen stürzen wir auch sportlich ab. In der Saison 1987/88 steigen wir nach 25 Jahren aus dem „bezahlten Fußball“ ab. Zumindest haben wir nach dem Rückbau der Stahlrohrtribünen nun eine überdachte Osttribüne gebaut, aus Beton!

1990er bis 2000er - Umzug oder Ausbau?

In der Saison 1995/96 steigen wir zum vierten Mal in die Bundesliga auf. Die Alm ist zu der Zeit allerdings nicht bundesligatauglich und es gibt sogar die Diskussion um einen gänzlich anderen Standort für den Neubau eines Stadions. Glücklicherweise fällt die Entscheidung darauf, die Alm auszubauen. Dazu werden zunächst Nord- und Westtribüne abgerissen und durch die Tribünen ersetzt, die unseren Fans auch heute noch ein zweites Zuhause sind. Damit wächst die Zuschauerkapazität von 15.000 auf 22.512 Plätze. Dies ist auch das Ende des Löwenkäfigs und auch die Kabinen der Almsporthalle werden ab sofort nicht mehr benötigt. Denn beim Bau der Westtribüne werden Umkleideräume genauso mitgedacht wie Presse- und VIP-Räume. Das Spielergebnis können unsere Fans nun erstmals von einer elektronischen Anzeigetafel ablesen und die vom DFB vorgeschriebene Rasenheizung wird eingebaut, sodass nun wirklich alles bundesligatauglich ist. Ein Jahr später werden die letzten Bretter endgültig entfernt und passend zu Nord- und Westtribüne wird die Süd erweitert. Mit dem letzten Ausbau ist es 26.601 Zuschauern möglich, unsere Heimspiele im Stadion zu verfolgen. Der letzte Schritt erfolgt im Sommer 2000 - dann wird zwischen Ost- und Südtribüne die Geschäftsstelle gebaut, die auch heute noch der Arbeitsplatz der Arminia-Mitarbeitenden ist.

2004 - Von der "Alm" zur SchücoArena

Am 13. Januar 2004 erhält die „Alm“ einen neuen Namen. Die Schüco International KG übernimmt das Namensrecht und die „Alm“ heißt nun SchücoArena. Seitdem hat es nie einen anderen Namenssponsor gegeben und mit Schüco steht ein Unternehmen als Partner an unserer Seite, der seit dem Bestehen des Sponsorings in unserem Verein auch als Sponsor in Erscheinung tritt.

2006 bis 2008 - Neubau auf Ost, Umbau auf Süd

Im Mai 2006 müssen wir uns von den Blöcken 5,6 und 7 und damit auch von der Stehplatzgeraden verabschieden. Die gesamte Osttribüne wird abgerissen und es entsteht eine neue Haupttribüne ausschließlich mit Sitzplätzen. Als Ausgleich wird die Südtribüne zu einer reinen Stehplatztribüne umgebaut.

Dadurch steigt nicht nur die Gesamtkapazität von etwa 27.300 Plätzen, sondern es entsteht eine moderne Tribüne mit einem großen VIP-Bereich, neuen Logen sowie Büroeinheiten. Aufgrund eines Konflikts zwischen unserem Verein und den Anwohnern während der Saison 2006/07 wird sich vorerst nur dem Umbau der Südtribüne angenommen.

Der Abriss der alten Osttribüne beginnt erst im Juni 2007. Der Neubau der Osttribüne erfolgt dann in zwei Schritten: Erst der Unterrang, der in der Saison 2007/08 schon genutzt wird, und anschließend der Oberrang, dessen Betrieb im März 2008 aufgenommen wird. Zu guter Letzt folgen dann der Ausbau der Logen, Büroräume und des Fanladens. Innovativ und neu zu dieser Zeit ist die Glasdachkonstruktion mit integrierten Solarzellen.

Eingeweiht werden die neuen Tribünen am 01. Juni 2008 nicht etwa mit einem Fußballspiel, sondern im Rahmen eines Konzertes von Herbert Grönemeyer – dessen Vereinsvorliebe für diesen Rahmen offenbar einmal ausgeblendet wird. Der Neubau der Osttribüne hatte auch einen Einfluss auf unsere Rollstuhlfahrerplätze: Sie müssen auf die Westtribüne ausweichen. Das bedeutet zwar erneut Umbauarbeiten, die allerdings den positiven Effekt zur Folge haben, dass sich die Kapazität der Rollstuhlfahrerplätze erhöht.

Finanziert wird der Ausbau unter anderem durch Fananleihen im Zuge der Aktion „Bau auf Blau“. Da die Gesamtkosten der Umbauarbeiten durch erhebliche Fehlplanungen von 11 auf 19 Millionen Euro anstiegen, reicht das Geld vorne und hinten nicht aus und unser Verein schlittert (mal wieder) in eine finanzielle Krise.

2026 - 100 Jahre Stadion an der Melanchthonstraße

Heute, am 01. Mai 2026, wird unser Wohnzimmer ganze 100 Jahre alt, steht immer noch an der Melanchthonstraße und ist mit all seinen Erlebnissen und Anekdoten über Generationen hinweg von der Alm zur SchücoArena, von der Kuhwiese zu unserer Heimat geworden. Aktuell fasst die SchücoArena 26.750 Zuschauer und sorgt immer wieder für legendäre Fußballfeste.

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