Schüco
DSC Arminia Bielefeld
SV Sandhausen
2 : 1
Arminia Bielefeld
Sa, 16.07.2022 13:00

Niederlage zum Auftakt

Mit einer 1:2 (0:1)-Niederlage beim SV Sandhausen ist der DSC Arminia Bielefeld nicht wie gewünscht in die neue Zweitliga-Saison gestartet. Nach einem 0:1-Pausenrückstand in einer komplizierten ersten Hälfte mit einer überraschenden und überzogenen Roten Karte für DSC-Cheftrainer Uli Forte (45.) sowie einer Gelb-Roten Karte für Silvan Sidler (47.) gleich zu Beginn von Durchgang zwei hatte Masaya Okugawa in Unterzahl zwar für den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich gesorgt (59.), doch die Hausherren hatten in Person von Doppeltorschütze David Kinsombi noch eine Antwort parat (63.).

Das Glück hatte Arminia an diesem Tag nicht gepachtet: Bereits kurzfristig hatte der DSC gleich auf zwei Spieler verzichten müssen, die für die Startformation eingeplant waren. Stürmer Janni Serra fiel auf Grund eines Infekts aus, Mittelfeldspieler Marc Rzatkowski musste auf Grund muskulärer Probleme beim Warmmachen passen. So begannen stattdessen Florian Krüger und Robin Hack.

Sandhausen – die 15.000-Seelen-Gemeinde startete ins stolze elfte Zweitligajahr in Folge – war von Beginn an der erwartet unbequeme und robuste Gastgeber. Die Suche nach der Lücke war eine schwierige Angelegenheit.

Nach zehn Minuten hatte unsere Mannschaft allerdings eine große Doppelchance: zunächst parierte SVS-Torwart Patrick Drewes einen Kopfball von Silvan Sidler aus elf Metern stark – aus dem anschließenden Klärungsversuch heraus donnerte Florian Krüger aus der Distanz den Ball an die Latte.

Böse Überraschung im direkten Gegenzug: Sandhausen kombinierte sich durch, und David Kinsombi tauchte frei vor Stefanos Kapino auf und bezwang den Arminia-Schlussmann zur 1:0-Führung für die Hausherren (11.).

Die Gastgeber hatten in der Folge Oberwasser, pressten früh und konsequent und ließen so unserer Mannschaft kaum Raum für den Spielaufbau. So gab es zahlreiche Zweikämpfe, besonders im Mittelfeld, aber auch nach 30 Minuten keine weitere Torchance auf beiden Seiten.

Arminia tat sich sehr schwer, sich gegen die sowohl am Boden als auch in der Luft kampfstarken Baden-Württemberger durchzusetzen, die immer wieder ihr Glück über die flinke linke Angriffsseite versuchten und einige Nadelstiche setzten.

Der DSC blieb im Offensivspiel ohne Fortune, während auf der anderen Seite Frederik Jäkel im eigenen Strafraum in höchster Not vor einem einschussbereiten Stürmer klären musste (40.).

Plötzlich überschlugen sich die Ereignisse: Schiedsrichter Michael Bacher zeigte DSC-Trainer Uli Forte die Rote Karte. Der Italiener hatte in der Coachingzone einen hoch heranfliegenden Ball im Sprung mit der Hand abgewehrt, so dass das Spielgerät zurück auf das Feld sprang (45.). Dass zeitgleich ein SVS-Spieler bereits einen Einwurf ausführte, konnte der hüpfende Forte nicht sehen – wie Video-Aufzeichnungen belegten. Doch der Unparteiische unterstellte Uli Forte Absicht, bewertete die Szene somit als Unsportlichkeit und zeigte die Rote Karte.

In der Nachspielzeit war Sandhausen erneut gefährlich. Nach einer Ecke klärte Oliver Hüsing auf der Torlinie (45.+4). Dann war der ersten Durchgang endlich vorbei.

Aber die zweite Hälfte startete nicht besser für unsere Mannschaft. Nach einer knappen Minute sah Silvan Sidler, der bei einem Zweikampf seinen Gegenspieler unabsichtlich im Gesicht traf, die Gelb-Rote Karte (47.). Das Fingerspitzengefühl des Unparteiischen blieb leider erneut aus...

Arminia stellte in der Abwehr um auf Viererkette. Unsere Mannschaft wollte die Wende und wurde nach einer Sandhauser Ecke mit dem Ausgleich in Unterzahl belohnt. Schneller Konter über Florian Krüger, der Fabian Klos an der Strafraumkante anspielte. Unser Kapitän passte quer auf Masaya Okugawa. Der Japaner drehte sich um seinen Gegenspieler und traf flach zum 1:1-Ausgleich (59.).

Doch die Freude währte leider nicht lange. Erneut war es David Kinsombi, der im DSC-Strafraum nicht gestoppt werden konnte. Er setzte den Ball unhaltbar zum 2:1 für die Hausherren in die Maschen (63.).

Arminia warf alles nach vorne, wechselte mehrfach offensiv, aber in der letzten halben Stunde wurde trotz aller Bemühungen aus der Brechstange kein „heißes Eisen“ mehr. So blieb es bei der 1:2-Niederlage.


SV Sandhausen:
Drewes – Diekmeier , Dumic, Zhirov, Okoroji – Zenga, Trybull – Bachmann, C. Kinsombi (90. Esswein), D. Kinsombi (89. Ochs) – Pulkrab (75. Kutucu).

DSC Arminia Bielefeld:
Kapino – Jäkel, Hüsing, Andrade (83. Niemann) – Prietl – Sidler, Okugawa (77. Lasme), Hack (71. Bello), Laursen (71. Gebauer) – Krüger (71. Ince), Klos.  

Tore:
1:0 (11.) D. Kinsombi, 1:1 (59.) Okugawa, 2:1 (63.) D. Kinsombi.

Gelbe Karten:
Diekmeier, Dumic, D. Kinsombi, Zhirov, Bachmann, Kutucu/Klos.

Gelb-Rote Karte:
Sidler (47. wdh. Foulspiel)

Rote Karte:
DSC-Cheftrainer Uli Forte (44. wg. Unsportlichkeit)

„Wir müssen uns klar steigern“

Wir haben die Stimmen einiger Akteure nach der Auftaktniederlage beim SV Sandhausen.

Oliver Hüsing: "Es nervt gerade richtig, es kam einfach viel zusammen heute. Aber eins ist mir ganz wichtig zu sagen: Am Schiedsrichter lags heute nicht, wir müssen uns nur an die eigene Nase fassen! Es wartet noch viel Arbeit auf uns. Wir müssen uns klar steigern. Für uns war mehr definitiv mehr drin, mit dem Ball habe ich teilweise gute Passagen gesehen. Zwei, drei Mal haben wir es einfach nicht aufmerksam verteidigt."

Masaya Okugawa: "Wir wollten mutiger auftreten, haben das gerade in der 1. HZ nicht geschafft. Nach dem 1:1 hätten wir besser im Block verteidigen müssen. Die 2. Liga ist anders, es kommt mehr auf Kampf an. Das wollen wir gegen Regensburg zeigen, auch für die Fans."

DSC-Cheftrainer Uli Forte: "Wir wussten, dass es kein Spaziergang wird. Dabei sind wir gut hereingekommen und hatten die ersten beiden klaren Chancen. Leider bekommen wir im Gegenzug das 0:1 und dann wird es in Sandhausen immer schwer. Zu Zehnt haben wir Moral bewiesen und sind zurückgekommen. Dann haben wir nicht aufgepasst, sodass Kinsombi seinen zweiten Treffer machen konnte. Als der Ball rausflog, wollte ich einfach hochspringen und ihn blocken. Da war Sandhausen dann anscheinend schon beim Einwurf. Der Schiedsrichter hat mir in der Halbzeit erklärt, dass das dann die Regel ist. Nächstes Mal lasse ich den Ball gehen."

SVS-Cheftrainer Alois Schwartz: "Am Saisonstart weiß man nie so genau, wo man steht. Wir sind gut reingekommen, dann hatten wir Glück und einen überragenden Torhüter. Nach unserer Führung waren wir gut im Spiel, die Bielefelder haben viele kleine Fehler gemacht. Vor der Halbzeit haben wir uns etwas zu passiv verhalten. Nach der Gelb-Roten Karte haben wir es versäumt, mehr zu machen. Das hat der Arminia in die Karten gespielt. Wir werden nach eigenem Standard ausgekontert und kassieren mit dem Ausgleich einen Genickschuss. Das war keine einfache Situation. Beim 2:1 hat meine Mannschaft die nötige Moral gezeigt. Über die 90 Minuten betrachtet war unser Sieg verdient."


Torschüsse
Ballbesitz
Eckbälle
Freistöße
Passquote
Zweikampfquote
Fouls
Gelbe Karten
Gelb-Rote Karten
Rote Karten
Abseits
Laufdistanz (km)

Die Fotos zum Saisonauftakt

Wir haben die Bilder zu unserem ersten Pflichtspiel der Saison 2022/23 gegen den SV Sandhausen. (Bilder: Thomas F. Starke)

„Die Mannschaft brennt“

Vor dem Zweitligaauftakt und dem Spiel des DSC beim SV Sandhausen (Samstag, 13 Uhr) trafen sich Cheftrainer Uli Forte und Sport-Geschäftsführer Samir Arabi mit den Medienvertretern auf der Spieltachs-Pressekonferenz. Alle wichtigen Aussagen inkl. des ganzen Videos findet ihr hier.

Wir rechnen mit 800 - 1.000 Anhängern, die uns im BWT-Stadion am Hardtwald unterstützen. Tageskassen sind am Samstag geöffnet. Weitere schöne Nachrichten gibt es bezüglich der Kadersituation, Cheftrainer Uli Forte hat die Qual der Wahl und kann auf alle Spieler zurückgreifen - es gibt keine Verletzten.

Uli Forte über die Vorfreude:
"Es herrscht auf meiner Seite eine sehr große Vorfreude, der ganze Trainerstaff freut sich extrem. Die Mannschaft sowieso, sie brennt richtig, endlich loslegen zu können. Das stimmt mich zuversichtlich. Wir haben eine super Vorbereitung gehabt. Die Verletztenliste ist leer, ich hoffe, das bleibt so. Wir im Trainerteam sind sehr froh, dass wir alle zur Verfügung haben. Die Vorfreude auf die zweite Liga ist enorm, ein Traum, der in Erfüllung geht. In letzter Zeit konnte ich nicht mehr träumen, weil ich gearbeitet habe. Ich bin überzeugt, dass wir alles gemacht haben, was wir konnten – wir sind auf einem guten Stand und ich glaube, dass der Start kommen kann."

...über den Gegner:
"Wir haben sie glücklicherweise im Trainingslager beobachten können. Da hat man die typischen Sandhäuser Spielzüge sehen können - das waren zum Teil lange Bälle auf Bachmann. Die Kinsombi-Brüder sind vereint auf den Flügeln, Kutucu wird sicherlich anspielen. Wir müssen uns auf einen starken Gegener einstellen, aber wir wollen unsere Qualitäten einbringen. Es geht darum, den Kampf anzunehmen und dann über die spielerische Qualität zu kommen. Das wird der Weg sein."

...über eine mögliche Startelf:
"Wir haben einige Teile der Stammelf zusammen, aber eben noch nicht ganz. Ich würde sagen 9/11 haben wir. Aber dann kommt es auch darauf an, gegen wen wir und wie wir spielen – es wird ein hartes, schwieriges Spiel. Da wird es noch die eine oder andere Überlegung geben. Es ist so, dass wir einen sehr ausgeglichenen Kader haben, mit einer guten Mischung aus alt und jung. Das ist das Geheimnis, denke ich. Wir haben eine starke und stabile Achse mit Kapino, Hüsing, Prietl und auch Klos, der wieder sehr, sehr schnell auf einem guten Niveau zurück ist."

Sport-Geschäftsführer Samir Arabi über die Vorfreude im Umfeld und bereits über 10.000 verkaufte Dauerkarten:
"Die Anzahl der verkauften Dauerkarten ist ein Kompliment an die Leute, die das hier in der Vergangenheit gemacht haben. Es ist eine Wertschätzung und als Treue zum Klub zu verstehen – wir haben uns vernünftig aus der Bundesliga verabschiedet. Unsere Fans können das einordnen. Wir spüren das ja auch bei den Testspielen, dass wir die Fannähe erleben dürfen. Das wollen wir und es wird wichtig sein, dass wir das besonders in den Heimspielen zurückgeben können."

Das Video folgt in Kürze!


Stabil, SV Sandhausen

Seit mittlerweile zehn Jahren spielt der SV Sandhausen nun in der zweiten Liga – und damit wohlgemerkt länger als jeder andere aktuelle Verein der zweiten Liga. Stabiles Wirtschaften und ein ruhiges, kreatives Umfeld machen es möglich.

Als der SVS im Sommer 2012 unter Cheftrainer Gerd Dais das erste Mal in seiner Vereinsgeschichte in die zweite Liga aufstieg, hieß der Meister der Bundesliga noch Borussia Dortmund. Dies ist gefühlt nun schon eine Ewigkeit her, weswegen der SV Sandhausen guten Gewissens zum festen Inventar der zweiten Liga gezählt werden kann.

In den vergangenen zehn Jahren landete der SVS chronologisch gesehen auf den Plätzen 17, 12, 12, 13, 10, 11, 15, 10, 15 und 14 – Platz 17? Richtig gelesen. In der Saison 2012/2013 landete der baden-württembergische Klub auf dem vorletzten Platz, blieb allerdings in der zweiten Liga, weil die DFL dem finanziell gebeutelten MSV Duisburg die Lizenz für die zweite Liga entzog. Die Sandhäuser kamen, auch weil Dresden als Zweitligist die Relegation gewann, mit einem blauen Auge davon und haben sich seitdem in der zweiten Liga mehr als etabliert.

Dass die Sandhäuser sich selbst nicht immer bierernst nehmen, zeigt eine Kampagne aus der Saison 2018/2019 – vor dem erstmaligen Ligaspiel des Hamburger SV beim SVS, ließen die Sandhäuser mehrere riesige Plakate am Hamburger Hauptbahnhof aufhängen. Auf diesen war eine Wegbeschreibung zum Sandhäuser Stadion zu sehen – die Hamburger reisten in Scharen an, gewannen 3:0 und bedankten sich dementsprechend auf ihre Art und Weise.

Zurück zum aktuellen Geschehen: Trainer Alois Schwartz, der den SV Sandhausen zum bereits zweiten Mal trainiert, verspürte auf der Spieltachs-Pressekonferenz vor dem Spiel wie auch unser Cheftrainer eine große Vorfreude: „Wir freuen uns auf die neue Saison, besonders die Mannschaft. Die Jungs sind froh, dass eine anstrengende und schweißtreibende Vorbereitung zu Ende geht. Sie haben es gut gemacht und immer auf den ersten Spieltag hingearbeitet. Die Physis wird die Basis sein, um in der zweiten Liga zu bestehen. Die abschließenden Leistungstests waren richtig gut. Wir sind mit den Testspielen und 24:2 erzielten Toren zufrieden. Diese Qualität hat uns im letzten Jahr stark gemacht.“

Mit der genannten Qualität schaffte es der SVS in der vergangenen Saison, die Rückrunde als fünftbestes Team abzuschließen. In der kleinen Gemeinde im nordwestlichen Baden-Württemberg mit rund 15.000 Einwohnern hängen die Trauben für uns am Samstag also einigermaßen hoch. Denn wenn ein Verein die zweite Liga mit all ihren Eigenheiten kennt, dann der SV Sandhausen. Als der deutsche Meister letztmalig nicht Bayern München hieß, stieg der SVS in die zweite Liga auf – lang ist’s her. Stabil.  


Hättet ihr gewusst, dass Dietmar Hopp Mitte der 2000er ursprünglich vorhatte, den SV Sandhausen zusammen mit der TSG Hoffenheim und Astoria Walldorf zu einem Verein zu fusionieren, dies aber vor allen Dingen an Vorbehalten des SVS scheiterte?


Wer spielt sonst noch so in der Stadt?

FC 1986 Sandhausen

Der FC Sandhausen wurde am 02. August 1986 von einer Hand voll Jugendlicher in Sandhausen gegründet. Nachdem man einige Jahre als Freizeitmannschaft an Turnieren und privaten Freundschaftsspielen in der Rhein-Neckar-Region teilnahm, entschloss man sich im Jahre 1991, den Freizeitclub in einen gemeinnützigen und eingetragenen Verein (e.V.) umzuwandeln.  Somit nahm der Club ab der Saison 1993/94 am aktiven Spielbetrieb in der Kreisliga B Staffel 1 des Fußballkreises Heidelberg teil.

Jürgen Geil war der erste Trainer des FC Sandhausen. Er besaß den Mut, das Freizeitteams in den aktiven Spielbetrieb zu führen. Unter dem ehemaligen Kreisauswahl-Trainer Henrick Stucke spielte die erste Mannschaft des FCS in den Jahren 1995 bis 1997 um den Aufstieg in die Kreisliga A mit. Die zweite Mannschaft des Vereins konnte im Jahr 1995 sogar den Gewinn der Meisterschaft der Reserveteams feiern.

Aktuell zählt der Verein 300 aktive Jugendliche aus Sandhausen, verteilt auf 14 Mannschaften (incl. drei Mädchenmannschaften). Die erste Mannschaft spielt in der Kreisklasse B und startet am Sonntag, den 14. August in die Liga mit einem Auswärtsspiel bei der SpG SG-SV Lobbach 2 (15 Uhr). Die zweite Mannschaft öffnet die Ligasaison mit einer Auswärtspartie beim Heidelberger SC 3 (Mittwoch, 24. August, 19:30 Uhr).

Das nächste Spiel:
Freundschaftsspiel: SG Viktoria Mauer – FC 1986 Sandhausen (Sonntag, 17. Juli, 11:30 Uhr)

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