0:1-Niederlage beim Tabellenführer

Trainer Oliver Kirch nahm im Vergleich zum 2:1-Sieg gegen Osnabrück zwei Veränderungen vor: Joel Felix und Taddel Momuluh rotieren für Benjamin Boakye und Isi Young (beide Bank) rein. Und der Spitzenreiter legte los, wie es sich für einen Tabellenführer gehört: Nach knapp zwei Minuten mit der ersten Chance. Die Flanke von Mads Pedersen wurde noch abgefälscht zur Vorlage für Sebastian Grönning. Aus kurzer Distanz scheiterte der Stürmer aber an Jonas Kersken, der klasse reagierte. Arminia bewusst defensiv zu Beginn: Mit einer Fünfer-Abwehrkette und teilweise einer Viererkette davor, aus der vor allem Marius Wörl ein ums andere Mal Berliner Angriffe wegverteidigte. Und die Hauptstädter so immer wieder vor Probleme stellte. Wer hinten diszipliniert steht, hat dann auch mal vorne gute Szenen. Doch noch fanden Arne Sickers Zuspiel auf Wörl (9.) und auch eine Einzelaktion von Joel Growdowski (11.) nicht das Ziel. Vor allem Felix Hagmann stellte in der Anfangsviertelstunde Josip Brekalo souverän kalt. Brekalo sammelte an den ersten acht Spieltagen stolze neun Scorerpunkte.
Und wenn dann doch mal einer durchrutschte, verhinderte Maximilian Großer (16.) auf der Torlinie das Schlimmste und somit den dritten Saisontreffer von Grönning. Hertha in der ersten halben Stunde sehr aggressiv und intensiv unterwegs, aber unsere Mannschaft bis auf die zuvor erwähnte Situation in der Abwehr sehr geschlossen. Hertha nach 25 Minuten mit wenig Raumgewinn, dafür mit zahlreichen Querpässen, was ein deutliches Verdienst der Bielefelder Abwehr war, die von den 4.500 mitgereisten Fans entsprechend gefeiert wurde.
Eine Schrecksekunde, in der die Gastgeber nach einem vermeintlichen Foul im Strafraum an Adewumi (36.) einen Elfmeter forderten, löste der Videobeweis zum Vorteil der Arminia auf. Drei Minuten später hatte Adewumi (39.) dann die größte Chance des bisherigen Spieles. Nach einem Zuspiel von Thorsteinsson stand der Berliner Stürmer frei vor Kersken, der aber mit einer Monsterparade den Schuss im letzten Moment entschärfte. Auch kurz vor der Halbzeit hielt Kersken die Null fest, als er einen Kopfball von Grönning (42.) aus kurzer Distanz wegfischte.
Nach dem Wechsel war klar zu sehen: Dem Spitzenreiter reicht im Gegensatz zur Arminia der Punkt nicht. Doch gegen eine sehr dichtgestaffelte Abwehr der Arminia ging bis auf einen Außennetz-Treffer von Brekalo (55.) zunächst nicht viel, zu eng standen die Bielefelder den Berlinern auf den Füßen. Und setzten vorne Nadelstiche! Nach einem starken Freistoß von Sicker verpasste Großer (60.) mit dem Kopf nur knapp das Berliner Tor. Im direkten Gegenangriff verhinderte dann Wörl mit einem sensationellen Tackling einen Alleingang von Adewumi aufs Bielefelder Tor! Die Mannschaft von Cheftrainer Oliver Kirch wirkte stets fokussiert und bissig.
Und mit ein wenig Glück: Denn Kevin Sessa (66.) fehlten nur Zentimeter zur Führung, als er einen Freistoß aus 20 Metern an den Querbalken zirkelte. Stefano Russo (68.) hätte dann um ein Haar seinen Treffer aus dem Vorjahr wiederholt. Dieses Mal flog das Leder aber knapp über die Latte. Auch in der Schluss-Viertelstunde rannten die Berliner unermüdlich aufs Bielefelder Tor, doch wiederum Sessa (76.) zielte knapp daneben. Und dann hatten die Arminia ihre Chance! 25 Meter vorm Tor gabs Freistoß für Russo (78.), dessen Abpraller Grodowski aber nicht richtig unter Kontrolle bekam. Ganz stark auch weiterhin die Defensive der Arminia! Die bis zur 85 Minute nicht zu bezwingen schien. Doch dann schoss Soufian Gouram den eingewechselten Luca Schuler an, der aber mit dem Arm das vermeintliche 1:0 (86.) erzielte. Zum Glück schaute der VAR noch einmal drauf und gab den Treffer nicht.
Bitter dann in der Nachspielzeit: Großer wird im Strafraum von seinem Gegenspieler gehalten. In der Aktion streckt unsere Verteidiger beide Hände hoch und bekommt den Ball vom eigenen Kopf an die Hand. Schiedsrichter Christian Ballweg zögerte nicht und entschied auf Elfmeter – das Foulspiel an Großer bewertet er hingegen nicht. In der letzten Szene des Spieles geben wir den so verdienten Punkt schließlich noch aus der Hand, weil Brekalo den folgenden Elfmeter zum Siegtreffer versenkt. Der stark agierende Kersken ist zwar noch am Ball, kann den Einschlag aber nicht verhindern.
Trotzdem nehmen wir eine starke Defensivleistung beim Tabellenführer mit ins nächste Spiel am Freitag (18.30 Uhr) zuhause gegen Eintracht Braunschweig.
Hertha BSC: Gersbeck – Pedersen, N. Kolbe, Gechter, Zeefuik (64. Eitschberger) – Sessa (88. Telib), Seguin – Brekalo, Thorsteinsson (80. Gouram), Adewumi (64. Alfa-Ruprecht) - Grönning (64. Schuler)
DSC Arminia Bielefeld: Kersken – Sicker, Felix (82. Schneider), M. Bauer, Großer, Hagmann – Russo, Jensen (76. Schreck) – Wörl (77. Rochelt), Grodowski (88. Handwerker), Momuluh (82. Koudossou)
Schiedsrichter: Christian Ballweg (Zwingenberg)
Zuschauer: 49 100
Gelbe Karten: Seguin - Kersken, Felix
Tore: 1:0 (90+2, Handelfmeter) Brekalo

